Volltext: Stuttgarter Uni-Kurier (53/56, 1992)

Stuttgarter Uni-Kurier 
Zeitung der Universität Stuttgart 
v 
< 
Sat. 
+. 
vos 
‚04% 
oa 
5.w. 
>4 
> 
Nr. 55 / Juli 1992 
, nn Forschungs- und Entwicklungs-Management: 
Professoren Schatz und Reuter. Erster Stiftungslehrstuhl 
zu Prorektoren gewählt der Universität eingeweiht 
Großer Senat: 
Jas neue Rektorat der Universität Stuttgart ist nun komplett. Am 3. Juni wählte der Große Senat die Professoren 
\lfred Schatz und Andreas Reuter zu Prorektoren für Forschung und Lehre. Bereits am 29. Januar hatten die 
itglieder des Großen Senats die Amerikanistik-Professorin Dr. Heide Ziegler zur Nachfolgerin des amtierenden 
zektors, Prof. Dr.-Ing. Jürgen Giesecke, gewählt. Das neue Führungsteam wird seine zweijährige Amtszeit am 1. 
)ktober 1992 antreten. Die feierliche Amtsübergabe ist für den 28. Oktober vorgesehen 
)ffiziell eingeweiht wurde am 26. Juni der erste Stiftungslehrstuhi der 
Jniversität Stuttgart „Allgemeine Betriebswirtschaftsiehre und Betriebs- 
virtschaftslehre in Forschung und Entwicklung“. Der neue Lehrstuhl mit 
jem Kurztitel „F&E-Management“, der bereits am 1. April seine Arbeit 
ıufgenommen hat, ergänzt das Lehrangebot für den Studiengang 
‚technisch orientierte Betriebswirtschaftslehre“ und bietet zugleich eine 
zervicefunktion für die Ingenieurstudiengänge. Anläßlich der Einweihung 
vurden bei einem Pressegespräch Ansatz und Konzept des Lehrstuhls 
rorgestellt. 
Die Universität Stuttgart ist froh“, 
etonte die Prorektorin und designierte 
tektorin Prof. Dr. Heide Ziegler be 
lieser Gelegenheit, „daß diese Stif 
ungsprofessur eingerichtet werder 
;onnte“. Mit insgesamt 1,6 Millioner: 
Aark sei durch die Unterstützung de” 
;ponsorfirmen — Daimler Benz AG 
iobert Bosch GmbH, SEL AG Stutt 
jart, Trumpf GmbH & Co., Werner & 
”fleiderer GmbH, Hewlett Packarc 
3mbH, Elring Dichtungswerke GmbH 
andesgirokasse Stuttgart und Baden 
Vürttembergische Bank AG — die 
inanzjerung für zehn Jahre gesichert 
\nschließend werde das Land Baden- 
Vürttemberg, das sich bereits an deı 
jrundausstattung beteiligt hat, die 
\bteilung übernehmen. Prof. Ziegler 
vies darauf hin, daß sie sich immer 
chon für eine größere Verzahnung 
wischen Technik und Wirtschaft an 
Prof. Ziegler hatte bereits nach ihrer 
Nahl angedeutet, daß ihre Prorektoren 
ıus den Natur- und Ingenieurwissen- 
schaften kommen sollten. Damit solle 
aine gleichmäßige Gewichtung der 
rerschiedenen Interessen innerhalb 
jer Universität erreicht werden. Zu- 
äre Zusammenarbeit und stärkere 
ıernationalität begegnen, betonte 
'rof. Schatz. Als weiteren wesentli- 
hen Punkt hob Prof. Schatz die 
edeutung des Umweltschutzes her- 
or. „Dieser muß“, betonte er, „integra- 
ır Bestandteil von Forschung und 
estützte Ursachenforschung nötig“, 
‚jetonte er. Wichtig ist ihm auch, die 
Yormationstechnik und deren Ergeb- 
isse für alle Fakultäten nutzbar zu 
ı1achen. Auf Prof. Reuter entfielen 38 
a-Stimmen bei 3 Nein-Stimmen und 
Enthaltungen. 
