Full text: Deutsches Baugewerks-Blatt : Wochenschr. für d. Interessen d. prakt. Baugewerks (Jg. 45, Bd. 4, 1885)

nochheerd mit Luftheizkammer für kleinere Wohnungen. 
Kochheerd mit Luftheizkammer für kleinere Wohnungen. 
(Hierzu 5Fig. 
Der in den untenstehenden Zeichnungen dargestellte Kochserrd Fußboden in das zu erwärmende Zimmer; von da geht dieselbe 
jat außer für die Bereitung der Speisen auch für die Erwärmung als Verbrauchsluft um 15 bis 20* C. abgekühlt durch die dicht 
hes oder der anstoßenden Zimmer zu dienen. In einem Arbeiter- über dem Zimmerfußboden angelegte Oeffnung wein den Kanalq 
vohnhause für 4 Familien ausgeführt, ist derselbe vollständig aus- 1und von da neben dem über rubeginnenden Schornsteinrohr u in's 
eichend, 100 Kbm Raum in angemessener Weise durch Luftheizung Freie. Die Anlage funktionirt zu vollster Zufricdenheit; sie hat 
zu erwärmen, so zwar, daß nicht etwa eine einfache Erwärmung en großen Vortheil, die Zuführung frischer Luft von dem Willen 
her Zimmerluft wie bei Kachelöfen oder eisernen Oefen eintritt, der Bewohner, der dem oft entgegen ist, unabhängig zu machen, 
sondern so, daß gleichzeitig fuͤr voll ausreichende Ventilation mit indem bei etwa geschlossener Klappe v zwar keine Luft, aber auch 
Zuführung frischer, warmer und Abführung der verdorbenen Luft keine Wärme in das Zimmer gelangt. 
jesorgt ist. In dem vorliegenden Falle ist diese Ausführung ge— Die Ausnützung der Wärme und des Brennmaterials ist hier 
wählt worden, weil die zur Wohnung gehörigen Räume sehr klein die möglichst vollständigste, die Konstruktion anßerordentlich einfach 
varen; ein Ofen hätte deshalb in dem Zimmer die Unterbringung uind billig. Eine ebenfalls sehr einfache Vorrichtung aus einem 
der Möbel sehr behindert und ist auf diese Weise erheblich an Fisenblechrohr ermöglicht, im Sommer die Heizgase, statt durch 
Raum gewonnen, ein Moment, das gerade für Arbeiterwohnungen das in der Luftkammer liegende eiserne Rauchrohr nw, direkt in den 
on Bedeutung ist. Schornstein u zu führen, dessen Wandung nach dem Ventilations 
Hrundrike na*2 
Grundrif * 
Ouerschnitt nach o— 
— V—— 
0. 
— 
— n 
Maaßstab. 
Wie aus den Zeichnungen zu ersehen, führt ein unter dem 
gepflasterten Küchenfußboden liegender, mit a/, Stein starken Wänden 
gemauerter Kanal (s) direkt von außen frische Luft unter den aus 
Backsteinen errichteten, mit eiserner Lochplatte abgedeckten Heerd, 
steigt durch eine Oeffnung in der Decke des Kanals in die Luft— 
ammer t, wird da an den Wandungen der sie begrenzenden und 
zurchstreichenden Feuerzüge m und m (letzterer aus einem Eisen— 
lechrohre hergestellt), je nach der stärkeren oder schwächeren Hei— 
zung um 30 bis 400 C. erwärmt und strömt durch den senkrechten 
Kanaler mittelst der Oeffnung v in etwa 2 m Höhe über dem 
rohr q also stets erwärmt, die Aspiration der schlechten Luft aus 
»em Zimmer auch während des Sommers bewirkt, während die 
rische, von außen durch die Kanäle s und xr einaeführte Luft ebenso 
beständig in das Zimmer strömt. 
Zuͤr Erläuterung der Heerdkonstruktion sei bemerkt, daß die 
Feuergase vom Rost aus seitlich über die Feuerbrücke o, unter der 
eisernen Heerdplatte hinwegstreichend, in den fallenden Zug J, von 
da durch den horizontalen Zug min das in der Luftkammer liegende 
Eisenrohr mund schließlich dürch das Rohr x in den Schornstein 
u gelangen. Auf ihrem Wege umstreichen sie den inmitten des
	        

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