Full text: Deutsches Baugewerks-Blatt : Wochenschr. für d. Interessen d. prakt. Baugewerks (Jg. 45, Bd. 4, 1885)

Lilla des Herrn Baron v. S. auf dem Mönchsberge bei Salzburg. 
Villa des Herrn Baron v. S. auf dem Mönchsberge bei Salzburg. 
Hierzu 4 Fig.) 
Die in den nachstehenden zwei Grundrissen und zwei An— 
sichten dargestellte Villa wurde im Jahre 1875 nach den Plänen 
des Unterzeichneten erbaut. Der Mönchsberg auf dem linken und 
der Kapuzinerberg auf dem rechten Ufer der Salzäach bilden eine 
Thalenge, in welcher die Stadt Salzburg liegt. 
Von beiden isolirt liegenden Bergen, namentlich aber von 
dem Möönchsberge aus hat man eine entzückende Aussicht auf die 
Stadt und das Thal der Salzach. Vas Terrain, welches der 
Herr Baron v. S. in Berlin auf dem Mönchsberge erworben 
hatte, fällt von Osten nach Westen ziemlich bedeutend ab und 
wird von der 
Südostseite von 
Fichten- und 
Laubwald ein— 
geschlossen; an 
der Nordseite 
führt die Land— 
itraße vorbei, 
an welcher noch 
mehrere Villen 
indLandhäuser 
liegen. 
Da die 
Villa nur als 
Sommey⸗ 
iufen'halt für 
den Beuverund 
eine Jemwilt 
dient, id nintx— 
den nur die tube 
inen sol h— 
nothwendigen 
stäumlichkeiten 
»erlangt und 
n zwei Stock— 
verken anter— 
lehracht In 
Betreff det 
äußeren Gestal 
tung wünschte 
der Herr Ba— 
ron, daß von 
)dem gewöhn— 
ichen moder— 
ien Villenstil 
ibgesehen, niel⸗ 
nehr ein Stil 
zewerhlt werde, 
der an die Bau— 
veise im Mittel⸗ 
ilter erinnerte, 
nn Folge dessen 
)as Gebäude 
einen burgähn— 
ichenCharakter 
erhalten hat. 
Fig. 1 
Grundriß 
»es Erdge— 
yHosses. Es 
bezeichnet: 
die Unter—⸗ 
resp. Durch⸗ 
ahrt, d den 
Eingangsflur, 
auf welchem J 
ein geräumiger Garderobenschrank aufgestellt ist. Von diesem 
Flur gelangt man rechts nach der in einem besonderen Thurmbau 
segenden, aus Werksteinen hergestellten Wendeltreppe, und gradaus 
iach dem Vorzimmer c, welches, wenn die Familie keinen Besuch 
hat, auch als Speisezimmer benutzt wird; d Bibliothek- resp. 
Arbeitszimmer des Herrn; e einen großen Salon, fdas Zimmer 
her Dame des Hauses. Vor dem Salon iegt eine Terrasse, von 
welcher man eine herrliche Anssicht auf die Gartenanlagen und 
die Stadt Salzburg hat. 
Fig. 2: Grundriß der oberen Etage. Es bezeichnet: 
den Vorflur; i ein Vorzimmer: k, l. m Schlaf- und Fremden⸗ 
zimmer;e en das Boudoir der Dame 
Im Souterrain befindet sich außer der großen Koch- und 
Waschküche unter «, ein Badezimmer unterht, eine Dienerstube 
unter dem durch eine Wand getheilten Bibliothekzimmer d; die 
andere Hälfte dieses Raumes dient als Speisefkammer. Unter e 
ist in dem vorderen Theil ein kleiner Weinkeller durch eine Quer— 
wand abgeschlagen. Der Raum unter der Terrasse dient zur 
Aufnahme von Brennmaterial und Geräthschaften. Sämmitliche 
säume des Souterrains sind überwölbt und mit Steinvlatten ge— 
iflastert. 
Im Dachraum sind einige Schlafkammern für die Köchin 
und weibliche 
Bedienung ein— 
gerichtet; der 
übrige Dach— 
raum dient als 
Trockenboden. 
Die Dächer 
sind mit Schie 
ker eiugedeckt. 
Die oberste 
Etage des 
Treppenthur— 
mes ist als 
Aussichtsthurm 
ausgebildet und 
auf der West— 
und Südseite 
mit Balkons 
versehen, von 
welchen man 
eine lohnende 
Aussicht auf 
die entfernteren 
Umgebungen 
oon Salzburg 
hat 
J. 
Erdaei⸗ 
Eine an 
dem östlichen 
Abhange nahe 
gelegene Quelle 
wurde an 
ihrem Ur— 
sprunge in 
einem massiven 
Bassin einge— 
faßt und von 
da in einem 
offenen Graben 
durch die 
Gartenanlagen 
geleitet, sodaß 
es weder an 
qutem Trink— 
wasser, noch au 
Wasser zum 
Kochen und 
Waschen, sowie 
zur Pflege der 
Blumen und 
Gewächse fehlt. 
Ueber der 
großen Mauer— 
öffnung im 
Salon liegen 
zwei von 
inten und an den Seiten mit Brettern verkleidete eiserne Träger. 
velche das obere Mauerwerk tragen. 
Die Pidcen d, e, kterhalten Parquetfußböden, die übrigen 
Zimmer in beiden Etagen sind mit gehobelten und gespundeten 
Krettern gedielt. 
Die Wände der Räume d, e, k sind bis zur Brüstungshöhe 
nit Paneelen bekleidet. Decken und Wände in beiden Etagen sind 
X 
n runder Summe 50000 Mark. 
Fig. 2: Obere Eto— 
Fig. 3 und 4 umstehend.) 
Knäbel.
	        

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