Full text: Deutsches Baugewerks-Blatt : Wochenschr. für d. Interessen d. prakt. Baugewerks (Jg. 45, Bd. 4, 1885)

Berichte aus verschiedenen Städten. — Erfindungen. — Bautechnische Notizen. 
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8 13. 
Von den Schülern, weiche sich an der Schlußprüfung be— 
heiligen, kann auf Anordnung des kgl. Staatsministeriums des 
Junern für Kirchen- und Schulaugelegenheiten eine Prüfungs— 
gebühr erhoben werden; dieselbe ist vor dem Beginn der Prüfung 
zu erlegen, eine Rückerstattung derselben findet nicht statt. 8. 
die Wamsler'schen Fabrikate sich ohnedies ihrer soliden Bauart 
und ihres geringen Brennmaterialverbrauchs halber eines großen 
Rufes erfreuen 
Literaturbericht. 
Berichte aus verschiedenen Städten. 
Berlin. Mit der Herstellung von Hebevorrichtungen 
ür Steine und Mörtel auf'Neubauften scheint es für die nächst— 
‚ährige Bauperiode nunmehr Ernst werden zu sollen. Wie mit— 
zetheilt wird, hat sich ein hiesiger Unternehmer zum Studium der 
betr. Einrichtungen nach Eugland begeben und beabsichtigt, dem— 
nächst derartige Hebevorrichtungen zur Benutzung bei Berliner 
Neubauten banen zu lassen. Es sind bei Herstellung derselben 
nsofern große Schwierigkeiten zu überwinden, als das Material 
direkt an den Verbrauchsort, also zu den Maurern selbst, durch 
die Hebevorrichtung zu bringen ist, weil andernfalls durch das 
Umladen Kosten und Unbequemlichkeiten entstehen 
Berlin. Für die wachsende Bedentung unserer geschäft— 
ichen Bezichungen zu Ostasien, speziell Japan, spricht die That— 
ache, daß die Heizungs- und Lüftungsaulage im Kaiserpalaste zu 
Tokio einer Berliner Firma zur Ausführung übertragen ist. Die— 
elbe Firma, Rietschel u. Henneberg, richtet auch die Heizung und 
Leistung im Kaiserpalaste zu Straßburg ein. 
Mannheim. Am 27. Oktoberc. hat sich bei den Bauten, 
die angenblicklich zur Erweiterung des Hafens hier ausgeführt 
verden, ein schrecklicher Unglücksfall dreignet, der den Tod 
weier Arbeiter im Gefolge hätte. In der Nähe der Mannheimer 
Lagerhausgesellschaft ist man mit der Herstellung der Wasserpfähle 
für eine neue Drehbrücke beschäftigt. Die Fundamentirungsarbeiten 
werden hierbei bekanntlich in einem großen verschlossenen eisernen 
Behälter ansgeführt; eine Maschine führt demselben Luft zu und 
ab und verhindert zugleich das Eindringen des Wassers. Als nun 
an einem der letzten Tage wieder 6Arbeiter in dem Behälter 
varen, versagte plötzlich das Luft-Abführungsventil den Dienst. 
Da immer frische Luft zugepumpt, und dieselbe im Innern des 
Behälters stark komprimirt wurde, explodirté derselbe der Deckel 
PPrang auf und das Wasser drang in die Giocke ein. Hierbei 
»erunglückten zwei italienische Arbeiter, die auf der Stelle todt 
blieben, während ein dritter in bewußtlosem Zustande nach dem 
Krankenhaus gebracht wurde. Doch befindet er sich ietzt außer 
Lebensgefahr. 
Das Hotelwesen der Gegenwart, von Eduard 
Buyer, mit 73 in den Text gedruckten“ Drigai-Plaͤnen. Zweite 
Rurchgesehene und erweiterte Auflage. Zürich 1883 Borlaag don 
Orell, Füßli KCo. 
