Ueber die Fundirungen der Bauwerke. — Ein modernes Normal-Schulgebäude in Amerika.
Wasserrohrstrang im Treppenhause oder einer anderen, für
ille Miether der Hinterwohnungen zugänglichen Stelle mit
einer Zapfstelle angelegt wird, während die übrigen Rohr—
tränge bei Eintritt größerer Kälte und während der ganzen
Dauer derselben abgesperrt und entleert werden.
Es ist dieses Verfahren immer noch billiger, gesund—
Jeitlich vortheilhafter und für die Miether bequemer, als die
Anlage eines Hofbrunnens, dessen Einfrieren außerdem auch
ehr schwer zu verhüten ist.
Diese Ausführungen, die wir aus dem „Grundeigenthum“
wiedergeben, bedürfen noch einer Ergänzung insofern, als es
vünschenswerth ist, die Anlage- und Betriebskosten, sowie
Vor- und Nachtheile der Centralheizung gegen Oefen ab—
zuwägen; dies behalte ich mir für einen späteren Aufsatz vor,
da der Zweck dieser Zeilen zunächst war, grundsätzlich zu
zeigen, daß die Centralheizung geeignet ist, die genannten
Mängel in unseren hauswirthschaftlichen Einrichtungen wesent—
lich einzuschränken, bezw. ganz zu beseitigen.
Ueber die Fundirungen der Bauwerke.
Eine der vorzüglichsten Bedingungen, welche bei Aufführung
eines jeden Bauwerkes von irgend einiger Bedeutung zunächst
erfüllt werden muß, ist die Herstellung eines festen Untergrundes,
venn derselbe nicht bereits vorhanden ist, indem die Dauer des
Bauwerkes bei einer übrigens noch so sorgfältigen Ausführung
hjauptsächlich von der Festigkeit des Grundes abhängig ist. Denn
vwie ein jeder Körper nach Verhältniß seiner Schwere auf seine
Unterloge drückt, ebenso drückt auch ein Gebäude nach Verhältniß
der Schwere seiner Massen und seiner Belastung auf den Unter—
jrund, welcher daher eine solche Festigkeit haben muß, daß er
in Folge dieses Druckcs sich nicht nicht allein senken kann, sondern
ioch einen bedeutenden Ueberfluß an Widerstandsfähigkeit besitzt.
Da aber selbst der härteste Körper nicht absolut fest ist, also
tioch im weit geringeren Grade es die verschiedenen und selbst
die dichtesten Erdarten sind, so ereignet es sich auch häufig
vährend der Aufführung eines Gebäudes, daß die Mauern eine,
venn auch nur sehr geringe Höhenveränderung erleiden, welche
nan das Setzen der Mauern nennt.
Dieses Setzen rührt einestheils von der vertikalen Pressung
jer, welche die horizontalen Mörtelfugen des Gemäuers von der
darauf ruhenden Gebäudelast erleiden, und zwar so lange, bis
der Mörtel in den Fugen eine solche Härte angenommen hat,
daß ein weiteres Zusammenpressen nicht mehr stattfinden kann.
Dieser Umstand ist jedoch zu unbedeutend, als daß er besonders
»etrachtet werden müßte und findet er sich auch bei einem jeden
Bauwerke vor.
Anderntheils rührt das Setzen der Mauern aber von der
Zusammenpressung des Untergrundes her, indem durch die Ein—
virkung der Last die Theile desselben sich einander nähern oder
uuch möglicherweise von einander aus der Stelle geschoben werden.
Eine hierdurch entstehende Senkung würde ebenfalls ohne Nach—
theil für das Bauwerk sein, wenn man annehmen könnte, daß
der Grund überall gleichmäßig zusammengepreßt und in Folge
dessen auch eine gleichmäßige Senkung des Gebäudes erfolgen
würde. Dieses gehört aber zu Ausnahmsfällen, indem der Boden
selten überall von solch gleichmäßiger Beschaffenheit ist, und oft
auf geringen Ausdehnungen die Dichtigkeit desselben schon sehr
oariirt, sodaß er auf einigen Stellen ein größeres Gewicht zu
tragen vermögen möchte, als auf anderen Stellen und daher auch
durch eine gleichmäßige Belastung ungleichmäßig zusammengepreßt
werden kann. Eine ungleichmäßige Senkung des Untergrundes
kann aber nur immer nachtheilig für das Gebäude werden, indem
rinzelne Theile desselben in Folge des geringen Widerstandes
von Seiten des Untergrundes stärker einsinken, als andere, und
daher jedenfalls eine gewaltsame Trennung der einzelnen Gebäude—
theile entstehen muß.
Ebenso nachtheilig für das Gebäude ist es, wenn der Unter—
zrund nach der Seite hin verschoben wird, welches wohl daher
sein Entstehen hat, daß durch die vertikale Pressung der Gebäude—
ast auf den Untergrund ein Verschieben der Theile desselben
iach allen Seiten hervorgebracht wird, und die aus der Stelle ge—
chobenen Theilchen wieder andere fortdrängen. Hierdurch ent—
teht meistentheils ein Ueber⸗ oder Ausweichen einzelner Theile
des Bauwerkes, welches um so nachtheiliger werden kann, je weniger
Widerstand der Untergrund gegen das Fortdrängen seiner Theile
eistet. Dieses findet jedoch gewöhnlich nur bei den weicheren
krdarten und denen von ungleicher Beschaffenheit statt, und
venn außer dem vertikalen Druck noch ein horizontaler Druck
horhanden ist, wie es namentlich bei Gewölben der Fall ist.
