Full text: Deutsches Baugewerks-Blatt : Wochenschr. für d. Interessen d. prakt. Baugewerks (Jg. 45, Bd. 4, 1885)

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diteraturbericht. — Bautechnische Notizen 
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illen Nachbarhäusern Luft und Licht, diese beiden Hauptfaktoren 
er menschlichen Gesundheit, in der rücksichtslosesten Weise ent⸗ 
jogen werden. Die Aerzte erklären ferner, daß es ihnen fast un— 
nöglich ist, in solchen Gebäuden auftretende Fälle von Masern, 
Scharlach oder anderen ansteckenden Krankheiten zu isoliren, ein 
Uebelstand, der bei dem während dieses Sommers uns wahrschein— 
ich — trotz aller Vorsichtsmaßregeln — bevorstehenden Besuch 
zer Cholera sich in höchst bedenklicher Weise fühlbar machen dürfte. 
Dies sind einige der Hauptbedenken gegen diese kolossalen 
Beschäfts- und Miethshäuser, und dieselben riesen schon vor einiger 
Zeit eine Opposition in's Leben, welche die Einbringung eines 
»eschränkenden, Gesetz- Entwurfes in der New-NYorker Staats— 
Ldegislatur während der diesjährigen Sitzungsperiode veranlaßte. 
Dieser Entwurf bestimmt, daß die Höhe aller Wohnzimmer, welche 
»on mehr als einer Familie benußt werden, sich nach der Breite 
»er Straßen und Avenues richten soll, an welche sie mit ihrer 
Front grenzen. Die Höhe solcher Gebäude soll von dem Bürger— 
teig aus — und zwar in allen Fällen quer durch die Mitte der 
Façade des zu errichtenden Gebäudes (einschließlich der Dach— 
zufsätze, Attic und Mansarden-Geschosse) gemessen — siebenzig 
Fuß auf allen Straßen und Avenues, welche schmäler als sechzig 
Fuß, und achtzig Fuß auf allen breiteren Straßen und Avenues 
nicht übersteigen. 
Dieser Gesetzes-Vorschlag ist den Verordnungen der größeren 
»uropäischen Städte nachgebildet und ist leider noch nicht zum 
Besetz erhoben worden, da die Feinde desselben alle Anstrengungen 
nachen, um die Annahme desselben zu verhindern. Früher oder 
päter müssen aber solche gesetzlichen Bestimmungen eintreten, um 
den besagten Uebelständen Abhülfe zu schaffen. Je schneller dies 
iun geschieht, desto besser ist es, schreibt der „New-NYoörker Techniker“, 
dem wir diesen interessanten Bericht verdanken, für das Wohl der 
Stadt New-Nork. 
Lehrbuch der ebenen und sphärischen Trigono— 
metrie, mit Uebungs-Aufgaben für höhere Lehranstalten von 
Irx. Th. Spieker, Professor am Realgymnasium zu Potsdam. 
Mit in den Text gedruckten Holzschnitten, Potsdam 1885. Ver— 
ag von Aug. Stein. Preis 1,40 M. 
Der Herr Verfasser hat das Werk im ergänzenden Anschluß 
in sein Lehrbuch der ebenen Geometrie herausgegeben, wobei be— 
onders erwähneuswerth, daß dasselbe mit ausreichendem Uebungs— 
naterial ausgestattet ist. Das Werk ist in durchaus leicht ver— 
tändlicher Weise und übersichtlich abgefaßt, so daß es nicht allein 
ür höhere Lehranstalten, sondern auch für Baugewerkschulen und 
um Selbstunterricht geeiquet erscheint. —en— 
Bautechnische Notizen. 
Eine gute Dinte, deren Vortrefflichkeit die Redaktion unseres 
ßlattes selbst erprobt hat, liefert die Fabrik von Paul Strebel in 
Hera. Genannte Fabrik hat sich seit einer Reiche von Jahren die Her— 
tellung eines ausgezeichneten Fabrikates zur Aufgabe gemacht und liefert 
etzt für alle Zwecke und Berufsarten, in allen Farbea, und Qualitäten 
ine Dinte, die den weitgehendsten Ansprüchen Genüge leistet. Wir 
mpfehlen unseren Lesern den directen Bezug einer Probesendung der 
ꝛerschiedenartigsten Sorten, um für einen längeren Zeitraum mit einer 
virklich brauchbaren Dinte versehen zu sein. u. 
