Full text: Deutsches Baugewerks-Blatt : Wochenschr. für d. Interessen d. prakt. Baugewerks (Jg. 47, Bd. 6, 1887)

39 Erzielung eines moͤglichst rauch⸗ und rußlosen Betriebes der Hausfeuerungen. — Bau⸗Polizei-Ordnung für den Stadtkreis Berlin. 
Wasserfläche der dritten Zelle 2,4 m lang und 1,6 mmebreit, 
also 3,84 qm groß, und die der vierten 2,2mm lang und 2,0 m 
breit, also 424 qm groß ist. 
Das Schwimmbassin ist für die Badenden 2. u. 3. Klasse 
bestimmt, deren Auskleideräume sich dadurch von einander 
unterscheiden, daß für die Badenden 3. Klasse nur 2 unab— 
gekleidete Rauume von 2,5 m Breite mit Bänken an den Außen— 
wänden vorhanden sind, während den Badenden 2. Klasse 
5 vollständig geschlossene, je mit einer Thüre versehene Aus— 
kleidezellen, von denen 4 Stück je 1.8mm lang und breit und 
eine Zelle 2,8 melang und 1,3 mmebreit sind, zur Berfügung stehen. 
Die oben angeführten 4 Einzelbäder sind nur für die 
Badenden 1. Klasse bestimmt, deren sämmtliche Räume von 
denen 2. und 3. Klasse und mittelst einer von der Badefrau 
zu benutzenden Thür mit einander verbunden sind. In die 
Abtheilung 1. Klasse tritt man durch einen besonderen Eingang 
zunächst in das hübsch dekorirte, mit großem Spiegel, Tisch, 
Stühlen, Teppich, Uhr ꝛc. ausgestattete Wartezimmer, welches 
durch einen 0,.9 mm breiten Gang mit den 4 Badezellen und 
dem Zimmer der Badefrau in Verbindung steht. Der Eingang 
2. und 3. Klasse führt direkt zu den Auskleideräumen. 
Die Pontons haben 4 em starke Eichenholz-Wandungen 
erhalten, welche sich jedoch als reichlich schwach erwiesen und 
an den kalfaterten Stellen mit Dachpappe und darüber gelegten 
Blechstreifen von 15ß cm Breite vernagelt werden mußten. Die 
Böden bestehen aus 5 cmn starken Kieferndielen und die Rippen 
aus Eichenholz. Alles ist gut kalfatert und außen und innen 
mit Theer angestrichen. —* Pontons sind in 2 Reihen an— 
geordnet, von denen die der einen Reihe 2,6 m breit und 1,2 m 
hoch, die der anderen 3,0 m breit und 1,1 mm hoch sind. Vier 
Pontons haben eine Länge von 4,5 mmerhalten, während die 
vorne nach einem Spitzbogen zugespitzten, beiden vorderen 
Pontons 5,5 m Länge aufweisen. 
Die sämmtlichen äußeren Wände der Badeanstalt bestehen 
aus 3 em starken, die inneren Wände und die mit Pappe ge— 
deckte Dachschaalung aus 2,5 cm starken, gespundeten Nadel⸗ 
holzbrettern. 
Die sämmtlichen Räume, mit Ausnahme des Wartezimmers 
und des Zimmers für die Badefrau, haben Oberlicht erhalten. 
Die Pontons sind mit der Balkenlage derart verbunden, 
daß dieselben leicht wegnehmbar sind, um dieselben von Zeit 
zu Zeit neu kalfatern zu können, was auch thatlächlich bei 
mehreren geschehen ist. 
Da die Hunte bei Oldenburg im Fluthgebiete liegt und 
der Wasserstand sich täglich zweimal um ca. 1,0 m verändert, 
bei Springfluthen aber mehr als 2 m Höhe über Niedrigwasser 
erreicht, so mußten sämmtliche 5 Bassins mit schwimmenden 
Böden versehen werden. Jedes der 4 Einzelbäder hat für sich 
einen Bohlenboden, das Schwimmbassin dagegen 2 Böden er— 
halten, welche schräg gestellt wurden, so daß in der Nähe der 
Einsteigetreppe die geringere, am äußeren Ende die größere 
Tiefe vorhanden war. Sämmtliche Böden sind an Ketten und 
zwar an Haken aufgehängt worden, welche an der Balkenlage 
befestigt wirden. Beschwert wurden die Böden durch Eilen— 
harren und große Steine. 
Die beiden Eingänge wurden mittelst Brücken, welche 
am Schiffe sich um einen Bolzen drehten, mit dem Ufer in 
Verbindung gesetzt. Die ganze Badeanstalt wurde von 3 ein— 
gerammten Pfählen in ihrer Lage gehalten, und zwar je mittelst 
eines au einem Ponton befestigten umlegbaren eed Ringes, 
so daß die Badeanstalt sammt Ringen sich bei Fluth an den 
Pfählen in die Höhe schob. Im Winter wurde die ganze Anstalt 
in einen Hafen gefahren, wo sie bis zum Frühiahr liegen blieb 
Die Badeanstalt hat gekostet: 
1. Pontons. ... 
2. Oberbau...... 
Eisen, Ketten, Pumpe 
Malerarbeiten. .. 
