Full text: Erste Abtheilung. Eiserne Brücken. Heft IV (1,4)

dass in keinem Querschnitt mehr als einer jener Theile ge- 
stossen ist. Die einfachen oder gekreuzten Gitterstäbchen 
gegliederter Stäbe und Traversen werden meist mit je einem 
Niet an den Enden und an ihren' Kreuzungspunkten ver 
sehen, s. Taf. 5, Fig. 6 und 7. Die zweckmässigsten Ver 
bindungen der Stäbe mit den Gurten durch Nietung er 
geben sich aus dem unter 4 Bemerkten sowie aus den Ta 
feln 1 und 3 bis 6. 
ß) Die Schraubenverbindungen dienen da, wo 
sie die Nietverbindungen nicht ersetzen, also Walzeisen 
mit Walzeisen verbinden sollen, hauptsächlich zur Ver 
bindung von Constructionstheilen aus verschiedenem Ma 
terial, insbesondere walzeiserner und gusseiserner, walz 
eiserner und hölzerner Theile, sowie gusseiserner Lager 
platten und ihrer Unterlagquader. Die Verbindungen selbst 
werden mittels der verschiedenen, unter 9c beschriebenen 
Schrauben ausgeführt. 
Die gusseisernen Kämpfergelenktheile werden mit den 
schmiedeisernen Bogenenden theils mittelst Stiftschrauben, 
s. Taf. 2, Fig. IG und Taf. G, Fig. 10, theils mittelst Kopf 
schrauben, s. Taf. 3, Fig. 4 und 6 und Taf. 5, Fig. 14, 
bewirkt. Die gusseisernen Lagerstühle werden mit den 
walzeisernen Quer- oder Längsträgern durch kurze, meist 
versetzte Kopfschrauben, s. Taf. 5, Fig. 6—11, die schmied 
eisernen, meist aus Quadrateisen bestehenden Geländerstäbe 
mit den hölzernen Querschwellen durch Schrauben verbunden, 
welche an deren unteres Ende angeschnitten sind, am Ende 
der Querschwelle durchgesteckt und unten mittelst einer 
Mutter angezogen werden, s. Taf. 4, Fig. 11—14. Die Ver 
bindung der Lagerplatten mit den Mauerquadern durch 
Steinschrauben zeigt Taf. 2, Fig. 2, 5, 11, 13 und Fig. 
18, 21, 26 und 28, Taf. 3, Fig. 9 bis 12, Taf. 4, Fig. 4 
bis 6 und Taf. 5, Fig. 12 bis 14. 
b. Bewegliche V erbindungen. 
Ausser den besprochenen, drehbaren und verschieb 
lichen Verbindungen bei den Gelenken und Gleitlagern er 
fordern die Bogenträger noch einige bewegliche Verbin 
dungen. 
a) Verschiebliche Verbindungen. Hierher ge 
hören die verschieblichen Verbindungen von Laschen 
platten, s. Taf. 2, Fig. 23 und 25 und von Geländerholmen, 
s. Taf. 4, Fig. 18, welche meistens in der Anwendung von 
Schraubenbolzen bestehen, die in ovalen Bolzenlöchern von 
hinreichender Länge stecken. Auch die bekannten Dilatations 
vorrichtungen der Fahrschienen gehören hierher, bei welchen 
die Doppellaschen der Stösse am einen Schienenende fest 
geschraubt, am anderen Ende mit Schrauben versehen sind, 
welche in ovalen Löchern der Fahrschienen eine Längs 
verschiebung des einen Schienenendes gestatten. 
ß) Drehbare Verbindungen. Hierzu gehören die 
Verbindungen der Windverbände mit den Drehbolzen der 
Kämpfer- und Scheitelgelenke, s. Taf. 4, Fig. 19. 20, 16 
und 17, wobei die Diagonalen des Windverbandes durch 
paralleltrapezförmige Lappen verbunden werden, die man 
charnierbandartig ineinander greifen lässt, während man die 
Gelenke durch eine Traverse verbindet, welche von gerin 
gerem Durchmesser als die Gelenkbolzen sind und mit die 
sen durch Einschrauben der in Gewinde endigenden Tra 
versen verbunden werden können. Während diese Char- 
nierband-Verbindung an dem Kämpfercharnier einfach ist, 
erhält sie am Scheitelcharnier, wo der obere und untere 
Windverband Zusammentreffen, die Taf. 4, Fig. 17 dar 
gestellte Anordnung, nach welcher jene Charnierbänder 
doppelte, unter einem spitzen Winkel gegeneinander ge 
neigte Lappen haben. 
IV. Beschreibung und statisch-numerische Berechnung. 
Taf. I. Bogenbrücken verschiedener Länder. 
