Volltext: Erste Abtheilung. Eiserne Brücken. Heft IV (1,4)

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tiitt zweckmässig, statt der Zunahme, eine Abnahme der 
Nietenzahl von der lten bis zur mten Reihe ein. 
c. Bolzenverbindungen der Stäbe. 
Wird zum Anschluss eines Stabes von der Dicke d, 
dem nutzbaren Querschnitt F und dem vollen Querschnitt 
Fi ein Bolzen von dem Durchmesser d angewandt, so be 
trägt der Bolzendurchmesser 
a) bei gezogenen Stäben 
2 '2> d = i V^' 
b) bei gedrückten Stäben 
213) d= 2|/^- 
Bezeichnet 1c die Zug- oder Druckspannung des Stabes 
und v die Abscheerungsfestigkeit des Bolzens, so ist 
, 7«Z 2 
k = v. —— 
4 
und, wenn p x der Druck auf die Flächeneinheit des Bol 
zens und der Laibung des Bolzenloches ist, 
215) .... 1 
214) 
P 1 JA 
dd' 
Wird wieder v = s /tP angenommen, 
und, 
216) 
so ist 
7 2nd 2 
k = -j—p 
wenn man diesen Werth einführt, der Druck 
2 7t d „ n d 
■ ■ ■ Pl = -rj-p.-J=Q$P--J, 
welcher, da stets d>2d, den Drucke übersteigt, wesshalb 
sich zur Vermehrung dieser Festigkeit die Anwendung 
eines härteren Materials, also der Gebrauch von Stahl 
bolzen und eine Verstählung der Stabenden empfiehlt*). 
6. Berechnung der Lager und Charniere. 
a. Abmessungen der Lager. 
Die unter den Enden der Obergurten befindlichen 
Lager sind beide Gleitlager, haben deren grössten Druck 
aufzunehmen und müssen so gross, dass der zulässige 
Druck auf das Mauerwerk nicht überschritten, und so lang 
sein, dass die durch Temperatur- und Belastungswechsel 
erzeugte Längsverschiebung noch auf der Lagerplatte er 
folgen kann. 
Stellt A den grössten lothrechten Druck eines Ober 
gurtendes, p die Druckfestigkeit des Mauerwerks, 7. die 
Länge und ß die Breite der Lagerplatte dar, so ist 
218) pßl = A, 
worin ß von der Breite b des Obergurts abhängt und im 
Mittel ß = 1,5 b gesetzt werden kann, woraus sich die 
Länge der Lagerplatte 
219 > l =rb 
ergiebt und worin, je nach der Qualität des Mauerwerks, 
der Druck auf den qcm desselben p — 5 bis 20 kg be 
tragen kann. 
Berücksichtigt man nun die ungleich bedeutendere 
Längsverschiebung des Obergurts durch Temperaturwechsel 
und bezeichnet 
*) üeber die Niet- und Bolzenverbindungen eiserner Brücken 
träger vgl. insbesondere Winkler, Vorträge über Brückenbau. 
Eiserne Brücken. Heft 2. Wien 1872. 
x die grösste, der Brückenhaustelle entsprechende 
Temperaturdifferenz, 
a den Ausdehnungscoefficienten des Eisens, 
7 die Länge des Obergurts, 
so beträgt die grösste Verschiebung jenes Gurtendes 
220) h = 
mithin die Gesammtlänge der Lagerplatte 
. , , , A. axl 
221) . . . A=l+li ==-- =- + 
1,5 .p. b 2 
Nimmt man an, dass die Temperatur zwischen —20 
und +40° C. wechselt, so ist x = 60° zu setzen, während 
für den Centesimalgrad a — 0,0000145 der auf 0° zu re- 
ducirenden Obergurtlänge angenommen werden kann. 
b. Abmessungen der Charniere. 
Wird angenommen, dass die Bogenenden sich gegen 
einen Halbzapfen oder Charnierbolzen mit dem Durch 
messer d, der Länge 7c und der Druckfestigkeit p stem 
men, so kann der Druck ebenso gross angenommen wer 
den, als wenn er sich auf die halbe Oberfläche des Dreh 
zapfens vertheilen würde, mithin ist für den grössten, auf 
denselben wirkenden Druck R 
222) p.^ = R 
zu setzen, woraus sich der Durchmesser des Halbzapfens 
oder Bolzens zu 
223) 
d 
4 nlp 
ergiebt. Hierin kann, nach den bei ausgeführten Brücken 
gemachten Annahmen, für den qcm ^ = 0,15 bis 0,55, 
also im Mittel 0,35 tn gesetzt werden. 
c. Abmessungen der Kämpferplatte. 
Die Kämpferplatte muss so gross sein, dass die zu 
lässige Anspruchnahme des Mauerwerks nicht überschritten 
wird, erhält daher, wenn mit ß deren Breite und mit p 
die Druckfestigkeit des Mauerwerks bezeichnet wird, min 
destens die Länge 
224 > l =|- 
worin bei Kämpfercharnieren annähernd ß = 1,5 gesetzt 
werden kann und p die früher angegebenen Werthe an 
nimmt. Das grösste Moment, welches die Kämpferplatte 
l 
hei unvollkommener Unterlage erfahren kann, ist R--^, 
mithin ergiebt sich deren grösste Dicke 
225) <5=]/^, 
worin s die grösste zulässige Zugspannung bezeichnet. 
Bei Anwendung von zwei Keilpaaren mit dem ge 
genseitigen Abstande k x unter den Bogenenden hat jedes 
R 
derselben den grössten Normaldruck aufzunehmen, 
mithin ergiebt sich das grösste Moment 
die grösste Dicke der Unterlagplatte 
226) . ... ö 
R X— 
mithin 
j 1 [ 3 R(k—Xi) 
~V 2‘ ßs ■ 
III. Construction. 
1. Allgemeine Anordnung. 
A. Situation und Grundriss. Ist der Schnitt 
punkt der Brückenaxe mit der Axe der zu unterführenden 
Wasser-, Thal-, Weg- oder Eisenbahnlinie bestimmt, welche 
die zweckmässigste Tra?e der — die Bogenbrücke erfor 
dernden — Verkehrslinie sowie die zur Gründung und 
Ueherführung geeignetste Stelle des Stromes oder Thaies 
erheischen, so ist der Schnittwinkel beider Axen womög 
lich als rechter und, wo ein spitzer Schnittwinkel a aus 
örtlichen Rücksichten, z. B. bei Ueberführung von Eisen 
bahnen über schiefe, nicht oder schwer verlegbare städtische 
Strassen, s. Taf. 3, Fig. 2, nicht zu umgehen ist, nicht 
unter 30°*) zu wählen, damit die Anschlusswinkel nicht 
zu spitz und die Verbindungen der einzelnen Theile nicht 
zu unbequem werden. 
Wo die Brücke in eine Curve mit dem Verhältniss 
7 ihres Pfeiles zur Spannweite der Brücke fällt, ist die 
v 
für die gerade Strecke erforderliche Breite b auf 
B = b+f 
*) Die schrägste, zur Zeit bekannte, schmiedeiserne Bogen 
brücke in der Stadt Paris-Creil bei Paris, s. Taf. 1, Fig. 86 bis 
94, übersetzt den Kanal St. Denis unter einem Winkel von 30° 29'.
	        

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