Full text: Deutsches Baugewerks-Blatt : Wochenschr. für d. Interessen d. prakt. Baugewerks (Jg. 45, Bd. 4, 1885)

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Zon der Zurichtung, dem Einrammen ꝛc. der Rostpfähle 
(Schluß folgt.) 
Von der Zurichtung, dem Einrammen und 
der Standfestigkeit resp. der Tragfähigkeit 
der Rostpfähle. 
(Schluß.) 
e. Stand- und Tragfähigkeit der Pfähle. 
Die Pfähle eines Rostes müssen so tief eingerammt werden 
und einen so festen Stand erhalten, daß sie die nach dem Bau— 
zrojekt berechnete Belastung mit voller Sicherheit tragen und nicht 
—D 
Bei allen Pfählen, welche durch sie umgebende Erde einen 
zjenügend festen Stand haben und mit ihren Spitzen in einem 
esten Grunde stecken, ist die Tragfähigkeit derselben nach ihrer 
rückwirkenden Festigkeit zu bemessen. In der Regel werden die 
Pfähle auf eine geringere Belastung beansprucht, als dieienige ist. 
velche ein Zerdruͤcken derselben herbeiführen würde. 
Stecken jedoch die Pfähle in einem weichen Boden, so er— 
reichen dieselben niemals eine ganz feste Stellung, und hier han— 
delt es sich darum, einen Maßstab dafür zu finden, wie tief ein 
pfahl bei der letzten Hitze mit dem Rammklotz noch in den 
Boden eindringen darf, um eine bestimmte Last mit aller Sicher— 
Jeit zu tragen. 
Leider hat man immer noch nicht hinreichend sichere Erfah— 
rungen über das Eindringen der Pfähle in verschiedene Boden— 
arten und unter gewissen gegebenen Bedingungen, so daß man 
äber die Standfestigkeit und Tragfähigkeit der Pfähle eine allge— 
nmein gültige Regel noch nicht hat aufstellen können. Gemeinhin 
schließt man von dem mehr oder weniger leichten Eindringen des 
Pfahles in den Boden bei der letzten Hitze auf die Standfestigkeit 
desselben. Wie verschieden die Ansichten hierüber noch sind, Feht 
us den Aeußerungen einiger bekannter Autoren über diesen 
Hegenstand hervor. 
Gilly läßt sich darüber folgendermaßen aus: 
„Nachdem man durch Bohrversuche oder Probepfähle, die 
nit aroßer Auimerksamkeit bis zur möalichsten Festigkeit ein— 
jeschlagen wurden, sich einigermaßen von der Tiefe des festen 
Hrundes und der erforderlichen Länge der Pfähle unterrichtet 
zjat, so kann man Pfähle, die ungefähr diese Tiefe erreicht haben 
ind in den letzten 3 bis 4 Hitzen, jede von 25 Schlägen und 
nit einem Bär von 14 bis 16 Centner, wobei der Bär 5 Fuß 
155 7mm) hoch gehoben oder geschnellt wird, nicht tiefer ein— 
zringen, als fest erklären, um ein massives Gebäude von drei 
Stockwerken darauf zu setzen.“ — Gemeinhin nimmt man an, 
in Pfahl stehe fest, wenn er in der letzten Hitze von 25 
Schlägen nur noch 1,, Zoll (ca. 6 mm) zieht und eriahrunas-— 
näßig genügt diese Grenze.“ 
Perronet sagt über diesen Gegenstand Folgendes: 
„Der Rostpfahl darf nur in dem Falle als hinreichend tief 
eingerammt angesehen werden, wenn er in jeder Hitze von 25 
dis 30 Schlägen nur 1 bis 2 Linien (2 bis 4 muy) eindringt, 
und dieses muß während mehrerer aufeinander folgender Hitzen 
zeschehen. Bei anderen Pfählen dagegen, die weniger belastet 
verden, kann man sich auch damit begnügen, daß sie in der 
Hitze noch 6 Linien (I, cm) bis 1 Zoll (2,5 cm) eindringen. 
Das gewöhnliche Gewicht des Rammklotzes für Grundpfähle be— 
rägt 6 bis 7 Centner, bei stärkeren Pfählen 12 Centner, die 
Fallhöhe 4,3 Fuß (1,4 w).“ 
Sganzin bemerkt über die Standfestigkeit der Pfähle: 
„Die Erfahrung und die Praxis haben bei großen Bauten 
zahin geführt, einen Pfahl als gehörig feststehend zu betrachten, 
im eine dauernde Belastung von 25 000 «g zu tragen, wenn 
r bei Anwendung einer Kunstramme in der Hitze von 10 
Schlägen mit einem Rammklotz von 600 kg Gewicht, der 3,6 m 
joch gehoben wird, nur noch einen Centimeter weit eindringt, oder 
venn die Zugramme angewendet wird, darf er bei einer Hitze 
von 30 Schlägen mit demselben Rammklotz, der 12mm hoch ge⸗ 
voben wird, sich gleichfalls nur einen Centimeter senken.“ 
Hagen GWasserbau J. Theil) führt folgendes Beispiel an: 
„Bei der Entwässerungsschleuse zu Catwyk in Holland trägt 
»er einzelne Pfahl 16600 Pfund und bei der Untersuchung des 
Pauarundes wurde die Länge der Pfähle danach bestimmt“ daß
	        

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