nformationen zur Person 
>rof. Schatz, 1927 in Pirmasens 
Jeboren, studierte an der Universität 
Mainz Experimentalphysik und promo- 
‚ierte nach dreijähriger Assistentenzeit 
960 am Physikalischen Institut der 
Jniversität Mainz. Er war 25 Jahre 
nnerhalb des BBC-Konzerns (heute: 
ABB) tätig, seit 1971 als Technischer 
äeschäftsführer einer Tochterfirma 
jes Bown Boveri Konzerns. Im Jahr 
1985 wurde er zum ordentlicher 
>rofessor für „Kernenergetik und Ener- 
Jiesysteme“ an die Universität Stutt- 
Jart berufen und ist seit 1986 Ge- 
schäftsführender Direktor des Instituts 
ür Kernenergetik und Energiesysteme 
jer Universität. 
>rof. Reuter wurde 1949 in Brandis bei 
.eipzig geboren, legte 1960 in Bad 
lersfeld das Abitur ab und war 
ınschließend 10 Jahre in der EDV-In- 
lustrie tätig, zunächst bei IBM, dann 
'eiberuflich. Paralle! studierte er an 
er TH Darmstadt Informatik und 
omovierte 1981 zum Dr.-Ing. Nach 
ırzer Tätigkeit als Hochschulassi- 
'ent an der Universität Kaiserslautern 
ing er zum IBM Forschunglabor in 
an Jose in Kalifornien. Rufe auf eine 
4-Professur an der Universität Pas- 
au und auf eine ordentlich Professur 
n der Universität Nijmwegen in den 
jederlanden lehnte er ab. 1985 folgte 
7 dem Ruf auf eine C4-Professur an 
je Universität Stuttgart. 1988 wurde 
Gründungsdirektor des Instituts fül 
arallele und Verteilte Höchstlei- 
ungsrechner. Von 1989 bis 1991 waıl 
Nekan der Fakultät Informatik. zi 
ler stark anwendungsorientierten Uni- 
rersität ausgesprochen habe. „Mit 
?>rofessor Bürgel als Lehrstuhlinhaber 
1at die Universität eine besonders gute 
Nahl getroffen“, betonte sie; „wir sind 
jehr froh, daß wir ihn dafür gewinnen 
(‚onnten, aus der Industrie Zu uns zu 
tommen“, 
‘rof. Dr. Dietmar Bürgel, der dreißig- 
ährige Erfahrung in der Praxis mit- 
‚ringt, war seit 1972 bei SEL in 
Stuttgart tätig, zuletzt als Controller im 
3ereich Mobilkommunikation*). Auch 
/erbindungen zur Lehre gab es bereits 
‚or seiner Berufung: seit 1980 hatte er 
nen Lehrauftrag für „Control- 
ingprozesse in Großunternehmen“ an 
jer Universität Stuttgart inne. „im 
3ereich F&E-Management gab es 
»isher eine Lücke im Lehr- und 
"orschungsangebot der Universität“, 
arläuterte Prof. Bürael. Er werde 
’rof. Reuter, Prorektor Lehre. 
of. Schatz, Prorektor Forschung. 
lem wolle sie mit Persönlichkeiten im 
ektorat antreten — dies hatte sie auch 
'ei der Vorstellung der beiden Kandi- 
laten am 13. Mai vor dem Senat erklärt 
„denen innerhalb ihrer Disziplin . . . 
lie Verbindung von Forschung und 
ehre auf wissenschaftlich hohem 
Niveau, sowie die Verbesserung der 
Aualität des akademischen Lebens 
nsgesamt am Herzen liegt.“ 
Yrof. Dr. rer. nat. Alfred K. Schatz, der 
!um Prorektor für Forschung gewählt 
vurde, ist Geschäftsführender Direktor 
des Instituts für Kernenergetik und 
:nergiesysteme. 
