Full text: Erste Abtheilung. Eiserne Brücken. Heft IV (1,4)

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Bogenconstruction unterstützt werden, auf welchen letz 
teren selbst zwei dieser Pfeiler ruhen. Die beiden ersten 
Oeffnungen des rechten, zunächst Oporto liegenden Ufers und 
die drei Oeffnungen des linken, zunächst Lissabon liegen 
den Ufers haben Spannweiten von je 37,40 m, während 
die vier Oeffnungen über dem Bogen je 28,75 m und die 
beiden Schlusstbeile desselben je 26 m Spannweite be 
sitzen. Die Breite der Brückenbahn beträgt 4,5 m zwi 
schen den auf Consolen ausgekragten Brüstungen, der 
Abstand der Parallelträger im Mittel 31 m, während die 
Bogenconstruction, um dem Windstoss den nöthigen Wider 
stand entgegen zu setzen, von 3,95 m Abstand am Scheitel 
auf 15 m Abstand am Busse wächst. Die Höhe der eisernen 
Pfeiler beträgt nach Oporto hin 36 und 43, über dem 
Bogen je 13,2 m und nach Lissabon hin 43,39 und 15,8 m. 
Die Spannweite und Höhe der sichelförmig construirten 
Bogenträger beträgt bezw. 160 und 10 m, wodurch alle, 
bis jetzt bei Bogenbrücken erreichten, Dimensionen über 
troffen werden. Die Bogenträger selbst haben Kämpfer 
gelenke, womit sie sich gegen die äusseren Tbeile der — 
mit normal zur Stützlinie geneigten Lagerfugen gemauer 
ten — Widerlager stemmen, jedoch Scheitel-Gelenke nicht 
erhalten. Die Aufstellung der Brücke wurde ohne Ge 
rüste derart bewirkt, dass zunächst die continuirlichen 
Parallelträger soweit vorgeschoben wurden, bis ihre vor 
deren Enden in die Mittellinien der auf die Bogen aufge 
setzten beiden Stützen gerückt waren, wonach dann der — 
mit Hülfe von Seilen, die nach dem nächsten Pfeiler und 
nach den unterstützten Enden der continuirlichen Träger 
hin gespannt waren, bewirkte — Aufbau des Bogens begann. 
Laufseile, die von einem Ufer zum anderen reichten, so 
wie Tragseile, mittelst deren die zur Bogenconstruction 
gehörigen Eisentheile aus Kähnen in die Höhe gewunden 
wurden, unterstützten diesen Vorgang. Nach Herstellung 
des Bogens erfolgte der Aufbau der auf dessen beide 
Schenkel aufgesetzten Stützen und zuletzt, als Abschluss 
der Montage, die Aufbringung der vier mittleren Theile 
des Parallelträgers. 
6. die Brücke über die Lahn in Ems, s. Eig. 54 
bis 62, 
7. die nördlicheEisenbahnbrücke über den Rhein 
bei Coblenz, s. Fig. 63—74, 
8. die Brücke über den Mississippi bei St. Louis, 
s. Fig. 75—84, 
9. die Stadthausbrücke überdieSeine in Paris, 
s. Fig. 85, 
10. die Brücke über den Canal bei St. Denis, s. 
Fig. 86—94, und 
11. die Brücke über die Aar bei Olten, s. Fig. 95 
bis 100 und vgl. Abschnitt I dieses Heftes, Nr. L u. 2, 
S. 2-5. 
Taf. II. Bogenbrücken mit Gelenkträgern. 
Die in den Figuren 1 bis 33 dargestellten, von 
Reymann construirten, kleinen Bogenbrücken in der 
Zweigbahn Wittenberg-Lüneburg der Berlin-Hamburger- 
Bahn zu Lüneburg sind beide mit Kämpfercharnieren und 
beweglichen Verbindungen im Scheitel construirt, während 
die eine derselben eine Eisenbahn, die andere eine Strasse 
überführt. 
1. Die Unterführung der Lüner- und Alten 
brücker Thorstrasse zu Lüneburg. Diese in Fig. 
1 bis 16 dargestellte Bogenbrücke überführt die eingelei 
sige Lüneburg-Wittenberger Eisenbahn mittelst zwei Bogen 
trägern, deren Mittel sich in einem Abstaude von 1,88 m 
(6'pr.) befinden und bei einer Stützweite von 11,30m (36'pr.) 
eine Pfeilhöhe von 1,41 m (4' 6" pr.) besitzen. Die beiden 
Bogen träger sind als Blechträger mit oberer gerader und 
unterer segmentbogenförmiger Begrenzung mit 12,005 m 
(38' 3" pr.) Radius ihrer Mittellinie construirt und be 
stehen, wie der in Fig. 5 dargestellte Querschnitt nach 
cd zeigt, aus einem durchgehenden, 0,9 cm (*/„" pr.) starken 
Stehblech, welches an dem oberen wagrechten Rande mit 
zwei je 6,5 x 6,5 x 0,9 cm (272 x 2y 2 x s / 8 " pr.) starken 
Winkeleisen gesäumt, an dem unteren bogenförmigen Rande 
durch zwei, je 31,4 cm (12" pr.) hohe, 0,9 cm (Vs" pr-) 
dicke Platten und je vier 13x8,4x1,3 cm (5x3‘/ 4 x l / 2 " 
pr.) starke Winkeleisen verstärkt ist. Das erwähnte Verti 
kalblech besitzt bei jeder Trägerhälfte einen Stoss, welcher 
an dem Untergurt durch zwei, je 1,3 cm 0/2" pr.) und in 
den Bogenzwickeln durch zwei, je 0,9 cm ( s / 8 " pr.) starke 
Laschen gedeckt ist. In jedem ßogenschenkel ist das Ver 
tikalblech überdiess durch je ein Winkeleisen ausgesteift 
und an den Stirnseiten, s. Fig. 1, durch zwei parallele 
Bandeisen-Dreiecke verziert. Die beiden Bogenträger sind 
an den Enden und in 1,78 m (5' 8" pr.) Entfernung von 
denselben durch vertikale, in Fig. 5 dargestellte, Querver 
bände in 1,91m (6‘1" pr.) und 1,94 m (6'3" pr.) Entfer 
nung durch wagrechte doppelte Winkeleisen von 6,5 x 6,5 x 
0,9 cm (2(4 x 2V 2 •' 3 h“ pr.) Stärke verbunden und durch 
gekreuzte, auf die oberen und unteren Winkelschenkel des 
unteren Gurts genietete, je 6,5 x 0,9 cm (2V2 x 8 /s" pr.) 
