Volltext: Erste Abtheilung. Eiserne Brücken. Heft IV (1,4)

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Seiten der Hauptstäbe umgekröpft und mit den letzteren 
durch horizontal eingezogene Niete verbunden sind. 
Die Widerlager sind, nach Fig. 2, aus Backstein 
mauerwerk mit kräftigen Kämpferquadern und je 0,94 m 
(3' pr.) starker, zugleich als Futtermauer dienender Auf 
mauerung aufgeführt, welche oben eine Querschwelle auf 
nimmt und hinten mit einer Abwässerung versehen ist. 
2. Ueberführung der Güterstrasse über die 
Altenbrücken-Thorstrasse zu Lüneburg. Diese in 
Fig. 17 bis 83 dargestellte Strassenbrücke überführt eine 
7,84 m (25' pr.) breite Fahrbahn und zwei, je 1,26 m (4' pr.) 
breite Bankette auf sechs, je 1,57 m (5' pr.) von einander 
entfernten Bogenträgern von 11,3 m (36' pr.) Stützweite und 
1,56 m (5' pr.) Gesammthöhe mit oberer horizontaler und 
unterer, kreissegmentbogenförmiger Lagerung, welche den 
auf verzinkten Winkelplatten ruhenden Oberbau der Fahr 
bahn, sowie die auf Consolen mit concaven, verzinkten 
Winkelplatten ruhenden Fusswege sammt Brüstung auf 
nehmen. Die Bogenträger bestehen aus einem je0,9cm 
( 3 / 8 " pr.) starken Verticalblech, welches oben von zwei, 
je 6,5 x 6,5 x 0,9 cm (2‘/ 2 x 2 1 / 2 x s / 8 " pr.), unten von vier 
ebenso starken Winkeleisen, deren horizontale Schenkel je 
2,2 cm ( 7 /g" pr.) von einander abstehen, an den Enden 
durch die 7,8 cm (3" pr.) langen, 14,3 cm (57 2 " pr.) brei 
ten und 3,2 cm (l‘/ 4 " pr.) dicken Zapfen der Kämpfer- 
charniere nebst je sechs Schrauben und an den Scheiteln 
durch je 4,8 cm (1' 6'/ 2 " pr.) lange, ebenso breite und 
dicke Laschen platten mittelst Nieten verbunden sind. Die in 
der Nähe der Mitte der Yerticalbleche befindlichen Stösse 
derselben sind durch zwei je 0,9 cm ( 3 /g" pr.) starke Laschen 
gedeckt, während die Winkeleisen in der Bogenhälfte durch 
laufen. In Entfernungen von je 1,26 m (4' pr.) sind zwi 
schen den Bogenträgern je 20,9 cm (8" pr.) hohe, massiv 
gewalzte, im Querschnitt L-förmige Querträger, mittelst 
je eines lothrechten Winkeleisens und ausserhalb der Stirn 
träger paralleltrapezförmige Consolen mittelst umgekröpf 
ter, je 39,2 cm (15" pr.) hoher Stebbleche angenietet. Die 
Stirnbogenträger sind zu diesem Zweck, wie Fig. 21 
zeigt, entsprechend erhöht und oben mittelst einfacher, 
gegen die inneren Winkeleisen etwas versetzter Winkel 
eisen gesäumt, welche mit den zu ihnen parallelen, an die 
umgekröpften äusseren Enden der Consolen genieteten 
Winkeleisen zur Unterstützung der Bankett-Blechplatten 
dienen. Während die im tiefsten Punkte mit Ablauf 
löchern versehenen Buckelplatten der Fahrbahn, um mög 
lichst tragfähig zu werden, mit allen ihren vier Rän 
dern auf die Obergurten der Bogenträger und deren Quer 
träger genietet sind, wurden die Hohlplatten der Ban 
kette mit ihren umgebogenen Längsrändern auf die oben 
erwähnten und gleichfalls concaven oberen Winkeleisen 
der Consolen genietet, s. Fig. 19 und 21. Zwischen den 
hohen Enden und den früher erwähnten Stössen der Yer 
ticalbleche der beiden äusseren und der beiden inneren Bo 
genträger sind vertikale — aus gekreuzten, je 7,8 x 0,9 cm 
(3 x 3 / 8 " pr.) starken Flacheisen, welche in ihren Kreu 
zungspunkten vernietet sind, bestehende - Querverbände, 
s. Fig. 18 und 21, angebracht. Der Ausführung der Bo 
genträger wurden Nietbolzenstärken von je 1,9 cm ( s / 4 " 
pr.) und eine Niettheilung von 10,5 cm (4" pr.) zu Grunde 
gelegt. Die. Kämpfercharnier e bestehen aus dem, in Fig. 
29 und 30 dargestellten, gusseisernen, je 14,3 cm (5 l / 2 " pr.) 
breiten, 9,1cm (3y 2 " pr.) starken — mit je 2,6 cm (1" pr.) 
starker Stützplatte und mit dem oben erwähnten, mit 
sechs Schraubenlöchern versehenen Zapfen, welcher in den 
Zwischenraum der vier, den Untergurt bildenden Winkel 
eisen eingeschraubt ist, zusammengegossenen — Drehbolzen. 
Zwischen jene Stützplatte und den Bogenfuss ist, der bes 
seren Vertheilung des Druckes halber, eine je 0,3 cm (Vs" 
pr.) starke Bleiplatte gelegt. Der Drehzapfen stemmt sich 
gegen ein entsprechendes halbcylindrisches, auf eine durch 
acht Rippen verstärkten Unterlagplatte ruhendes, 41,8 cm 
(16" pr.) langes und 31,4 cm (12" pr.) breites Lager, s. Fig. 