Ueber Kalkmörtel mit Beimengung von Torfasche 
erichtet die „Keramik“ wie folgt: Die Bereituͤng dieses Mörtels, welcher 
ich durch große Bindekraft und schnelle Erhärtung auszeichnet, geschieht 
n folgender Weise: Dem in der Kalkbank wie gewöbnlich gelöschten und 
tark mit Wasser verdünnten Kalk wird Torfasche von zwei bis dreimal 
oviel Volumen als Kalk zugesetzt, welche mit dem Kilk sorgfältig ge— 
nengt wird. Diese Mischung wird, in die Kalkgrube abgelassen und in 
Bezuͤg auf die Sandbeimengung bei Bereitung des Mörtels ganz wie 
einer Kalkmörtel behandelt. Dieser Mörtel eignet sich besonders zum 
werputz solcher Mauern, die der Witterung stark ausgesetzt sind, sowie 
um' Verstreichen der Säume und Firste bei Ziegeldächern, doch darf nur 
anz trockene, weiße oder schwachgelblichweiße Torfasche, dazu verwendet 
erden. auch ist der so bereitete Mörtel möglichst schnell zu verarbeiten. 
Literaturbericht. 
Baldamus' Katalog aller Erscheinungen auf dem 
Gebiete der Bau⸗-, Maschinen- und Eisenbahnkunde, des 
Telegraphen wesens, Bergbaus, der Hüttenkuude und 
Elektrotechnik, welche in den Jahren 1880—1884 erschienen 
ind. Leipzig 1885. Verlag der J. C. Hinrichs'schen Buchhand— 
ung. Preis 2 Mt. 
Die in den letzten Jahren so überaus stark angeschwollene 
Literatur über alle Fächer des Bauwesens und verwandter Zweige 
macht ein Nachschlagebuch zur unumgänglichen Nothwendigkeit und 
chon aus diesem Grunde dürfte obiges Werk von allen Ange— 
zehörigen des Baufaches, speziell aber von denen, welche die Fort— 
schritte im Bauwesen zu verfolgen wünschen, mit aroßer Genug— 
huung begrüßt werden. 
Aber noch aus einem anderen Grunde verdient dies Werkchen 
zie uneingeschränkteste Empfehlung für unsere Leser: Es kann vollen 
Anspruch auf Zuverlässigkeit und ausgezeichnet praktische Einthei— 
lung des überaus reichen Stoffes erheben. Dafür bürgt einerseits 
der Name des Bearbeiters, ein auf dem Gebiete der Bibliographie 
dielfach bewährter Fachmann, andererseits die Verlagshandlung, 
welcher wir seit vielen Jahrzehnten eine Reihe der vortrefflichsten 
Bücher-Kataloge zu verdanken hatten. Das am Schluße beigegebene 
Beneralregister setzt den Leser in den Stand, mit Leichtigkeit die 
literarischen Erscheinungen über jede Spezialität, jedes Detail auf—⸗ 
nuschlagen, und solch' einen Wegweiser wird sicher Jedermann in 
einer Thätigkeit mit größtem Nutzen verwerthen können. b — 
Journal für Bau⸗ und Möbel-Tischler von Max 
Bräf zu Erfurt. Prämirt mit der goldenen Medaille zu Eger 
1871, sowie mit der großen silbernen Medaille auf den Industrie— 
uind Gewerbe-Ausstellungen zu Linz, Altona, Wittenberg, Merse⸗— 
»urg ꝛc. Dreiunddreißigster Jahrgang. Heft 1. Halle a/ S. 
Berlag von Wilhelm Knapp. 1885. 
Das in jährlich 12 Heften à 1,50 M. erscheinende Werk 
vird herausgegeben von Herrn Max Gräf, welcher sich speziell 
mit dem Entwerfen von Tischlerarbeiten jeder Art beschäftigt. Das 
ius vorliegende Heft 1 dieses Jahrgangs enthält auf Tafel 1, 
olorirt, Damen-Schreibtisch in Ansicht und Grundriß, Bücher⸗ 
chrank in Ansicht und Vertikow in Ansicht und Grundriß; auf 
Tafel 2 ein Portal und eine Speisezimmerwand, auf Tafel 3 
»in Baldachin- Sopha in Vorder⸗- und Seiten-Ansicht und einen 
Spiegel in Vorder⸗ und Seiten-Ansicht. Dem Hefte sind außer⸗ 
dem zwei Detailbogen beigelegt, welche auf vier Seiten die Details 
)er auf den 3 Tafeln gegebenen Gegenstände enthalten. Tafeln 
uind Detailbogen sind in sauberer und korrekter Weise hergestellt, 
io daß wir unseren Lesern das Werk bestens empfehlen können. 