Das uns nunmehr vollständig vorliegende Werk, ein statt— 
icher Prachtband von 360 Seiten, hat bis zur lJetzten Seue in 
»ollstem Maaße gehalten, was die erste Lieferung und die Buch— 
inzeige versprachen. Da wir bereits früher eingehend das Guyer'sche 
Buch beschrieben, können wir uns heute auf 'eine nochmalige Em— 
»fehlung des anziehend geschriebenen Werkes beschränken, das ge⸗ 
viß mit großem Nutzen von allen mit dem Hotelwesen in Be— 
ührnng Kommenden gelesen wird. Sollte, was wir von ganzem 
Herzen hoffen, die rührige schweizerische Verlagshandlung in die 
Lage kommen, eine nochmalige Neuguflage des vorstehenden, den 
wichtigen Gegenstand geradezu als Wissenschaft behandeluden Werkes 
zu veraustalten, so möchten wir derselben nur eine gründliche Aus— 
merzung der übermäßig vielen, oft ganz unnöthigen, durch schönere 
deutsche Ausdrücke leicht zu ersetzenden Fremdwörter anempfehlen. 
Wenn wir auch gern zugeben wollen, daß sich gerade im Hotel— 
wesen der Fremdwörter-Unfug mehr wie in allen anderen Betuͤeben 
breit zu machen beliebt und hier nicht gar leicht Wandel geschafft 
werden kann, so wird es doch dem Verfasser, der im Uebrigen 
einer Aufgabe in so meisterhafter Weise gerecht geworden, nicht 
chwer fallen, ein für deutsche Leser brechnetes Buüch auch in deutscher 
Surache zu schreiben. 
Porträt des Herrn Staatsministers A. May— 
bach, Minister der öffentlichen Arbeiten und Chef des Reichs— 
amtes für, die Verwaltung der Reichseisenbahnen. Nach dem 
Leben gezeichnet vom Portraͤtmaler G. Eugelbach und von dem 
Herrn Minister mit Namenszug und dem Wahlspruch: „Gerade 
ind Fest“ eigenhändig unterzeichnet. Pppiergröze 48: 60 ẽuꝛ, des 
Bildes 30: 4) cm. Künstlerdruck auf chines. Papier à Exemplar 
4 4Mk. (GVerlag der Hofbuchhandlung Herm. J. Meidinger— 
Rorl3 6* 
as sprechend ähnliche und gut ausgeführte Bildniß des um 
das Berg-, Hütten-, Salinen- und Bauwefen des preußischen 
Staates, des um die Fortschritte der Technik, ganz besonders aber 
im die Entwickelung des deutschen Eisenbahnwesens so hochver— 
dienten Leiters der öffentlichen Arbeiten und Chefs des Reichs— 
eisenbahnamtes, wird dessen vielen Verehrern und allen Behörden 
uind Beamten seiner Verwaltung als Wandschmuck hochwillkommen 
ein — 
Erfindungen. 
Die fselbstthätige Füllung des Wasserschiffes 
von Kochherden gehoͤrt zu den neuesten und wohl auch prak— 
ischesten Erfindungen, auf welche Herr Hoflieferant Friedrich 
Wamsler, Kochherde- und Ofenfabrik in München, den deut— 
schen Reichspatentschutz in Anspruch nahm. Die Vorrichtung, 
velche an jedem Kochherde auch nachträglich angebracht werden 
'ann, besteht aus einem auf dem Herde selbst stehenden, mit dem 
Wasserschiffe und der Wasserleituͤng in Verbindung gebrachten 
upfernen Ständerrohr von ca. 12 cm Durchmesser und 60 —- 70 cm 
Höhe, in dessen halber Höhe der eigenartig konstruirte Patenthahn 
ungebracht ist. Sobald der Griff des Patenthahns umgedreht, 
resp. so gestellt wird, daß unter ihm heißes Wasser herausfließt, 
itrömt im nämlichen Momente das gleiche Quantum kalten Wassers 
aach und füllt sich somit das Wasserschiff automatisch. Der 
Wasserstand im Schiffe bleibt stets der gleiche, ein Leerwerden 
dieses erscheint vollständiag ausageschlossen, ehenfo eine Nernnreiniaung 
s Wassers. 