Ueberhaupt liegt in der Ungleichheit des Baugrundes bei
Frrichtung von Gebäuden immer eine sehr große Schwierigkeit,
und da die Wahl des Baugrundes nicht der Willkür überlassen,
'ondern unter den beschränktesten Bedingungen gegeben ist, so
vird es natürliche Sache des Baumeisters, bei vorkommenden
Fällen den Baugrund entweder zu dichten oder doch solche An—
»rdnungen zu treffen, daß derselbe keinen nachheiligen Einfluß
uuf das Gebäude ausüben kann, weder durch Ausweichen noch
auch durch ungleichmäßiges Zusammendrücken.
Die Bautkunst giebt dazu auch hinreichend Mittel an die
dand, einen jeden Baugrund so herzustellen, daß er unter allen
Imständen einen hinlänglichen Widerstand zu leisten vermag.
däufig aber kann man, ehe zu den theuren Befestigungen des
ßrundes geschritten wird, den nachtheiligen Einwirkungen auf
»en Baugrund dadurch begegnen, daß man die Fundamente ver—
zreitert, wodurch der Druck auf eine gößere Fläche vertheilt und
ilso auch jedes qm Grundfläche um so weniger belastet wird.
Unter allen Umständen läßt sich auf diese Weise ein auch
iur mittelmäßiger Baugrund zur gehörigen Unterstützung eines
hebäudes fähig machen, denn es unterliegt keinem Zweifel, daß
in jeder Baugrund, von welcher Beschaffenheit er auch sein möge,
»ennoch immer einigem Druck widerstehen kann und nur dann
erst anfängt zu weichen, sobald dieser Druck größer als seine
Tagfähigkeit ist. Vergrößert man daher die Grundfläche des
)rückenden Körpers, so wird dadurch der Druck auf jeden einzelnen
Punkt der Oberfläche des Untergrundes vermindert.
Denn der Druck des Körpers auf jeden Punkt der darunter
iefindlichen Fläche steht im umgekehrten Verhältnisse mit der
Bröße dieser Fläche selbst.
Was die Beschaffenheit des Bodens betrifft, so läßt sich
ziese zwar durch Untersuchung genau ermitteln, es fehlt aber
eider an einem Maaßstabe zur Schätzung seiner Tragfähigkeit,
und ist man daher genöthigt, die verschiedenen Erdarten in Bezug
auf ihre Tragfähigkeit als Baugrund nach gewissen Erfahrungen
u klassisiziren und bei Gründung der Gebäude solche Maaß—
egeln zu wählen, welche, bei anderen ausgeführten Gebäuden
angewendet, einen glücklichen Erfolg gehabt haben und demnach
auch in folgenden Fällen die größte Wahrscheinlichkeit eines glück—
lichen Erfolges für sich haben.
Man unterscheidet festen oder guten und nachgebenden oder
chlechten Bangrund.
Zum ersterem rechnet man:
Felsboden, Kies, Sand, Lehm, Thon (letztere beiden jedoch
iur unter gewissen Umständen) und mit fetter Erde vermischter
Sand; es müssen jedoch die Schichten mächtig genug sein, d. h. sie
nüssen bei gleichmäßiger Beschaffenheit eine Mächtigkeit von 31
»is 5 mühaben, in welchem Falle man dann ohne weitere künst—
iche Befestigung mit aller Sicherheit sowohl leichtere, als auch
chwerere Gebäude darauf aufführen kann ohne ein Nachgeben
des Grundes besorgen zu müssen.
Zur zweiten Klasse rechnet man:
Triebsand, erweichten Lehm oder Thon, aufgeschwemmten
uind aufgefüllten Boden, Dammerde, Morast und Moor, welche
ticht ohne künstliche Befestigung als Baugrund benutzt werden
önnen. ⸗·
Ein modernes Uormal-Schulgebäude in
Amerika.
Ausgeführt von den Architekten A. Beyer K MeCann in Hoboken, N. J.
(Hierzu 7 Figuren.)
Die Anforderungen, welchen das Projekt eines modernen
Schulgebäudes entsprechen muß, sind so manigfaltiger Natur,
daß zur erfolgreichen Lösung aller hierbei auftauchenden Fragen
riicht nur eingehendes Fachstudium und Kenntniß der ob—
valtenden Verhältnisse, sondern auch Erfahrung in Ausführung
»on Bauten dieser Art unumgänglich erforderlich sind.
Die höchsten Anforderungen an das Projekt eines Schul—
gebäudes werden in Amerika gestellt, und hat sich in Folge
»essen der Schulhausbau dort fast zu einem Spezialfach der
Architektur ansgebildet. Das amerikanische Schulhaus hat
nanche Einrichtungen, die in andern Ländern nicht gefordert
verden und nicht gefordert werden können, dagegen — obzwar
iuch nicht immer — hat der projektirende Architekt verhältniß—
näßig freiere Hand mit Bezug auf Kosten, sowie namentlich
zuch leichtere Wahl. mit Bezug auf Material und lokale