— 7. 
Die Aufbewahrung des Eises im Kleinen. Es in gerade 
in der Jahreszeit, wo die Benutzung von Eis am meisten nöthig wird, 
ft fehr schwierig, kleinere Mengen von Eis auch nur, verhältnißmäßzig 
urze Zeit ohne allzu beträchtlichen Verlust aufzubewahren. Das Ein— 
üllender mit Eis gefüllten Gefäße in Bettzeug ist, wenn auch etwas 
imständlich, doch immer noch das Beste, was man ohne besondere Ein— 
ichtung thun kann. Eigentlich bedürfte man zur rationellen Ausbewah— 
ung des Eises im Kleinen in der Haushaltung eigener dickwändiger 
Hefaͤße aus einem die Wärme schlecht leitenden Material, wozu bei orer— 
lächlicher Betrachtung blos das Holz als in jeder Beziehung geeignet 
elten dürfte. Aber Holzgefäße, wenn in solcher Dicke und Stärke aus 
holz gedreht, werden ziemlich kostspielig, oder, wenn sie aus mehr— 
achen“Bretterlagen zusammengesetzt werden sollen, so ist dies kaum 
ninder der Fall und die Wirkung ist wohl nicht ebenso gut. Ebenso 
verden solche Gefäße für den Allgemeingebräuch zu kostspielig, wenn man 
je mit doppelten Wänden aus Metallblech oder Holz mit die Wärme 
chlecht leitender Füllung herstellt und diese Umstände haben eben gemacht, 
zaAß bis heute wirklich noch keine praktischen, dabei genügend billigen Ge— 
aße zur Aufbewahrung von Roheis in kleinen Quantitäten für die Haus— 
altung existiren, und daß dem so ist, liegt hauptsächlich in dem Mangel 
ines richtigen Materials, welches nicht zu schwer zur Herstellung massiver, 
zie Warme schlecht hindurchleitender Gefäße erscheinen muß. Der gewöhn⸗ 
iche Töpferthon ist hierzu nicht verwendbar, denn er ist erstlich zu schwer 
ind leitet auch die Wärme immerhin noch zu gut. Dagegen haben wir 
in fuͤr den beregten Zweck ganz vortreffliches Material in der frischen 
korfmasse, welche mit außerordentlich geringen Kosten überall zu be— 
chaffen ist. Aus der frischgestochenen, guten älteren Torfmasse lassen 
ich leicht runde Gefäße aller Art, mit sehr dicken Wandungen presfen, 
velche allerdings etwas schwer trocknen, aber dann die Wärme auch sehr 
chlecht leiten, dieselbe also gut halten, dabei auch nicht allzu schwer und 
ucht besonders brüchig erscheinen, und dabei sehr billig geliefert werden 
zunen. Damit das Eis direkt in sie eingefüllt werden kann, müssen 
ie Torfgefäße innen einen wasserdichten Ueberzug mit Theer oder Asphalt 
rhalten“ Sie werden oben mit einem Deckel, ebenfalls aus Torfmafsse, 
icht geschlossen. Sie können in jeder Größe, für Eisfassung von 1bis 
O Pfund hergestellt werden und stellen eine neue industrielle Ver— 
herthuͤng des Torfes vor. Selbstverständlich kann man solche Natur—⸗ 
Ffolir⸗Gefäße wie zur Anfbewahrung von Eis, also zum Kühlhalten, ebenso 
jut auch zum Warmhalten, etwa von Speisen u. s. w. benutzen es ist 
ilso deren Anwendung eine doppelte. 
Zur Herstellung einer schwammsicheren Fußboden⸗ 
Konfstruktion empfiehlt Ingenieur H. Klette in Zittau, die Dielen⸗ 
ager auf eine eiserne Ünterlage in Holzasphalt zu verlegen, die Aus⸗ 
üllung unter der Diele mit Asphaltfilzplatten abzudichten und, um die 
dielung felbst einen Asphaltfries anzufertigen. — Das häufige Anfaulen 
er Zaünpfähle und anderer Holztheile, welche in nassem oder feuchtem 
Erdboden stehen, kann ebenfalls durch Anbringung geein Asphalt⸗ 
ekleidungen vermieden werden. — Der laufende Meter Holzasphalt. 
jelenlager kommt auf ungefähr 2 Mark zu stehen, desalcichen die Ab⸗ 
ichtund mittelst Asphaltfilzplatten
	        

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