Volltext: Erste Abtheilung. Eiserne Brücken. Heft V. (1,5)

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so  bleibt  eCa,  während  w  negativ  wird,  in  welchem
Falle  die  Lasten  P  einen  Zug  und  die  Lasten  R  einen
Druck  hervorbringen.  In  den  beiden  ersten  Fällen  erzeugen ­
  die  Lasten  Q  einen  Druck,  so  lauge  q>lU+w,
d.  h.  so  lange  sie  zwischen  Belastungsscheide  und  Scheitel
wirken,  im  letzten  Falle,  für  welchen  w  negativ,  und
q>  l/ 3  —  w  wird,  erzeugen  sämmtliche  Lasten  Q  einen
Druck  in  der  betrachteten  Diagonale.
Hiernach  sind  drei  Fälle  zu  unterscheiden,  welche
verschiedene  Werthe  für  Y x  bedingen.
Erster  Fall.  Der  Drehpunkt  D  liegt  links  von
E.  Da  in  diesem  Fall  e>a  ist  und  w  positiv  bleibt,
so  ist,  wenn  der  rechts  von  der  Belastungsscheide  gelegene
Theil  von  Q  mit  dem  Abstande  q r  seiner  Schwerlinie  vom
Stützpunkteil  mit  Q r  bezeichnet  wird,  die  grösste  Zugspannung ­
  der  Diagonale
115)  .  Y v max=  ^  ^Q r a|  g  +w—  q r  j+Rr.  2 ^ w  j,
welche  unter  den  zu  Gleichung  111  entwickelten  Bedingungen ­
  ihren  grössten  Werth  erreicht.
Die  grösste  Druckspannung  der  Diagonale  ergiebt
  sich,  wenn  der  links  von  der  Belastungsscheide
gelegene  Theil  von  Q  mit  dem  Abstande  qi  seiner  Schwerlinie ­
  vom  Stützpunkte  B  mit  Q\  bezeichnet  wird,  aus
11G)  Y v min=-  " e [Pp( e  —  a)+Qia|qi  —  w|],
welche  ihren  grössten  negativen  Werth  unter  den  zu  Gleichung ­
  113  angegebenen  Bedingungen  erreicht.
Zweiter  Fall.  Der  Drehpunkt  D  liegt  zwischen
E  und  F.  Da  in  diesem  Fall  e<a  wird  und  w  positiv
bleibt,  so  ist,  wenn  Q v  und  q t  die  frühere  Bedeutung
haben,  die  grösste  Zugspannung  der  Diagonale
117)  Y v max  =^ e ^Pp(a—e)+Q r a^~  +  w—qrj+Rr-^y^J
welche  ihr  absolutes  Maximum  erreicht,  wenn  P,  Q,  R,
p  und  r  seinen  grössten,  q T  seinen  kleinsten  Werth  annimmt, ­
  d.  h.  wenn  die  grösste  Last  P  sich  dem  Schnitt,
die  grösste  Last  Q r  und  R  sich  dem  Scheitel  möglichst
nähert,  wozu  nach  Gleichung  19  die  Bedingung  kommt
P(a—e)+Q 1 -a-R-~™>  0.
Die  grösste  Druckspannung  der  Diagonalen  ergiebt
  sich,  wenn  Qi  und  q\  ihre  frühere  Bedeutung  behalten, ­
  aus
118)  .  .  Y v min  =  ——Qia^qi—^  —  wj,
welche  ihren  grössten  negativen  Werth  unter  sonst  gleichen
Bedingungen  erreicht,  wenn  Q x  und  q x  ihre  grössten  Werthe
annehmen,  d.  h.  wenn  die  grösste  Last  Q\  dem  Schnitte
sich  möglichst  nähert.
Dritter  Fall.  Der  Drehpunkt  D  liegt  rechts  von
F.  Da  in  diesem  Fall  e<a  und  w  negativ  wird,
so  ist  aus  Gleichung  114  die  relativ  grösste  Zugspannung ­

119)  ...  .  Y v max  =  ^  Pp  (a  —  e),
welche  ihren  höchsten  Werth  unter  übrigens  gleichen  Umständen ­
  dann  annimmt,  wenn  die  Last  P  ihr  Maximum
erreicht  und  sich  dem  Schnitte  möglichst  genähert  hat.
Die  relativ  grösste  Druckspannung  der  Diagonale ­
  ergiebt  sich  alsdann  wegen  q>l/i—w  aus
120)  Y T min  =  —  ^  j  (ta|q  —  *  +wj+  Rr-"j W J,
welche  für  die  grössten  Werthe  von  Q,  R,  q  und  r  ihren
höchsten  negativen  Werth  erreicht,  also  wenn  sich  die
grösste  Last  Q  und  R  bezw.  dem  Schnitt  und  dem  Scheitel ­
  möglichst  nähert.
ß)  Bestimmung  der  Spannungen  durch  die  Eigengewichtsbelastung. ­

