Full text: Deutsches Baugewerks-Blatt : Wochenschr. für d. Interessen d. prakt. Baugewerks (Jg. 44, Bd. 3, 1884)

Rezeptenkasten. — Bautechnische Rotizen. — Brief- und Fragekasten. 
640 
Durch die Herausgabe dieses Werkes scheint der Verfasser 
einem vielfach gefühlten Bedürfnisse und einigen Lücken in der 
Literatur über Bau- und Nutzhölzer abgeholfen zu haben. Die 
Abhandlung ist mit Rücksicht darauf erfolgt, daß das Werk das 
Holz sowohl als Rohmaterial für technische und gewerbliche Zwecke, 
als auch als Handelswaare in umfassender Weise bespricht. Dat 
Buch zerfällt in 2 Theile, von denen der erste das Holz allgemein 
behandelt und der zweite die Beschreibung von über 200 der 
wichtigsten europäischen und fremden Holzarten enthält. Der 
Preis des Werkes mit 5 Mk. erscheint nus als ein durchaus an— 
gemessener. 
Zur besseren Orientirung geben wir einen Ueberblick des 
Inhaltes. Erster Theil. Erstes Kapitel: Allgemeine Betrach— 
ungen über den Bau, die Beschaffenheit und die chemischen Be— 
standtheile des Holzes. Zweites Kapitel: Die physikalischen und 
technischen Eigenschaften der Hölzer. Drittes Kapitel: Fehler und 
Krankheiten, denen die Hölzer unterworfen sind. 4. Kapitel: Jusekten, 
Molusken und sonstige dem Holze schädliche Thiere und parasitische 
Gewächse. Fünftes Kapitel: Ueber die Dauerhaftigkeit, Fäulnif 
und Behandlung der Hölzer im Allgemeinen. Sechstes Kapitel: 
Formen und Dimensionen, in denen das Holz in den Handel 
komnitt. — A. Ganzholz, B. Schnittholz, O. Spaltholz. — 
Siebentes Kapitel: Auswahl von Bau- und Werkhölzern, mist 
Rücksicht auf ihre künftige Verwendung. Achtes Kapitel: Wald— 
statistik und Holzprodnktion der einzelnen Erdtheile und Länder 
(forstlicher und kommerzieller Theil). — J. Europa, II. Asien, 
III. Afrika, IV. Amerika, V. Australien. — Zweiter Theil 
Monographie der verschiedenen Holzarten, mit besonderer Rücksicht 
auf ihre botanische und geographische Abstammnnuag, alphabetisch 
geordnet. 
Kinfluß auf die Entwicklung dieser Industrie wird auch der Ausbau 
inseres norddeutschen Canalsystems sein. Die Arbeitslöhne für 100 Kg. 
euerfeste Steine betragen bei uns etwa Gi Pfg. 
Zufammensetzung, um Metalltheile und Gegenstäude 
aller Urt damit zu kitten. Gebrannter, feinpulverisirter Gips 
wird nach der „Fogr.“ mit einer Auflösung von arabischem Gummi in 
Wasser(1 Theil Gummi und 3 Theile Wasser) in einem Cement von 
zder Consistenz, wie man ihrer zur Anwendung bedarf, angefertigt. Dieser 
Kütt gestattet eine sehr vielfache Verwendung. Er eignet sich unter 
Anderen auch für Porzellan und für Gegenstände, die der Einwirkung 
bon Alkohol ausgesetzt sind Eine Mischung von Gips und pulverisirtem 
Hümmi wird auch als Geheimmittel um hohen Preis verkauft. 
Brief- und Fragekasten. 
Herrn Maurermeister X. in O. Es ist wohl möglich die Waschküche 
ruf dem Boden auzulegen, jedoch muß dabei mit äußerster Sorgfalt ver— 
ahren werden. Man hatte eine Zeit lang eine gewisse Vorliebe für der— 
irtige Anlagen, ist aber doch im Allgemeinen wieder davon zurückgekommen. 
Sine einsache Einrichtung einer solchen Waschküche ist folgende: Auf eine 
Jewöhnliche rauhe gespundete Dielung wird eine Lage Asphaltpappe gelegt 
ind auf diese eine doppelte Schicht Dachsteine in Cement mit wechselnden 
Fugen. Auf die Dachsteine wird eine Asphaltschicht oder eine Lage Cement 
hon 1,33—22, O cm Stärke gefertigt, welche an den Wänden einige Centimeter 
n die Höhe geführt werden muß. Dem Fußboden ist, wenn man ein 
zjäufiges Aufwischen des Wassers vermeiden will, eine leichte Neigung derartig 
u geben, daß das Wasser abfließen kann. Dieser Abfluß kann eventuell sehr 
weckmäßig mit dem Abfallrohr der Dachrinne in Verbindung gesetzt werden. 
Die Decke muß natürlich mit gutem Verputz versehen werden, auch ist für 
juten Abzug des Wrasens Sorge zu tragen. 
