Full text: Deutsches Baugewerks-Blatt : Wochenschr. für d. Interessen d. prakt. Baugewerks (Jg. 44, Bd. 3, 1884)

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Art des Polirens in Frankreich. — Der Weissang sche Verbindungskitt 
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Reservoirs reicht dann für einen längeren Zeitraum aus und der 
Motor hat nur nach Bedarf in beliebigen Zwischenräumen das 
Reservoir wieder nachzufüllen. Der Fahrstuhl ist also für den 
Betrieb auch in Bereitschaft, ohne daß der Motor in Gang ge— 
setzt werden braucht. Außerdem vertheilt sich das Nachfüllen des 
Reservoirs auf einen längeren Zeitraum. Während z. B. zum 
Heben von 600 Kilogramm mit einer Geschwindigkeit von 350 mim 
pro Sekunde ein Motor von vier Pferdekräften erforderlich ist, 
kann zu gleichem Zweck ein mittelst einpferdigen Motors betriebenes 
Pumpwerk in den meisten Fällen genügen. 
Handelt es sich um die Beförderung von Personen, so ist 
unbedingt die Anlage eines hydraulischen Fahrstuhls mit Pump— 
werksanlage der Anlage eines mechanischen Aufzugs mit Motoren— 
betrieb vorzuziehen. Die Anlage ist allerdings etwas theurer, der 
Betrieb aber bequemer, unabhäugiger von augenblicklichen Störun— 
gen und vor Allem absolut sicher. 
Aus dem Vorstehenden geht hervor, daß es nothwendig ist, 
bei Anlagen mit direktem Pumpwerk das Reservoir möglichst hoch 
zu stellen, damit die Dimensionen des Kolbens zum Aufzug mög— 
lichst gering ausfallen. 
(Forts. folgt.) 
deshalh einen Tuchlappen, welcher genügend mit Wasser getränkt 
ist, und legen darauf gefärbten Gyps, sogenannten Pariser Gyps, 
und beginnen nun langsam und sorgfältig, stets im Kreise herum— 
fahrend, zu reiben, bis der Gyps in die Poren des Holzes einge— 
drungen ist. Doch darf man nicht zu weit gehen, da sonst Un— 
ebenheiten vorkommen, welche dann iit Glaspapier entfernt werden 
müßten. Manche Arbeiter ölen zuerst das Holz, doch ist dies nicht 
anzuempfehlen, und empfiehlt es sicher besser, erst später das Oel 
zu benützen. Eine andere Methode besteht darin, daß man ein 
wenig russischen Talg nimmt und denselben mit ein wenig „Pariser 
Gyps“ mischt, etwas Harz hinzugiebt und das Ganze in einem Topf 
umrührt und durch Zusatz von entsprechenden Farbmitteln dem 
Gemisch die nothwendige Farbennuaunce giebt. Diese Mischung 
muß heiß aufgetragen werden und in die Poren des Holzes ein 
dringen, hierauf mit trockenen Lappen fest gerieben werden! 
Ist diese Prozedur glücklich beendet, so beginnt das eigent— 
liche Poliren. Man nimmt den Politurlappen in die linke Hand 
und gießt ein wenig Politur darauf, jedoch nicht zu viel, so daß 
die Politur herabfließt, und reibt nur langfam auf einer bestimmten 
Fläche, welche nicht zu groß sein foll, so lange, bis der Lappen 
trocken geworden ist, und untersucht hierauf die polirte Fläche, ob 
dieselbe keine Unebenheiten besitzt, indem man mit der flachen Hand 
darüber fährt. Man wird gewöhnlich eine rauhe Oberfläche fiüͤden, 
doch hat dies jetzt nichts zu bedeuten. Man fährt ein wenig mit 
dem Glaspapier über diese Fläche, befeuchtet von Neuem den Lappen, 
ziebt etwas Leinöl hinzu und geht in derselben Weise vor wie 
rüher. Man hüte sich an irgend einer Stelle eine größere Menge 
von Politur anzuhäufen, da hierdurch eine ganze Arbeit verdorben 
verden kann. Um zu untersuchen, ob man die Arbeit nicht zu viel 
nit Oel behandelt hat, fährt man mit dem Finger über dieselbe, 
und zeigt sich dann eine schmierige Oberfläche, so ist entschieden zu 
jett gearbeitet worden. Man wiederholt den erwähnten Prozeß 
bon Neuem und zwar so lange, bis der gewünschte Effekt erzielt 
wird. Hierauf wird die Arbeit durch einige Stunden stehen ge— 
assen; hierdurch erhält die polirte Fläche eine dunkle Färbung. 