„. Möbeln und sonstige Inventor 
1702 Mk. 
— 
284 
235 
475 
zusammen 6451 Mt. 
also, da die überbaute Fläche 152 qm beträqgt, pro Quadratmeter 
42,45 Mark. 
Plauen i. V., 31. Januar 1887. 
Georg Osthoff, 
Regierungs-Baumeister und Stadt-Baurath 
Erzielung eines möglichst rauch- und 
rußlosen Betriebes der Hausfeuerungen 
Vom Civilingenieur Adolf Peschl, Prag⸗Smichow. 
Nach einer mäßigen Schätzung strömen in London jähr— 
lich 400 Millionen Kilogramm nohlenstog in Form von Rauch 
und Ruß und die Produkte von 120 Millionen Schwefel in 
die Atmosphäre, weshalb wir uns nicht zu wundern brauchen, 
daß der Himmel dort so dunkel ist, die Luft sich so schwer aul 
die Brust legt. 
Je mehr sich die Industrie entwickelt, die Städte sich 
vergröhßern, je mehr die Stein- und Braunkohlenheizung bei 
uns überhand nimmt, desto mehr gehen auch wir ähnlichen, 
geradezu unleidlichen Verhältnissen entgegen. Ohne die grenzen— 
losen Kräfte und die korrektiven Operationen der Natur selbst 
würde der Mensch bald die Atmosphäre vergiftet haben, von 
deren Reinheit Leben und Gesundheit so abhängig sind. Nach 
obigen Thatsachen muß es doch zugestanden werden, daß die 
Kunst der Verbrennung, anstatt sich der verfeinerten Entwicklung 
der anderen Künste anzuschließen, einen der hervorragendsten 
Vorwürfe unseres Jahrhunderts bildet und deshalb alle Meittel, 
dieses einschneidende Uebel zu beseitigen, mit Freuden begrüßt 
werden müssen. 
Ein Hauptkontingent zu dieser Verschwendung liefern 
insere häuslichen Feuerstätten und Kamine, weshalb wir im 
Folgenden die vor Kurzem vom Dresdner Stadtrath aufge— 
tellten Vorschriften zur Erzielung eines möglichst rauchfreien 
und rußlosen Betriebes der Hausfeuerungen hier anführen 
wollen und wünschen, daß auch bei uns ähnliche Vorschriften 
zusammengestellt und in Plakaten an alle Haushaltungsvorstände 
bertheilt werden, die an der Küche aufzuhängen sind. 
a) Bei der Erbauung der Feuerstellen. 
1. Der Ascheraum soll reichlich groß, und zwar in seiner 
Grundfläche größer als der Rost bemessen werden. 
2. Die Ummauerung des Ascheraumes — am Boden wie 
an den Seiten — soll vollkommen dicht aus feuerfestem Ma— 
teriale hergestellt werden und so angelegt sein, daß die Asche 
leicht herausgenommen werden kann. Es sind daher namentlich 
alle Absätze vor der Ascheraumthüre zu vermeiden. 
3. Die Oberkante des Rostes soll mindestens 20 em über 
der Sohle des Ascheraumes liegen. 
4. Der Rost soll eben und, wenn nicht wagrecht liegend 
nach innen, nie nach außen geneigt sein. 
5. Die Zwischenräume zwischen den einzelnen Roststäben 
müssen das Dürchfallen jeglichen Brennmateriales verhindern. 
Ein für Dresdner Verhältnisse passendes Maaß für dieselben 
ist das von etwa 8 mm; für die Breite der Roststäbe ist dasselbe 
Maaß zu wäͤhlen.) 
6. Die Unterkante der Feuerthür soll 355 om höher als 
der Rost liegen. 
7. Der Raum zwischen dem Rost und der Unterkante 
der Feuerthür soll mit einer vom Roste nach letzterer aufstei 
genden Chamotte- oder Eisenplatte versetzt werden. 
8. Die Größe des Rostes wird durch die Leistung bedingt, 
welcher dessen Feuerung entsprechen soll. 
9. Wird von einer größeren Feuerungsanlage zeitweise 
nur eine geringere Leistung verlangt, so empfiehlt es sich, einen 
Theil des Rostes mit' Ziegeln abzudecken, um hierdurch die 
Rostflaͤche entsprechend zu verkleinern. 
(Schluß folgt.) 
Bau Polizei Ordnung für den Stadtkreis 
Berlin. 
III. 
824. 
Wasserbedarf. 
Auf jedem bebauten Grundstücke, welches nicht Anschluß 
an die städtische Wasserleitung hat, soll eine eigene Wasserleitung 
oder ein Brunnen bestehen, der jederzeit reichliches, auch zum 
Genusse geeignetes Wasser darbietet. 
8 25. 
Zu- und Ableitungsröhreu. 
Alle Zuleitungs- und Ableitungsröhren in und an Gebäuden 
—
	        

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