Herrn Maurermeister Sen. in R. Die Kittfalzthüren sind unserer 
Ansicht nach, wenn sie gut ausgeführt sind, durchaus gut und zweckmäßig, 
wenn auch alle Arten Balkenthüren ihrer größeren Dauerhaftigkeit wegen 
dorzuziehen sind; außerdem werden die Balkenthüren in der Regel eleganter 
)ergestellt, so daß der Ofen ein schöneres Aussehen erhält. Die Kittfalz— 
thüren werden wohl meist um deshalb häufiger angewendet, weil sie erheblich 
hilliger als Balkenthüren sind. 
Herrn Zimmermeister D. in C. Wenn Sie auch bei der Submission 
die billigste Offerte abgegeben haben, so ist trotzdem die Behörde nicht ver— 
flichtet, Ihnen die Arbeiten zu übertragen, da sie sich ja ausdrücklich die 
Auswahl zwischen den Submittenten vorbehalten hat. Welche Gründe die 
hetreffende Behörde gehabt hat, Ihnen die Arbeiten nicht zu übertragen, 
verden Sie wohl schwerlich erfahren, da dieselbe keine Verpflichtung hat, 
Ihnen auf eine derartige Frage zu antworten. Hätte z. B. die Behörde die 
ünsicht, daß für Ihre Offerte die qu. Arbeiten nicht gut und tüchtig aus— 
Jeführt werden können, so wäre dieselbe entschieden nur zu loben. Wir sind 
zwar nicht der Ansicht, daß der Mindestfordernde unter allen Umständen 
ausgeschloͤssen werden soll, aber wir glauben auch nicht, daß derselbe unter 
allen Umständen berücksichtigt werden muß. Wir haben diesen Gegensftand 
in einem längeren Artikel in diesem Jahrgange unseres Blattes ausführli—dt 
hehandelt. 
Herrn Bauunternehmer P. in A. Ueber Holzcementdächer finden Sie 
in dieser Nummer einen Artikel, der Sie hoffentlich befriedigen wird. Sollte 
dies nicht der Fall sein, dann bitten wir um Nachricht, oder Sie wenden 
sich am besten direkt an die Firma C F. Weber, Leipzig, Nonnenmühle, von 
wo Sie die auskömmlichste Auskunft erhalten werden. 
Herrn Architekt U. in F. Wenn Sie einen Putz der Facade her—⸗ 
ttellen wollen, der nicht gefärbt werden, aber einem röthlich braunen Sand— 
stein gleichen soll, so empfehlen wir Ihnen die Anfertigung eines Putzmörtels 
ius 2 Theilen Weißkalk, 3 Theil Cement, 3/, Theilen reinem scharfem 
Sand und n!/ Theilen feingemahlenem Ziegelmehl. Eine beliebige andere 
Färbung kann dieser Putz erhalten, wenn ihm ein geringer Zusatz von 
Mennige, Braunstein oder Chromgrün gegeben wird. 
Herrn Bauunternehmer Z. in T. Streitigkeiten selbstständiger Gewerbe 
treibender mit ihren Gehülfen überweist die Gewerbeordnung den Gewerbe— 
zerichten, gesteht jedoch jeder Partei das Recht zu, innerhalb zehntägige— 
Frist richterliche Entscheidung zu beantragen. Es würde Ihnen daher Rekurr 
in das Amtsgericht zustehen, welchen sie vom Tage der Verkündigung des 
Artheils binnen zehn Tagen zu rechtfertigen haben. Was die materiells 
Prüfung der Rechtsfrage anlangt, so können Gesellen und Gehülfen die 
Arbeit vor Ablauf der vertragsmäßigen Zeit und ohne vorhergegangenee 
Aufkündigung verlassen, wenn sie zur Fortsetzung der Arbeit unfähig werden, 
»der wenn bei Fortsetzung der Arbeit ihr Leben oder ihre Gesundheit einer 
rweislichen Gefahr ausgesetzt sein würden, welche bei Eingehung des Arbeits— 
»ertrages nicht zu erkennen war. Danach würde der Verklagte zu beweisen 
Jaben, nicht nur, daß er brustkrank ist, vielmehr auch, daß dieser Zustand 
hn an der Fortsetzung der Arbeit, im Gesundheits-Interesse, hindert, sowie 
»aß ihm bei Eingehung des Arbeitsverhältnisses dieser Zustand unbekannt 
zewesen sei. Die Entscheidung des Gewerberichters dürfte — die Richtigkeit 
der von Ihnen mitgerheilten Thatsachen vorausgesetzt — eine Abänderung 
im Rekurswege aus dem Grunde erwarten lassen, weil die Beweislast über 
einen Einwand dem Verklagten obliegt, weil er den Beweis nicht geführt 
hat und deshalb beweisfällig geblieben ist. Ebenso widerstreitet die Forderung 
— 
suchung des Verklagten zu leisten haben, den allgemeinen prozessualischen 
Beweisregeln, wonach derjenige, welcher den Beweis anbietet, auch den 
erforderlichen Kostenvorschuß zu bestellen hat. 