26—28, welches durch zwei Steinschrauben mit dem Käm 
pferquader verankert ist. Die im Scheitel durch einen, je 
1,9 cm ( 3 /g" pr.) weiten Zwischenraum getrennten Bogen 
enden sind daselbst ausser der oben bereits erwähnten 
wagrechten, zwischen die Winkeleisen des Untergurts ein 
geschalteten Laschenplatte durch je zwei vertikale, zwi 
schen die vertikalen Winkelschenkel des Ober- und Unter 
gurts eingeschaltete Laschenplatten vereinigt, welche mit 
der einen Bogenhälfte durch je fünf Niete fest, mit der 
anderen Bogenhälfte durch je fünf Schrauben mit ovalen 
Bolzenlöchern etwas beweglich verbunden ist. Bei den 
infolge Temperaturwechsels eintretenden Längenverände 
rungen der Bogenhälften gestatten jene im Stehblech an 
gebrachten ovalen Löcher eine kleine horizontale Ver 
schiebung, während jene wagrechte Laschenplatte bei 
geringen Hebungen und Senkungen eine kleine Biegung 
zulässt. 
Zur Entwässerung der Brückenbahn sind drei in 
Fig. 31 bis 33 dargestellte gusseiserne, je 2,6 cm (1" pr. 
starke) Rinnen zwischen die Fahrbahn und die beiden Bankette 
eingeschaltet, s. Fig. 21, welche der Dichtheit halber mit 
Muffen, s. Fig. 32, versehen und ausserhalb mit je 3,9 cm 
(iy 2 " pr.) starken, unten wagrechten Rippen verstärkt sind. 
Die je 1,1 m (3y 2 * pr.) hohen Geländer sind denjenigen 
der unter 1 beschriebenen Brücke durchaus ähnlich con- 
struirt, s. Fig. 17, 18 u. 21, nur sind die aus Quadrat 
eisen hergestellten Hauptstäbe unten in kleeblattförmige 
Lappen ausgeschmiedet, s. Fig. 17, welche mittelst je 
dreier Niete an die früher erwähnten, verkröpften Verti- 
calbleche der Consolen angeschlossen sind. Um der Brücke 
ein gefälligeres Ansehen zu geben, sind die einzelnen, zwi 
schen den Consolen befindlichen, paralleltrapezförmigen 
Felder der Stirnträger mit geeignetem Profileisen, s. Fig. 
17, eingefasst. 
Die Widerlager sind, wie Fig. 18 zeigt, den un 
ter 1 beschriebenen durchaus ähnlich construirt, nur oben 
mittelst Deckplatten abgedeckt, an welche sich das Pflas 
ter der angrenzenden Theile der Güterstrasse anschliesst. 
Taf. III. Schiefe Charnierbogenbrücke. 
Die durch Figur 13 in der Situation, durch Figur 14 
nach ihrem Trägerschema und durch die Figuren 1 bis 12 
hinsichtlich ihrer constructiven Anordnung dargestellte Bo 
genbrücke unterführt die Süden bürg er Strasse in Mag 
deburg unter den Geleisen der Magdeburg-Halberstädter und 
der Magdeburg-Leipziger Bahn unter einem Schnittwünkel 
von nahe 66° 30' und besteht aus 7 einzelnen Brücken mit je 
4,315m Abstand der Geleis-Axen, zwischen welche 6 Bankette 
eingeschaltet sind, während noch zwei Bankette auf den 
au den Stirnbogenträgern der beiden äussersten Brücken 
angebrachten Consolen ruhen. Die zu den Geleis-Axen 
normalen Entfernungen der Geländermitten von den Mit 
ten der Stirnbogenträger, der Mitten zueinander gehöriger 
Bogenträger einer Brücke und der Mitten der beiden, ein 
Zwischenbankett begrenzenden Bogenträger messen bezw. 
je 1,2, je 2,62 und je 1,695 m. Die aus zwei Bogenhälf 
ten mit je 6 Feldern von je 1,68 m Weite bestehenden 
Bogenträger haben hiernach eine Spannweite von 20,16 m 
zwischen den Mitten der Endvertikalen bei einer grössten 
Höhe von 2,2 m des Endfeldes und bei einer kleinsten Höhe 
von 0,53 m des Mittelfeldes, also einer Pfeilhöhe von 1,68 m. 
Die oberen geraden Gurten der Bogenträger bestehen aus 
zwei, je 17,6 cm von einander entfernten Winkeleisen von 
je 10,5x6,5x1 cm Stärke mit aufgenieteten, je 1 cm star 
ken Horizontalplatten von je 31,4 cm Breite, während die 
unteren parabolisch-polygonalen Gurten aus zwei, je 20,2 
cm von einander entfernten Winkeleisen von je 10,5x6,5 
x 1 cm Stärke und aus zwei, je 21 cm hohen und 1,3 cm star 
ken Vertikalblechen mit untergenieteten, je 1,6 cm starken 
Horizontalplatten von je 42 cm Breite und von oben gegen 
dieselben genieteten je 14,4x8x1 cm starken [-Eisen, s. 
Fig. 5, zusammengesetzt sind. Zwischen diese Vertikal 
platten und [-Eisen des unteren und an die Innenseiten 
jener Winkeleisen des oberen Gurts sind die je 1,6 cm star 
ken Knotenbleche genietet, an welche die im Querschnitt 
[-förmigen, je 14,4x7,8x1,3 starken Vertikalen und Dia 
gonalen angenietet sind. In allen Feldern sind jene Kno 
tenbleche so gestaltet, wie es der Anschluss der Vertikalen
	        

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