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ungleichartiger Systeme nie vollständig erreicht werden 
kann, so sind die homogenen Systeme, hei welchen alle Con- 
structionstheile gleich massig beansprucht sind, in sta 
tischer und ökonomischer Hinsicht entschieden vorzuziehen. 
Als das neueste, zur Ausführung vorgeschlagene, 
jedoch noch nicht angewandte System combinirter Häng 
brücken ist das der sog. Bogenkettenträger*) von Scha- 
rowsky anzuführen, welche aus einem concaven Zug 
oder Kettenbogen oben und einem convexen Druckbogen 
unten, zwischen welche ein Fach werk eingeschaltet wird, 
bestehen und von den Pfeilern aus ohne Anwendung 
von Gerüsten montirt werden können. Während nach 
Angabe des Erfinders und Patentinhabers das Eigenge 
wicht jene beiden Gurte bezw. auf Zug und Druck be 
ansprucht, bilden bei partieller Verkehrsbelastung Bogen 
und Kette die Gurten eines continuirlichen Trägers und 
erfahren in der Mitte der Bogen entgegengesetzte An- 
spruchuahmen, welche sich compensiren, über den Pfeilern 
gleichartige Anspruchnahmen, welche sich zwar addiren 
aber wegen der grossen Höhe der Träger oder des grossen, 
im Widerstandsmoment auftretenden Hebelsarms verhält- 
nissmässig gering sind. Bei den Zwischenpfeilern heben sich 
die entgegengesetzten Horizontalkräfte der Kettenbogen und 
diejenigen der Druckbogen auf, während die in den Gur 
ten der Endöffnungen auftretenden Zugkräfte oben und 
II. Statische 
Druckkräfte unten durch Theile von Parallelträgern ver 
nichtet werden, welche oben und unten die entgegenge 
setzten Widerstände entwickeln. Als die zweckmässigsten 
Verhältnisse für Spannweiten von 150 bis 400 m werden 
angegeben: die Höhe der Verticalen über den Pfeilern 
i, die Pfeilhöhe eines jeden der beiden Bogen ^, der 
lothrechte Abstand je zweier Bogenscheitel sowie die Höhe 
der Parallelträger 
1 
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der Stützweite jener mittleren Oeff- 
nung. Die Längsträger der Brückenbahn sollen frei auf 
den Querträgern und diese frei auf einem innerhalb der 
Verticalen der Hauptträger angebrachten Lager ruhen und 
beide, mit Vermeidung jeder Nietung, nur mittelst Schrau 
ben befestigt werden. Um die bei continuirlichen Trägern 
empfindliche Höhenlage der Stützpunkte leicht reguliren 
zu können, sind Kipplager mit Keilstellungen in Verbin 
dung mit hydraulischen Hebevorrichtungen vorgesehen, 
welche letztere in einer hinreichend grossen Zahl kleinerer, 
unter sich verbundener, durch eine Druckpumpe zu bedie 
nender Presscylinder bestehen. Als Modificationen des be 
schriebenen Systemes unter besonderen Umständen, z. B. bei 
beschränkter Constructionshöhe oder behufs Erzielung einer 
freien Aussicht, werden noch solche mit unterem geraden 
oder oberem geraden Gurt in Vorschlag gebracht. 
Berechnung. 
1. Die Hängbrücken-Träger im Allgemeinen. 
Die statische Berechnung der unversteiften 
(schlaffen) Hängbrücken erfordert, ausser der Ermittelung 
der Stärken ihrer Brückenbahntheile und Tragstangen, 
hauptsächlich die Bestimmung der Axialspannungen 
in den einzelnen Theilen ihrer Träger mit Hülfe der den 
selben entsprechenden Angriffs- und Widerstandsmomente, 
um hieraus, mit Hülfe der zulässigen Materialspannung, ihre 
Querschnittsdimensionen ableiten zu können. Jene Axial 
spannungen gestalten sich verschieden, je nachdem die 
Belastungen der Brücke angenommen werden. Bei der 
statischen Berechnung der Verankerung ist zu unterschei 
den, ob gerade Spannketten oder Halbbogenträger 
zur Anwendung kommen. 