Herrn Architekt E. in G. Es dürfte entschieden anzurathen sein, im 
vorliegenden, Falle das Heidelberger Tonnen-System anzuwenden, über 
welches Sie in den Nummern 29 und 30 dieses Jahrgangs unseres Blattes einen 
ausführlichen Artikel finden. Nähere Auskunft mit genauem Kostenanschlag 
erhalten Sie über die Anlage durch die Firma „Vereinigte Fabriken zur 
Anfertigung von Sänitätsgeräthschaften vormals Lipowsky und Fischer 
(C. Maquet) Heidelberg, Il. Geschäft: Berlin C., Brüderstraße 13. 
Herrn Bautechniker P. in H. Es ist zur Zeit schwer zu bestimmen, 
welcher der beiden Kassen der Vorzug zu geben ist Vorläufig können wir 
uns für den Verband noch nicht recht erwärmen, die Sache scheint uns etwas 
zu wenig liberal behandelt zu werden; vielleicht aber irren wir uns. Die 
Zukunft wird es lehren, welche Kasse besser ist 
Rezeptenkasten. 
Das Verkupfern von Messing-Gegenständen ge— 
lingt in sehr einfacher Weise, wenn man die betreffenden Gegen— 
stände mit einem Eisendraht umwickelt und in verdünnte Schwefel— 
säure taucht. Aus den an der Oberfläche liegenden Messing-Theil— 
chen löst sich das Zink auf, während das Kupfer nicht gelöst wird 
und demzufolge als dünne Schichte auf der Oberfläche zurückbleibt 
Eine dauerhastere Verkupferung erreicht man aber, wenn man die 
betreffenden Gegenstände etwa eine Meiinute lang in eine aus 
10 Theilen Kupfer-Vitriol, 5 Thl. Salmiak und 160 Thl. Wasser 
bestehende Lösung eintaucht, dann, ohne sie abzutrocknen, so lange 
über einem Kohlenfeuer erhitzt, bis die reine rothe Kupferfarbe 
hervorgetreten ist. Endlich kann Messing auch dadurch verkupfert 
werden, daß man dasselbe einige Augenblicke lang in Salpetersäure 
taucht, die Säure rasch durch Wasser abspült und so lange über 
ein Kohlenfeuer erhitzt, bis das Metall anfängt schwärzlich braun 
zu werden. Dann taucht man es noch heiß in eine kupferhaltige 
Chlorzinklauge und kocht es eine Zeit lang darin, wobei man die 
Gegenstände mit einem Zinkstabe berührt. Durch das letztgenannte 
Verfahren erhält man eine schöne matte Kupferfarbe. 
Holzanstriche. Einen billigen Anstrich, welcher rasch 
trocknet, sehr hart wird und das Holzwerk ausgezeichnet konservirt, 
bereitet man, wenn man 300 Theile gewaschenen und gesiebten 
Sand, 40 Th. präzipitirten Kalk, 50 Th. Harz und 4 Th. Leinöl 
mit einander mischt und in einem eisernen Kessel kocht, worauf 
man 1 Th. Kupferoxyd und 1Th. Schwefelsäure zusetzt. Dieser 
Anstrich wird mit einem gewöhnlichen Farbenpinsel aufgetragen 
und, wenn er zu dick ist, mit Leinöl verdünnt. — Ein 'anderer 
guter Anstrich für Holzwerk wird gemacht, wenn man 3 Pfund 
Kolophonium in 20 Pfund Thran in der Wärme auflöst, dann 
von 10 Pfund Roggenmehl und 30 Pfund kaltem Wasser einen 
Brei macht und endlich 4 Pfund Zinkvitriol in 90 Pfund sieden— 
dem Wasser auflöst. Nun wird, der Mehlbrei in die heiße Zink— 
bitriol-Lösung eingerührt, endlich der Thran zugesetzt und Älles 
gut und gleichförmig durch Umrühren mit einander gemischt. Die— 
ser Anstrich kann nach Belieben mit Erdfarben vermischt werden 
und schützt das Holz vorzüglich gegen die Witterung und gegen 
Würmer. (New-Merker Techn.) 
Bautechnische Notizen. 
Deutsche und englische feuerfeste Fabrikate. Auf der 
Generalversammlung des Vereins deutscher Fabriken feuerfester Produkte 
in Berlin hob Or. Heintz hervor, wie sehr England von der Naͤtur zur 
Fabrikation feuerfester Produkte begünstigt ist. Oft werden Thon und 
Kohlen aus demselben Schachte gefördert. So wird in England mit 
großem Kapital eine kolossale Massenproduktion betrieben, welche dem 
Gedeihen der deutschen Industrie sehr hemmend in den Weg tritt. Wenn 
Deutschlands Fabrikation bis zu ihrer Erstarkung durch einen Schutzzoll 
vor dem Erdrücken durch die englischen feuerfesten Produkte geschuützt 
würde, so könnte sie viele tausend Hände mehr beschäftigen. Non' graßen 
Merpetione 
5iever in Berlin — Verlag von Julius Engelmann in Berlin. — Druck von » 
Unter Veranfwortlichkeit des Verlegers 
„A rmann in Berlin
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.