Volltext : Erste Abtheilung. Eiserne Brücken. Heft I (1,1)

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Schenkel  der  Winkeleisen  genieteter  Flacheisen  zusammengesetzt ­
  sind.  Die  mittleren  Querträger  sind  mittels  rechtwinkliger ­
  und  die  Endquerträger  mittels  spitz-  und  stumpfwinkliger ­
  Winkeleisen  an  die  Hauptträger,  in  ähnlicher ­
  Weise  die  Längsträger  an  die  mittleren  und  Endquerträger ­
  angeschlossen.  Die  Längsträger,  welche  durch  je  3
T-förmige,  den  mit  ihnen  verschraubten  Querhohlen  sammt
den  darüber  gelegten  Längsbohlen  zur  Unterstützung  dienende ­
  Schienen  unter  sich  sowie  mit  den  Hauptträgern  durch
Nieten  mit  versenkten  Köpfen  verbunden  sind,  nehmen  mittels
Lagerstühlen  die  Fahrschienen  direct  auf  und  sind  unter  jedem ­
  Lagerstuhl  durch  je  2  gegenüber  befindliche,  oben  und
unten  verkröpfte  Winkeleisen  lothrecht  versteift.  Die  Bankettträger ­
  bestehen  in  dreieckigen  Blechen,  welche,  wie  die
Querträger,  mittels  je  zweier  Winkeleisen  an  die  Hauptträger ­
  angeschlossen  und  mit  je  2  gegenüberliegenden,  über
jene  lothrechten  Winkeleisen  gekröpften,  einfachen  Winkeleisen ­
  gesäumt  sind.  An  der  Spitze  fassen  die  letzteren  mittels
je  zweier  Niete  die  aus  Quadrateisen  bestehenden,  unten  flachausgeschmiedeten
  Stäbe  des  Geländers  zwischen  sich,  welches
letztere  aus  einer  Handschiene  von  Fagoneisen,  je  2  doppelten
Flachschienen  und  flachen,  an  den  Enden  etwas  umgebogenen
und  mit  den  Geländerpfosten  vernieteten  Diagonalstäben  besteht. ­
  Die  wagrechten  Winkeleisen  der  Querträger  sind  an
ihren  lothrechten  Anschlusswinkeleisen  oben  gekröpft,  unten
abgesetzt,  dafür  aber  mit  einer  besonderen  Horizontalplatte
unterlegt  und  vernietet,  welche  sich  sodann  zwischen  den  Gurtungen ­
  der  Haupt-  und  Querträger  befindet  und  zugleich  den
einzelnen  Zugbändern  des  Horizontalverbandes  zum  Anschlüsse ­
  dient.  Die  gusseiserne  Lagerplatte,  welche  mittels
einer  kreuzförmigen  Bippe  in  den  Unterlag  quad  er  eingelassen
und  an  dem  unverschieblichen  Ende  mit  einem  Befestigungsstifte ­
  versehen  ist,  s.  Fig.  6  u.  7,  trägt  oben  eine  ebene
Vertiefung  und  zwei  halbcylindrische  Kinnen,  welche  die
untere  Gurtungsplatte  der  Hauptträger  sammt  den  darunter
hervorstehenden  Nietköpfen  aufnehmen.  Sämmtliche  wichtigere ­
  Abmessungen  sind  in  die  Figuren  1—7  eingeschrieben.
Die  statische  Berechnung  dieser  Brücke  ist  derjenigen
der  folgenden  ganz  analog.
B.  Schiefe  Blechbalkenbrücke  in  der  Steigung.
Diese,  in  derselben  Linie  erbaute,  schiefe  Brücke  über
die  von  Aachen  nach  Vaels  führende  Kunststrasse  mit
10,24  Mtr.  (34'  24“  pr.)  zur  Bahnaxe  paralleler  Spannweite, ­
  überführt  zwei  Geleise  und  zwei  aussenliegende  Bankette ­
  mittels  zweier,  in  Fig.  12  bis  20  dargestellter,  eingeleisiger ­
  Blechconstructionen.  Die  Brückenbahn  liegt  in
einer  Steigung  von  1:58,  welche,  bei  einer  zur  Bahnaxe
parallelen  Entfernung  der  Auflager  von  38'  6“  =  462“,
4:62
eine  Höhendifferenz  derselben  von  „V  =  7,9"  bedingt,
während  der  Schnittwinkel  der  Bahn-  und  Strassenaxe
45°  25'  beträgt.
Die  Construction  dieser  Brücke  ist  derjenigen  der
vorhergehenden  analog,  daher  nur  in  den  abweichenden
Puncten  zu  berühren.  Zunächst  erfordert  die  grössere
Spannweite  stärkere  Gurtungen  der  Hauptträger,  welche  an
den  Enden  in  nur  2  Winkeleisen,  nacli  der  Mitte  hin  ausser
diesen  in  je  1  bis  je  2  Platten  bestehen.  In  Folge  des  angegebenen, ­
  spitzen  Schnittwinkels  sind  sowohl  die  schiefen
Endquerträger  zu  den  Hauptträgern  als  auch  die  Endlängsträger ­
  zu  den  schiefen  Endquerträgern  normal  gebogen, ­
  um  mittels  rechtwinkliger  Winkeleisen  an
dieselben  angeschlossen  werden  zu  können.  Ferner  wurden
die  den  Auflagern  zunächstgelegenen  Bankettträger  zu  jenen
Endquerträgern  parallel,  also  unter  spitzen  Winkeln  von
44°  25',  die  übrigen  normal  zu  den  Hauptträgern  an  diese
genietet  und  nur  die  Endpfosten  der  Geländer  aber  in  die
Quader  der  Auflager  eingelassen  und  mit  Blei  vergossen.  Die
gusseisernen  Unterlagplatten  wurden  für  zwei  verschränkt
liegende  Steinschrauben  mit  ebener,  jedoch  für  die  Auflagerung ­
  der  Hauptträger  vertiefter  Bahn  hergestellt  und  den
Hauptträgerenden  eine  schmiedeiserne  Platte  unterlegt,  in
welche  die  Nietköpfe  jener  versenkt  sind.  Zur  Arretirung  des

