Title:
Die Cisterzienser-Abtei Maulbronn
Creator:
Württembergischer Alterthums-Verein Paulus, Eduard
Shelfmark:
S Mau 403/430
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1516267921934/54/
.Hm südlichen Nuerschiffarm (Südseite, mehr in der Höhe): 
V/ö f\* AH9T 
Jim Hochschiff -ruhen (Südseite): j! V T h O 
Als das Zweitälteste Gebäude erscheint dann jedenfalls das Herrenhaus. 
Der Bau der nördlich an die Kirche flöhenden, mit ihrer Westseite in einer 
Flucht liegenden Räume (Vorrathskrller und Laienrefektorium) mag, aus den 
Formen und den Steinmeßzeicheu zu schließen, gleichzeitig mit den hohen Theilen 
der Kirche oder sofort nach Vollendung der Kirche begonnen haben, und zwar gieng 
der Vau von Süden gegen Norden, denn am nördlicheren Raume, im Laienrefek- 
torinm, greift in der Fenster- und Säulenbildung schon der Rebergangsstil herein. 
Ruten an der zweiten Lisene, rechts vom Klostereingang, haben wir die sichere 
Jahreszahl 1201; hinter diese Zeit fällt jedenfalls der Ausbau des Laienrefek- 
toriums; es ist ein kleiner Schritt von ihm hinüber zu den Bauten des ausge 
sprochenen Rebergangsstils. Die Steinmrßzeichrn sind folgende: 
An der Westfront des Klosters, am Keller: \)(/ H t U 
am Laienrefektorium: 1 HJ) ^ I W Z 
Nach neuesten Ausgrabungen hat sich nun auch das Erdgeschoß des 1751 
abgebrochenen Abtshaufes, der späteren Prälatur, das zwischen dem Dorment 
und dem Herrenhaus lag, als in die romanische Zeit zurückreichend ergeben. Man 
fand scharf gearbeitete viereckige Pfeiler mit strengen, aus Platte und Schräge 
zusaiumeugefeizteir Kämpferkapitälen. 
Die Banken des Uebergangsstils. 
In den: dritten Jahrzehnt bis gegen die Mitte des dreizehnten Jahrhunderts 
erstehen in Maulbronn (z. Th. an Stelle hölzerner Hilfsbautcn) steinerne Gebäude, 
deren Ausführung längst vorgesehen war, die nun aber im Stil und wohl auch 
in der Höhenentwicklung eine bedeutende Steigerung erfuhren: das Herren- 
refekkorium, ein Drittheil des Kreuzganges, die Vorhalle der Kirche, diese ur 
sprünglich nicht vorgesehen, der große Keller, östlich vom Herrenrefektorium, die 
Grundmauern der Brunneukapelle wie der Kapelle des Kapitelfaalrs und noch 
einige Rmfaffungsmaueru. 
Die drei zuerst genannten Bauten, zugleich die bedeutendsten dieser Gruppe, 
stehen mit einander in genauem stilistischem Zusammenhang und rnüffen beinahe 
ganz gleichzeitig mit einander errichtet worden sein; wir beginnen mit der Vor 
halle, angebaut an die Schauseite (Westseite) der Kirche, und wie alle diese Vor 
hallen, das Paradies genannt; es ist vielleicht nicht das älteste der drei Gebäude, 
aber dasjenige, welches die neue Stilrichtung am entschiedensten zur Geltung bringt.
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.