Die Hängbrücken-Träger mit versteifter 
Trag wand, bei welchen ein gerader, horizontaler, zur Un 
terstützung der Brückenbahn dienender Untergurt mit einem 
polygonalen Obergurte durch ein aus geneigten oder aus 
lothrechten und geneigten Stäben bestehendes Dreiecks 
system verbunden wird, erfordern wie die analog construirten 
Bogenträger**) eine Unterbrechung ihres Untergurts 
und — zur Vermeidung nachtheiliger, durch Temperatur 
wechsel und einseitige Belastungen entstehender Span 
nungen — gelenk artigeV er bind ungen an ihren Stütz 
punkten und an ihrem Scheitel. Auch hier bezweckt 
die statische Berechnung die Ermittelung der Querschnitte 
der einzelnen Constructionstheile mit Hülfe der entspre 
chenden Angriffs- und Widerstands-Momente unter Berück 
Wird z. B. h = — angenommen, so ergiebt sich für das zweck- 
„ , worin 
l 100.il, ’ 
bei einer grössten Temperaturdifferenz, von 60° für Schmied- 
1 
massigste Pfeilverhältniss des Hängträgers 
iten Temperaturdifferenz v 
und als grösste erlaubte Längenveränderung im 
Mittel 7 = 
3000 
1 
1 
2000 UU<i 4000 
zu setzen ist. 
*) Vgl. Deutsche Bauzeitung 1879. S. 367 ff. 
**) Die statische Begründung der Nothwendigkeit einer Un 
terbrechung des Obergurtes dieser Träger und der Anordnung 
von Gelenken an den Kämpfern und im Scheitel derselben s. 
Abth. I, Heft 4. S. 6 dieses Werkes. 
sichtigung der verschiedenen Belastungsweisen und zu 
lässigen Anspruchnahmen des Materiales. 
Die Hängbrücken mit versteifter Brücken 
bahn, bei welchen ein Fachwerkträger mit parallelen 
Gurten mit einer frei aufgehangenen Kette combinirt er 
scheint, erfordern zunächst die Ermittelung der zur Aus 
nutzung des Materials günstigsten Systemform und bei 
der statischen Berechnung der Querschnitte ihrer Con 
structionstheile die Berücksichtigung der Eigengewichts 
und Verkehrsbelastungen sowie der durch Temperatur 
wechsel erzeugten Spannungen. 
In allen Fällen hängt die statische Berechnung der 
Hängbrücken-Träger von den Kräften ab, welche sie auf 
Drehung und auf Verschiebung nach zwei zu einander 
senkrechten Richtungen beanspruchen. 
Bezeichnet a M das Angriffsmoment und W M das 
Widerstandsmoment eines Hängträgers, so erfordert die 
Sicherheit seiner Construction, dass das grösste Angriffs 
moment dem kleinsten Widerstandsmomente höchstens 
gleich, also 
1) a Minax< w Mmin, 
dass ferner die grösste Axialkraft dem kleinsten Axial 
widerstand eines Querschnittes höchstens gleich, also 
2) a Tmax< w Tmin 
und dass endlich die grösste Scheerkraft dem kleinsten 
Scheerwiderstand jenes Querschnittes höchstens gleich 
oder dass 
3) a Smax< w Smin 
sei. Die Werthe a .M, a T und a S bestehen aus den An- 
theilen, welche Verkehrslast, Trägergewicht und 
Gewicht der Brückenbahn, bei den combinirten Trä 
gern ausserdem noch die Temperaturdiffer enzen liefern. 
Die Verkehrsbelastung besteht bei Eisenbahnbrücken und 
Strassenbrücken aus ungleichen, ungleich vertheilten Ein 
zellasten, deren ungünstigste — in dem zu berechnen 
den Trägertheile die relativ grösste Anspruchnahme her 
vorrufende — Lastvertheilung zu ermitteln ist. Sie 
kann annäherungsweise als eine gleichförmig, entweder 
aut Knotenpunkte oder stetig vertheilte; das Eigengewicht 
der Träger meist als eine gleichförmig vertheilte; das Eigen 
gewicht der Brückenbahn als eine entweder stetig oder 
auf Knotenpunkte vertheilte Belastung in die Rechnung 
eingeführt werden.
        

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