starke Flacheisen gegen seitliche Ausweichung durch den 
Seitendruck des Windes gesichert, s. Fig. 2, 4 und 5. 
Das Kämpfercharnier besteht aus einer, in Fig.16 
dargestellten, gusseisernen Platte mit Halbzapfen, welcher 
in eine, in Fig. 11, 12, 13 dargestellte, Platte mit ent 
sprechendem Lager passt. Der Bogengurt ist an den En 
den durch eine doppelte, je 1,3 cm Q/2" pr.) starke Platte 
und zwei Winkeleisen von 13,7 x 8,4x1,3 cm (57 4 x 3V 4 
x ‘/ 2 " pr.) verstärkt. Mit diesem Bogenschuh, welcher mit 
einer Bleiplatte unterlegt ist, wurde die mit dem Halb 
zapfen versehene Platte durch vier Bolzen verschraubt, 
während die mit acht Rippen versehene Lagerplatte durch 
zwei Steinschrauben mit dem Kämpferquader verankert 
ist, s. Fig. 11 und 13. Das Scheitelcharnier besteht 
in einer 5,5 cm (27s" pr.) dicken, gusseisernen Scheibe von 
15,7 cm (6" pr.) Durchmesser, gegen welche sich die — durch 
zwei rechteckige, zwischen die vertikalen Schenkel der 
Wiukeleisen eingeschaltete Platten von je 54,9 cm (1' 9" 
pr.) Länge und je 1,3 cm (72" pr.) Dicke und aussen durch 
zwei sechseckige, zwischen die horizontalen Schenkel der 
Winkeleisen eingeschalteten Platte von je 40,5 cm (1' 372" 
pr.) Länge und je 0,9 cm ( 8 /s"pr.) Dicke verstärkten — Schei 
telenden des Untergurts stemmen. Während die fünf, zwi 
schen diesen sechseckigen Laschenplatten befindlichen,(Blech 
platten durch Niete mit versenkten Köpfen, s. Fig. 7 und 
10, verbunden sind, wurden die beiden äusseren Laschen 
platten von acht durchgehenden, je 1,9 cm (®/ 4 " pr.) dicken 
Schraubenbolzen (deren Querschnitte in Fig. 7 geschwärzt 
sind) mit weiten Bolzenlöchern mit jenen ersteren etwas 
drehbar und mit den gusseisernen Scheitelbolzen durch 
sechs Niete mit versenkten Köpfen fest vereinigt. Die nach 
aussen vorgeheftete, verzierte gusseiserne Rosette ist durch 
einen durchgehenden, vorn mit einem runden Kopf, hin 
ten mit Mutter versehenen Schraubenbolzen, s. Fig. 7 und 
9, festgehalten. Der Scheitelbolzen bildet hiernach mit den 
erwähnten Laschen einschliesslich dieser Rosette ein in dem 
Horizontalschnitte v w H-förmig gestaltetes Verbindungs 
glied, zwischen dessen Schenkeln die einschalteten und 
durch jene, mit Spielraum versehenen Bolzen zusammen 
gehaltenen Bogenenden die durch die grössten Tempera 
turdifferenzen bedingte Drehung ausführen können. 
Die Brückenbahn besteht, wie die Figuren 1 bis 5 
zeigen, aus je 23,2 x 26,2 cm (9 x 10" pr.) zwischen den 
Bogenträgern und je 18,3x26,2 cm (7x10" pr.) starken, je 
0,94 m (3' pr.) von Mittel zu Mittel abstehenden Quer 
schwellen, welche durch doppelte, mittelst je zweier Niete 
auf den Obergurten befestigte, Winkellappen auf die 
Bogenträger befestigt sind und zwischen den Fahrschienen 
5, ausserhalb derselben je 4 Längsbohlen nebst einfachen 
profilirten Saumschwellen aufnehmen. 
Die in Fig. 1, 2 und 5 dargestellte 0,94 m (3' pr.) hohe 
Brüstung besteht aus quadrateisenförmigen Hauptstäben 
von je 2,6 cm (1" pr.) Seite, welche nach Fig. 5 mit den 
Querschwellenköpfen und Saumschwellen verschraubt sind, 
aus oben aufgenieteten Flacheisen von 3,2 x 1,3 cm (1 V 4 " 
x 7 2 " pr.) Stärke, die wieder mit bimförmigen Hand 
leisteneisen vernietet sind, und einem zwischen beide ein 
geschalteten Stabwerk, wovon die Horizontalstäbe zu beiden
	        

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