dierauf nimmt man ein Stück feines Glaspapier, und mit einem 
Reiber aus Kork beginnt man nun die Oberfläche zu glätten, be— 
nutzt hierbei, um die Arbeit leichter zu machen, etwas Oel und 
glättet so lange, bis die Oberfläche vollkommen eben und glatt 
reworden ist. 
Die Art des Polirens in Frankreich. 
So wie jedes Gewerbe, schreibt das „Centralblatt für Holz— 
industrie‘ zur Ausübung desselben ganz bestimmter Werkzeuge be— 
darf, und stets gewisse Vorkehrungen und entsprechende Vorberei— 
tungen nothwendig macht, so hat auch der Franzose für die Zwecke 
des Polirens der Möbel, welcher Manipulation er eine besondere 
Aufmerksamkeit widmet, eine eigene Werkstätte. Dieselbe soll mög— 
lichst so plazirt werden, daß das Licht durch die Fenster von der 
Nordseite einfällt. Es ist dies der günstigste Fall, doch ist dies 
nicht unumgänglich nothwendig; jedoch trachte man zu vermeiden, 
daß die Werkstätte durch Oberlicht erhellt wird, da die Erfahrung 
gelehrt hat, daß Fehler, welche sich in der Ärbeit zeigten, unter 
dem Einflusse des Oberlichtes verzerrter und daher nicht in ihrer 
wahren Gestalt sich zeigten. Nachdem auf diese Weise die Lage 
der Werkstätte ausgemittelt wurde, handelt es sich die entsprechenden 
Dimensionen für die Arbeitstische zu wählen. Die Höhe eines 
solchen Tisches hängt selbstverständlich von dem betreffenden In— 
dividuum ab; was die Breite anbelangt, so spare man in dieser 
Beziehung nicht, sondern halte ihn lieber etwas breiter als schmäler. 
Die Tische werden mit einer Leinwand, welche jedoch im gegebenen 
Falle wieder entfernt werden kann, überzogen. Die Tische müssen 
stets außerordentlich rein gehalten werden, wie denn überhaupt in 
einer solchen Werkstätte die Reinlichkeit von nicht zu unterschätzender 
Wichtigkeit ist. Um die einzelnen Gefäße, welche die Tinkturen 
euthalten, aufzubewahren, pflegt man an der Mauer ein Gestell zu 
befestigen, welches jedoch nicht zu hoch befestigt werden soll, um 
nicht erst, mittelst einer Leiter die einzelnen Flaschen holen zu 
müssen, für die größeren Gefäße befindet sich unterhalb des Ar— 
beitstisches ein Brett. Ein weiteres Augenmerk ist auf die Be— 
heizung der Werkstätte zu legen. Es soll hier eine möglichst gleiche 
Temperatur herrschen und ist die Heizung mittelst warmer Luft, 
welche durch Röhren, die längs den Wänden hinlaufen, bewerk 
stelligt wird, bestens zu empfehlen. Um die Sonnenstrahlen nicht 
direkt eindringen zu lassen, sind Leinenvorhänge angebracht, jedoch 
so, daß zwischen dem Fenster und dem Vorhange ein Zwischenraum 
übrig bleibt, welcher eine Ventilation möglich macht. 
