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tiitt zweckmässig, statt der Zunahme, eine Abnahme der
Nietenzahl von der lten bis zur mten Reihe ein.
c. Bolzenverbindungen der Stäbe.
Wird zum Anschluss eines Stabes von der Dicke d,
dem nutzbaren Querschnitt F und dem vollen Querschnitt
Fi ein Bolzen von dem Durchmesser d angewandt, so beträgt
der Bolzendurchmesser
a) bei gezogenen Stäben
2 '2> d = i V^'
b) bei gedrückten Stäben
213) d= 2|/^-Bezeichnet
1c die Zug- oder Druckspannung des Stabes
und v die Abscheerungsfestigkeit des Bolzens, so ist
, 7«Z 2
k = v. ——
4
und, wenn p x der Druck auf die Flächeneinheit des Bolzens
und der Laibung des Bolzenloches ist,
215) .... 1
214)
P 1 JA
dd'
Wird wieder v = s /tP angenommen,
und,
216)
so ist
7 2nd 2
k = -j—p
wenn man diesen Werth einführt, der Druck
2 7t d „ n d
■ ■ ■ Pl = -rj-p.-J=Q$P--J,
welcher, da stets d>2d, den Drucke übersteigt, wesshalb
sich zur Vermehrung dieser Festigkeit die Anwendung
eines härteren Materials, also der Gebrauch von Stahlbolzen
und eine Verstählung der Stabenden empfiehlt*).
6. Berechnung der Lager und Charniere.
a. Abmessungen der Lager.
Die unter den Enden der Obergurten befindlichen
Lager sind beide Gleitlager, haben deren grössten Druck
aufzunehmen und müssen so gross, dass der zulässige
Druck auf das Mauerwerk nicht überschritten, und so lang
sein, dass die durch Temperatur- und Belastungswechsel
erzeugte Längsverschiebung noch auf der Lagerplatte erfolgen
kann.
Stellt A den grössten lothrechten Druck eines Obergurtendes,
p die Druckfestigkeit des Mauerwerks, 7. die
Länge und ß die Breite der Lagerplatte dar, so ist
218) pßl = A,
worin ß von der Breite b des Obergurts abhängt und im
Mittel ß = 1,5 b gesetzt werden kann, woraus sich die
Länge der Lagerplatte
219 > l =rb
ergiebt und worin, je nach der Qualität des Mauerwerks,
der Druck auf den qcm desselben p — 5 bis 20 kg betragen
kann.
Berücksichtigt man nun die ungleich bedeutendere
Längsverschiebung des Obergurts durch Temperaturwechsel
und bezeichnet
*) üeber die Niet- und Bolzenverbindungen eiserner Brückenträger
vgl. insbesondere Winkler, Vorträge über Brückenbau.
Eiserne Brücken. Heft 2. Wien 1872.
x die grösste, der Brückenhaustelle entsprechende
Temperaturdifferenz,
a den Ausdehnungscoefficienten des Eisens,
7 die Länge des Obergurts,
so beträgt die grösste Verschiebung jenes Gurtendes
220) h =
mithin die Gesammtlänge der Lagerplatte
. , , , A. axl
221) . . . A=l+li ==-- =- +
1,5 .p. b 2
Nimmt man an, dass die Temperatur zwischen —20
und +40° C. wechselt, so ist x = 60° zu setzen, während
für den Centesimalgrad a — 0,0000145 der auf 0° zu reducirenden
Obergurtlänge angenommen werden kann.
b. Abmessungen der Charniere.
Wird angenommen, dass die Bogenenden sich gegen
einen Halbzapfen oder Charnierbolzen mit dem Durchmesser
d, der Länge 7c und der Druckfestigkeit p stemmen,
so kann der Druck ebenso gross angenommen werden,
als wenn er sich auf die halbe Oberfläche des Drehzapfens
vertheilen würde, mithin ist für den grössten, auf
denselben wirkenden Druck R
222) p.^ = R
zu setzen, woraus sich der Durchmesser des Halbzapfens
oder Bolzens zu
223)
d
4 nlp
ergiebt. Hierin kann, nach den bei ausgeführten Brücken
gemachten Annahmen, für den qcm ^ = 0,15 bis 0,55,
also im Mittel 0,35 tn gesetzt werden.
c. Abmessungen der Kämpferplatte.
Die Kämpferplatte muss so gross sein, dass die zulässige
Anspruchnahme des Mauerwerks nicht überschritten
wird, erhält daher, wenn mit ß deren Breite und mit p
die Druckfestigkeit des Mauerwerks bezeichnet wird, mindestens
die Länge
224 > l =|-worin
bei Kämpfercharnieren annähernd ß = 1,5 gesetzt
werden kann und p die früher angegebenen Werthe annimmt.
Das grösste Moment, welches die Kämpferplatte
l
hei unvollkommener Unterlage erfahren kann, ist R--^,
mithin ergiebt sich deren grösste Dicke
225) <5=]/^,
worin s die grösste zulässige Zugspannung bezeichnet.
Bei Anwendung von zwei Keilpaaren mit dem gegenseitigen
Abstande k x unter den Bogenenden hat jedes
R
derselben den grössten Normaldruck aufzunehmen,
mithin ergiebt sich das grösste Moment
die grösste Dicke der Unterlagplatte
226) . ... ö
R X—
mithin
j 1 [ 3 R(k—Xi)
~V 2‘ ßs ■
III. Construction.
1. Allgemeine Anordnung.
A. Situation und Grundriss. Ist der Schnittpunkt
der Brückenaxe mit der Axe der zu unterführenden
Wasser-, Thal-, Weg- oder Eisenbahnlinie bestimmt, welche
die zweckmässigste Tra?e der — die Bogenbrücke erfordernden
— Verkehrslinie sowie die zur Gründung und
Ueherführung geeignetste Stelle des Stromes oder Thaies
erheischen, so ist der Schnittwinkel beider Axen womöglich
als rechter und, wo ein spitzer Schnittwinkel a aus
örtlichen Rücksichten, z. B. bei Ueberführung von Eisenbahnen
über schiefe, nicht oder schwer verlegbare städtische
Strassen, s. Taf. 3, Fig. 2, nicht zu umgehen ist, nicht
unter 30°*) zu wählen, damit die Anschlusswinkel nicht
zu spitz und die Verbindungen der einzelnen Theile nicht
zu unbequem werden.
Wo die Brücke in eine Curve mit dem Verhältniss
7 ihres Pfeiles zur Spannweite der Brücke fällt, ist die
v
für die gerade Strecke erforderliche Breite b auf
B = b+f
*) Die schrägste, zur Zeit bekannte, schmiedeiserne Bogenbrücke
in der Stadt Paris-Creil bei Paris, s. Taf. 1, Fig. 86 bis
94, übersetzt den Kanal St. Denis unter einem Winkel von 30° 29'.