festen  Auflagers  dienen  je  zwei  verschränkt  liegende  Einschnitte ­
  der  unteren  Gurtungen,  in  welche  die  erwähnten
Steinschrauben  eingreifen.
Der  statischen  Berechnung  wurde  zu  Grunde  gelegt
a)  eine  mechanische  Weite  von  38',  eine  Entfernung
der  normalen  Querträger  von  8,5'  und  der  Hauptträger
  von  9,666'  pr.;
b)  ein  Eigengewicht  von  3Ctr.  für  jedes  Schienenlager;
c)  die  Verkehrsbelastung  der  Quer-  und  Längsträger
durch  eine  dreiaxige  Loeomotive  mit  je  4,5'  JRadstand,
  180  Ctr.  Gewicht  der  Triebaxe  und  je  60
Ctr.  Gewicht  der  beiden  Laufaxen  und  eine  gleichförmig ­
  vertheilte  Belastung  der  Hauptträger  von
44  Ctr.  p.  1.'  Geleise.
1.  Schienenträger.  Da  die  grösste  Anspruchnahme
der  Schienenträger  eintritt,  wenn  die  Triebaxe  der  Locomotive
  über  deren  Mitte  steht,  s.  Textfigur  7,  so  kommt

Figur  7.

auf  das  Schienenauflager  in  der  Mitte  und  auf  ein  solches
an  dem  Ende  bezw.  der  Druck  von  Q= 1 / 2  (180  +  3)  und  von
P  =  24,7  3,  mithin  auf  den  Anschluss  des  Schienenträgers ­
  ein  Auflagerdruck  A  =  P  +  Q  =  91,5  -f-  7,72
=-  119,2  Ctr.  Das,  grösste  Angriffsmoment  beträgt  mithin
nach  Gleichung  (15)
VMmax  —A^-P-\—119,2—  27,7  3°=428,lCtrfss.
Die  Schienenträger  haben  eine  Höhe  von  1'  10 l /s"  und
eine  Entfernung  der  Zug-  und  Druckmittelpunkte  c  =  l,C',
mithin  ist  nach  Gleichung  (41),  wenn  s  —  80  Ctr.  p.  □"
angenommen  wird,
f  _  a J/max  _  428,1
2  s.  c  80.1,6~‘ ,d
Wird  dieser  Querschnitt  aus  2  Winkeleisen  von  3x3
x  3 /s"  Stärke  und  dem  von  ihnen  eingeschlossenen  Theile
der  Vs"  starken  Stehbleche  gebildet,  so  ergiebt  sich,  nach
Abzug  der  3 / 4 "  starken  Nietlöcher,  nach  Gleichung  (23)
die  Fläche
a)  der  beiden  Winkeleisen
2  (fl  +  (3— 8 / 8 )—  2. 3 / 4 W  =  3,09  □“
b)  des  Stehbleehtheils  zwischen  den  Winkel-“
  (3  =  s /*>  3 / s  =  0,84  „
mithin  C  =  3,93  „
welches  also  hinreicht.
Die  grösste  vertikale  Scheerkraft  entstellt,  wenn  sich
das  Triebrad  der  Loeomotive  auf  jenem,  dem  Querträger
zunächstgelegenen  Schienenauflager,  s.  Textfigur  8.  befindet, ­

  in  welchem  Falle  auf  das  mittlere  und  andere,  am
Ende  befindliche  Schienenauflager  das  Gewicht  der  Laufaxe
von  50  Ctr.  mit  bzw.  24,7  und  35,3  Ctr.  entfällt.  Da  das
Eigengewicht  3  x  3  =9  Ctr.  beträgt,  so  ergiebt  sich  jene,
dem  Auflagerdruck  gleiche  Scheerkraft
            
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