Vergegenwärtigt man sich, wie es trotz der größten Vorsicht 
und bei dem besten Willen des betreffenden Küchenpersonals oft 
inmöglich ist, nach der Entnahme von heißem Wasser sofort kaltes 
nachzufüllen und hierdurch großen Unzukömmlichkeiten vorzubengen, 
o ergiebt sich der Nutzen der Erfindung Wamsler's von selbst. 
Das Wasserschiff kann nicht mehr verbrennen und dadurch defekt 
verden, hierdurch ersparen sich die Kosten und Unbequemlichkeiten, 
die mit dessen Herausreißen und Ausbessern verbunden sind, wobei 
lüberdies der Herd selbst besser geschont bleibt. Da Heizröhren— 
ystem oder Schwimmknugelbahn, wie bei bisher ähnlichen Zwecken 
dienenden Vorrichtungen, bei Wamsler's selbstthätiger Füllung 
vollständig vermieden sind, so ist Kesselsteinbildung und in Folge 
dessen Explosion oder Nichtfunktioniren absolut unmöglich. 
Daß diese für jede größere Küche, hauptsächlich aber für das 
Hotelwesen wichtige Erfindung sich rasch Bahn brechen und die 
weiteste Verbreitung inden wird, ist kaum zu bezweifeln, zumal 
— 0 
Bautechnische Notizen. 
Aunstrich auf Cementyputz. Es ist in technischen Zeitschriften 
viederholt hervorgehoben worden, daß Oelfarbenanstrich auf frischem 
Fementputz unhaltbar ist, weil die noch längere Zeit nach Erhärtung 
»es Putzes stattfindenden Ausscheidungen von Wasser und Kalk die Oel— 
arbe zerstören. Gelegentlich ist auch angegeben worden, daß mindestens 
—4 Monate nach Herstellung des Putzes vergehen müßten, ehe ein 
Delfarbenanstrich vorgenommen werden dürfe. Diese Zeit ist indeß nach 
inderwärts gemachten Erfahrungen zu kurz bemessen. Die auf die Oel— 
arbe zerstörend wirkenden Ausscheidungen aus dem GCementputze dauern 
in bis zwei Jahre lang, und es sollte als Regel gelten, daß vor Ablauf 
des zweiten, auf die Anfertigung des Putzes folgenden Frühjahrs niemals 
ein Oelfarbenanstrich aufgebracht wird. Allerdings muß zugegeben werden, 
daß es nicht schön aussieht, wenn eine Putzfaçade zwei Jahre lang in 
dem schmutzig gelbbraunen Naturtone des Cementes steht. Dem ist aber 
eicht durch einen einfachen Cementfarbenanstrich abzuhelfen, welcher den 
Ausscheidungen aus dem Cementputze freien Durchzug gestattet. Die 
Farbe zu diesem Anstrich wird entweder nur aus Gement und Wasser 
nit etwas Zufatz von Schwarz bereitet, oder es wird, um sie haltbarer 
und fester haftend zu machen, statt des Wassers Wasserglas verwendet 
ind so das Material für den sogenannten Cementsilikatanstrich gewonnen 
Beide Arten des Anstriches können sofort nach erfolgtem Trocknen des 
Putzes aufgebracht werden und nehmen einen schönen grauen Ton an. 
Bei einigermaßen sorgfältiger Anfertigung dieses Anstriches kann derselbe 
»urchgus gleichfarbig und fleckenlos hergestellt werden; bei Anwendung 
»on Wasserglas bleibt die Farbe jahrelang unverändert. Auch farbige 
Drnamente aus Wasserglasfarben lassen sich auf solchem Anstriche au 
ringen und sind meistens auf der besonders günstigen grauen Grund— 
arbe von guter Wirkung. Wenn nach Werlauf, der zum vollständigen 
lustrocknen des Cementputzes erforderlichen Zeit die Herstellung eines 
Delfarbenanstriches noch beliebt wird, so steht dem weder ein vorhandener 
cementfarbenanstrich noch ein Cementsilikatanstrich in irgend welche— 
Veise hindernd entagegen. sEentralbl. f. Bauverw.)
	        

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