Da  hierbei  alle  Lasten  P,  Q  und  R  gleichzeitig
wirken,  so  ergiebt  sich  aus  Gleichung  116  die  Eigengewichtsspannung ­
  einer  Diagonale
121  )Y t  =  ^-Pp(e-a)—Qa(q—1/  2  -  w)  -  Rr  •  2 “ W ],

worin  die  Werthe  e,  a  und  w  nach  Massgabe  obiger  drei
Fälle  einzuführen,  P,  Q  und  R  meist  als  gleichförmig
vertheilte  Lasten  in  Rechnung  zu  ziehen  und  demgemäss
die  zugehörigen  Abstände  p,  q  und  r  ihrer  Resultanten
leicht  zu  bestimmen  sind.  Nur  im  dritten  Fall  ist  —w
statt  w  zu  setzen.
Hiernach  erhält  man,  unter  Beibehaltung  der  früheren
Bezeichnungen,  die  Eigengewichtsspannungen  der  Diagonalen
im  ersten  Fall
122)  Y e  =  Pp  (e  —  a)  —  Qa(q—1/ 2 —w)+Rr  •  ^  J
im  zweiten  Fall
123)  Y e =  1  fPp(a—  e)  —  Ra(q—  1/*—  w)+Rr“pl
und  im  dritten  Fall
124)  Y e =^ e  j^Pp(a—e)—Qa(q  —l/2+w)  —Rr-^pJ-Die
  grössten  Gesammtspannungen  der  untersuchten ­
  Diagonale  ergeben  sicli  dann  aus
125)  .  Ymax=Y T max+Ye  und  Ymin  =  Y v niim-Y e .
9.  Die  Grenzspannungen  in  den  Vertikalen  des
Mittelträgers.
cc)  Bestimmung  der  Grenzspannungen  durch  die  Verkehrsbelastung. ­

Bezeichnet  F v  die  von  der  Verkehrsbelastung  in
einer  beliebigen  Verticalen  erzeugte  Spannung,  v  deren
Hebelsarm  in  Bezug  auf  den  Durchschnittspunkt  I)  der
beiden  mitdurchschnittenen  Gurtstücke  als  zweckmässigsten
Drehpunkt,  um  welchen  sie  links  dreht,  so  ergiebt  sich,
unter  Hinweis  auf  Fig.  8,  aus  der  Momentengleichung
—  V v v+ a M=  0,  worin  AM"  den  durch  Gleichung  18  dargestellten ­
  allgemeinen  Werth  besitzt,  die  Spannung  der
Vertikale
126)  V v —  ~ e  |  Pp(e  —  a)  +  Qa(q—|-—wj  -  Rr  •
Da  die  zweckmässigsten  Drehpunkte  der  Verticalen,  wie
man  sich  leicht  überzeugt,  dieselbe  Lage  haben,  wie
diejenigen  der  mit  ihrem  Fasse  zusammentreffenden,  in
dem  nächstfolgenden  Felde  befindlichen  Diagonalen,  so
sind  hier  dieselben,  unter  8  näher  bezeichneten,  drei  Fälle
zu  unterscheiden,  welche  verschiedene  Werthe  für  F v  bedingen ­
  und  in  welchen  die  unter  18  betrachteten  Belastungen ­
  Zug  statt  Druck  und  Druck  statt  Zug  erzeugen. ­

Erster  Fall.  Der  Drehpunkt  D  liegt  links  vonF.
Behält  man  die  früheren  Bezeichnungen  bei,  so  ergiebt
sich  aus  Gleichung  126  die  relativ  grösste  Zugspannung
127)  V T max=^^Pp(e  —a)  +  Q t a^qi—~  --wjj,
welche  ihren  höchsten  Werth  unter  den  zu  Gleichung  116
angegebenen  Bedingungen  erreicht.  Analog  ergiebt  sich
die  grösste  Druckspannung  der  untersuchten  Verticale
128)  Vvmin  =  —  +  w-q r )+Rr•  2 pJ,
welche  unter  den  zu  Gleichung  115  angegebenen  Bedingungen ­
  ihren  grössten  negativen  Werth  annimmt.
Zweiter  Fall.  Der  Drehpunkt  D  liegt  zwischen
E  und  F.  Behält  man  die  früheren  Bezeichnungen  bei,
so  ergiebt  sich  aus  Gleichung  126  die  relativ  grösste
Zugspannung
129)  .  .  .  V v max=- e Qia^qi  —  w),
welche  ihren  grössten  Werth  unter  sonst  gleichen  Umständen ­
  für  die  grössten  Werthe  von  Qi  und  q x ,  d.  h.  wenn
die  grösste  Last  Qi  sich  dem  Schnitte  möglichst  nähert,
erreicht.  Die  grösste  Druckspannung  der  Verticale
I  erhält  man  analog
130)  V v min  =  —  ^  [  Pp(a  —  e)+Q r a|  ^  +w—  q r  j
,  D  2aw~f
+Rr-  j  |,
welche  unter  den  zu  Gleichung  117  aufgestellten  Bedinj
  gungen  ihren  grössten  Werth  annimmt.
	        
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