A. Gusseiserne Bogenbrücken. 
1. Die Carrousselbrücke über die Seine in 
Paris, Fig. 1—7, besitzt drei gleiche Bogenöffnungen von 
47,7 m Spannweite und 1,7 m Pfeilhöhe, wovon jede mit 
fünf hohlen gusseisernen Bogenträgern überspannt ist, 
welche mit hölzernen Bogen aus horizontal übereinander 
gelegten, unter sich verschraubten Bohlen ausgefüllt sind 
und sich gegen geneigte, in die Pfeilerquader eingelassene, 
gusseiserne Widerlagplatten stemmen. Die einzelnen Bogen 
träger bestehen aus Böhren von elliptischem Querschnitt 
mit lothrechter grosser Axe, welche in der Mitte getheilt, 
mit Flanschen versehen und seitlich mit versetzten Stoss- 
fugen zusammengeschraubt sind. Die Querverbindung der 
Böhrenbogen besteht aus den schrägen, im Querschnitt 
kreuzförmigen Versteifungen a, sowie aus den zur Brücken- 
axe normalen Stemmröhren b und Zugstangen c, s. Fig. 
4, 5, 6. Die Bogenschenkel sind durch gusseiserne Binge 
ausgefüllt, die sich bei d, s. Fig. 7, auf die Böhren 
bogen stützen und oben bei d" die Längsbohlenpaare e 
aufnehmen, welche die Querschwellen f der Brückenbahn 
unterstützen. Die Brückenbahn ist durch die diagonalen 
Zugstangen g seitlich versteift und besteht in den aus 
Langschwellen h und Querbohlen i gebildeten Trottoirs, 
sowie in der aus einem doppelten Bohlenbelag mit darüber 
ausgebreiteten Schichten aus weichen Kalksteinen und gro 
ben Kieseln hergestellten Fahrbahn, während die Fusswege 
durch eiserne Abweiser geschützt sind. 
2. Die zweigeleisige, gusseiserne Brücke üher 
die Kinzig bei Offenburg, s. Fig. 8 bis 15, besass 
fünf Bogenträger von je 12,66 m Spannweite und 1,2 m 
Pfeilhöhe. Die Brückenbahn eines jeden Feldes wurde von 
6 gusseisernen, aus je drei Stücken zusammengesetzten 
Kippen, s. Fig. 8 u. 9, getragen, wovon vier direct unter 
den Schienensträngen, zwei am äusseren Bande der Ban 
kette angebracht waren und mittelst gusseiserner Schuhe 
auf den Widerlagern ruhten. Jene Bogenstücke waren 
mittelst Flanschen und Bolzen sowohl unter sich als auch 
mit den Widerlagern verbunden. Die Querverbindung der 
Bogenträger einer Oeffnung bestand aus zwölf, mittelst 
Muffen und Keilen, s. Fig. 12, regulirbaren Querbolzen, 
durch welche zugleich — ebenfalls wieder mittelst Keilen — 
der Abstand der Bogenträger iixirt wurde. Die Fahrbahn 
selbst bestand aus Langschwellen, welche an die Bogen 
träger festgeschraubt waren und die Schienen sowie die 
Geländer unterstützten, ferner aus dazwischen gelegten 
Querschwellen, welche einen Belag von Längsbohlen auf- 
nahmen. Die gusseisernen Geländer waren mittelst Flan 
schen und Bolzen auf Stirnträger befestigt, s. Fig. 13 u. 
14, während die Bänder der Fahrbahn von eisernen Quer 
balken untersützt wurden, welche mit einem Gesimse ver 
sehen, an der Oberfläche mit Eisenblech beschlagen und 
in geeigneten Abständen mit den Seitenrippen verbolzt 
waren. Ueber 
3. die Brücke über die Bhone bei Tarascon, s. 
Fig. 16, 17, 
4. die Bochesterbrücke, s. Fig. 18, 
5. die St. Louisbrücke in Paris, s. Fig. 19 und 
6. die Kadetzkybrücke in Laibach, s. Fig. 20 
bis 24 und vgl. Abschnitt 1 dieses Heftes, Nr. 1, S. 2. 
B. Schmiedeiserne Bogenbrücken. 
Ueber 1. die Schluchtbrücke bei Waldshut, s. 
Fig. 25, 
2. die Brücke über den Khein bei Constanz, s. 
Fig. 26, 27, 
3. die Brücke über die Theiss bei Szegedin, s. 
Fig. 28—41, und 
4. die Unterspreebrücke bei Berlin, s. Fig. 42 
bis 52 und vgl. Abschn. I dieses Heftes, Nr. 1 u. 2, S. 3. 
5. Die von Eiffel und Cie. in Paris entworfene, 
im Jahre 1878 vollendete Brücke über den Douro 
bei Oporto, s. Fig. 53, besteht aus zwei continuirlichen 
Fachwerkträgern, die durch sieben eiserne Pfeiler und eine
	        

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