Volltext : Die Cisterzienser-Abtei Maulbronn

20

Ouerschiffes  zerfällt  nämlich  in  einen  13  Fuß  breiten  Gang  und  in  je  brei  ebenso
tiefe  rechteckige  Kapellen  gegen  Osten  (gewöhnlich  stnb  es  nur  je  zwei,  je  brei
kommen  auch  in  bei:  Eisterzienserkirchen  zu  Eberbach  und  Haina  vor),  alles  von
Kreuzgewölben,  die  sich  durch  massige  Rundbögen  von  einander  trennen  und  meist
von  stämmigen  Ecksäulen  ausgehen,  übersprengt;  die  Gewölbe  des  südlichen  sind
spitzbogig  und  rippenlos,  die  des  nördlichen
rundbogig  und  mit  Rippen  von  schwerer
rechteckiger  Leibung.  Vom  linken  Ouerschistärm
  aus  führt  eine  bequeme,  noch  aus
romanischer  Zeit  stammende  steinerne  Treppe
nach  dem  in  einer  Länge  von  230  Fuß
sich  hinziehenden  Dorm  ent,  einst  die
Wohnung  der  Mönche,  jetzt  die  der  Zöglinge ­
  des  Seminars,  und  unter  der  Treppe
führt  ein  tonnengewölbtrr  Raum  in  den
Kreuzgang.  Düster  und  dumpf,  aber  von
großem  malerischem  Reize,  sind  diese  niedrigen ­
  Hallen;  Licht  kommt  nur  durch  die
jetzt  in  spitzbogige  vergrößerten  Fenster  der
Ostwand;  aus  den  nackten  Sandsteinmauern
dringt  überall  Fruchtigkeit  hervor  und  hat
sie  mit  dunkelgrünen  Mvoseir  und  weißlich
schimmerndem  Sinter  überzogen.  Air  solche  Kapellen  zogen  sich,  wie  Caesarius  von
Heisterbach  schreibt,  die  Mönche  nach  vollbrachtem  Chordienst  einzeln  zurück,  um  sich
vor  den  Altären  niederzuwerfen,  zu  entblößen  und  zu  geißeln.  Und  vielleicht  als
eine  Anspielung  darauf  erscheinen  verschiedene  Würfelknäufe  der  hier  stehenden
Ecksäulcn  wie  mit  starken  Seilen  umstochten,  besonders  in  einigen  Kapellen  des
südlichen  Kreuzarmes.  Ueber  den  Hallen  ergaben  sich
weite  Räume,  als  Bibliothek,  Versmnmlungssaal,  Schatzkammer, ­
  Archiv  benützt;  der  über  dem  südlichen  Ouerschisfarm
  erhielt  sich  noch  mit  seiner  Holzbalkendecke,
man  sieht  noch,  wie  an  die  starken  Balken  Ouerhölzer
unten  angeschraubt  sind,  in  denen  stäche  Bretter  eingesalzt ­
  waren.
Werfen  wir  nun  wieder  einen  Blick  auf
den  Grundriß  und  auf  die  darin  erschlossenen
Maße.  Wirsinden  bei  240  Fuß  ganzer  äußerer
Nranrgrstm»  Länge  80  Fuß  äußere  Breite,  innere  Mittelschiff-
  und  Chorbreitc30Fuß,  innere  Seiten-  *“*“*  nBrMi ** n  «""Inster-,
schiffbreite  17,5  Fuß,  also  zum  Mittelschiff  so  ziemlich  im  Verhältniß  des  goldenen
Schnittes  (3  :  5)  getheilt;  Beginn  des  Lettners  bei  110  Fuß,  des  Ouerfchiffes  bei
180  Fuß,  Beginn  der  östlichen  Ouerschiffwand  bei  210  Fuß,  stets  von  der  Westfaffade

i  1  ■

In
11

ll

Ir
1

A 0
Gieliriecke  des  nördliche»  Seitenschiffes.
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.