Ein jeder Arbeiter soll ferner mit Flaschen von verschiedenen 
Größen, in welchen sich die einzelnen Polituren und Lacke befinden, 
versehen sein; ferner ist ein Trichter, eine Maßflasche und eine 
Wage nothwendig, um die betreffenden Indegrienzen nach bestimmten 
Maßen und Gewichten gebrauchen zu können. Die Politurlappen, 
mit welchen die Arbeit hauptsächlich durchgeführt wird, sind ver— 
schiedener Art, und zwar benöthigt man solche, welche zu Beginn 
verwendet werdeu, ferner solche, welche zur Glättung der Ober— 
fläche vorzüglich beitragen sollen und endlich dritteus, Lappen, 
welche zum Schlusse des Polirens in Verwendung kommen. Die 
ersten bestehen aus weißer Watte, welche in einen Leinwandlappen 
gehüllt ist und eine längliche, ovale, handliche Form besitzt. Die 
zweite Art besteht aus einem langen Streifen von Tuch, welches 
aufgerollt wird, und zwar in der Weise, daß auf der einen Seite 
eine ebene Fläche entsteht. Die dritte Sorte der Lappen endlich, 
welche zum Schlusse benützt wird, besteht aus reinem Flanell. Zu 
den anderen Requisiten, die wir gebraͤuchen, gehören Bimssteime 
von sehr feiner Qualität, die verschiedenen Polituren, Lacke, Spi⸗— 
ritus, Leinöl, Sandelholz ꝛc. 
Wird die Arbeit nun begonnen, so muß vorerst getrachtet 
werdeu, die Fladern in schöner Weise herzustellen. Wir nehmen 
Erfindungen im Hochbauwesen 
und der damit zusammenhängenden Zweige. 
Der Weissang'sche Verbindungskitt. 
Es sind in neuerer Zeit so vielfache Mittel aufgetaucht, 
welche das Feuchtwerden der Wände verhindern, oder bereits feuchte 
Wände trocken machen sollen, daß wir es uns nicht versagen können, 
unseren Lesern einmal ein Mittel für diese Zwecke vorzuführen, 
welches durch eine langjährige Erfahrung seine Zweckmäßigkeit 
dargethan hat. 
Bekanntlich ist der Mauersalpeter eine der häufigsten Ur— 
sachen von dauernd nassen oder bei feuchter Witterung stetts naß 
werdenden Wänden. Derselbe entsteht vorzugsweise in Folge Ein— 
dringens stickstoffhaltiger organischer Stoffe in die Mauer, nament— 
iich durch Ausscheidungen von Menschen und Thüren, welche bei 
ihrer Zersetzung Salpetersäure und diese wieder in Verbindung 
mit dem Mauerkalk salpetersauren Kalk bilden. 
Aus diesem Grunde findet sich diese Erscheinung besonders 
an Abtritten, Viehställen, Jauchegruben, Abzugskanälen und 
Kloaken. 
Der salpetersaure Kalk oder Mauersalpeter ist ein zerflißliches 
Salz, er ist also hygroskopisch, d. h. er besitzt die Eigenschaft aus 
der Luft, je nach deren Feuchtigkeitsgehalt, mehr oder minder 
Wasser anzuziehen und bei trockenem Wetter wieder abzugeben. 
Die Mauern und Wände erscheinen daher abwechselnd mehr oder 
weniger oder auch dauernd feucht. 
Ist der Mauersalpeter auch zunächst nur an der äußeren 
Mauerfläche sichtbar, so wird er aber doch bald das poröse Mauer⸗ 
verk durchdrungen haben und an den inneren Wänden des Hauses 
erscheinen. Hier wird er zunächst die Anstrichfarben und Tapeten 
zerfressen, das Holzwerk zerstören, den Kalkputz zerfressen, sodaß 
er abfälit, und schließlich sein schleichendes Zerstörungswerk an 
den Mauersteinen selbst fortsetzen. 
Daß die Feuchtigkeitsbewegungen, Zersetzungsprozesse und 
deren moderige Ausdünstungen die Gesundheit der Menschen, be— 
ziehungsweise Thiere, welche sich in solchen Räumen aufhalten 
müssen, ungemein beeinträchtigen und schädigen, unterliegt durchaus 
keinem Zweifel.
	        

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