°rof. Dr.-Ing. Andreas Reuter, der 
‘Unftige Prorektor für Lehre, ist Grün- 
lungsdirektor des Instituts für Parallele 
Ind Verteilte Höchstleistungsrechner. 
3eide Wissenschaftler repräsentieren 
außerdem verschiedene Altersgrup- 
)en. Der 64 Jahre alte Prof. Schatz, 
steht für die 35 Prozent der 170 
54-Professoren der Universität Stutt- 
Jart, die älter als sechzig Jahre sind, 
vährend der erst 42jährige Prof. 
zeuter für die Gruppe der jungen 
’rofessoren steht. Da Prof. Schatz 
vährend seines Prorektorates die 
Altersgrenze von 65 Jahren über- 
schreitet, wird das Ministerium seinen 
/ertrag bis zum 30.9. 1994 verlän- 
Jern. 
J/or dem Wahlgang nahmen beide 
Candidaten vor den Mitgliedern des 
äroßen Senats zu ihren künftigen 
\rbeitsbereichen Stellung: 
°rof, Schatz verwies auf zunehmende 
°robleme in der Forschung: die Mittel 
vürden immer knapper, die Europäi- 
iche Gemeinschaft gewinne an Be- 
leutung in der öffentlichen For- 
ichungsförderung, was die For- 
ichungslandschaft verändere. Zudem 
jei zu beobachten, daß auch die 
äroßforschungszentren zunehmend 
)Konkurrenz zu den Universitäten um 
“orschungsgelder traten. Die Univer- 
‘tät Stuttgart könne diesen Herausfor- 
arıpaan Aırach etärkaere intardiezinli. 
ahre werden“. Grundsätzliches Ziel 
üsse es sein, Schäden zu vermeiden 
ı1d nicht erst zu reparieren. Auf Prof. 
chatz entfielen 30 Ja-Stimmen bei 10 
'ein-Stimmen und einer Enthaltung. 
rof. Reuter plädierte für eine stärker 
'erdisziplinär orientierte Ausbildung 
'er Studierenden. Zudem müsse die 
kademische Ausbildung bei gleichzei- 
jer Vertiefung und Integration „zwei- 
leisig“ laufen. Wünschenswert sei es, 
aß möglichst viele Studierende ein 
uslandssemester wahrnehmen 
ännten. Informationsmangel bestehe, 
ritisierte Reuter, über die tatsächliche 
itudiendauer, über Beweggründe von 
itudienabbrechern und Fachwechs- 
arn. „Hier ist eine genaue, auf Daten 
Aussische und deutsche Kosmonauten zu Gast: 
’ahlreiche Gäste, darunter Prominenz aus Wirtschaft und Wissenschaft waren zur 
-inweihung des Stiftungslehrstuhls „F&E-Management“ gekommen. In der Mitte SEL-Chef 
’rof. Dr.-Ing. Gerhard Zeidler mit seiner Frau, vorne links Dieter Klumpp von der Stabsstelle 
'echnik und Gesellschaft der SEL AG im Gespräch mit Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Dietmar 
3ürael. (Foto: Harling) 
/ersuchen, einen „engen Schulter- 
schluß zwischen technischen und 
wirtschaftlichen Fächern“ zu erreichen. 
>rof. Bürgel begreift das Fach F&E- 
Management als eine spezielle, funk- 
jonale Betriebswirtschaftslehre, die 
alle Sparten anspricht und einbeziehen 
nuß. Fragen der Forschung und 
zntwicklung werden ganzheitlich im 
dinblick auf Managementiehre, Con- 
rolling (einschließlich Planung), Per- 
sonal, Aufbau-und Ablauforganisation, 
EDV und Informationsmanagement 
;jowie Finanzierung behandelt. 
zin besonderes Anliegen ist Prof. 
3ürgel der Praxisbezug. In Zusam- 
nenarbeit mit Industrievertretern sol- 
en die Studierenden ausgewählte 
"&E-Themen ergebnisorientiert disku- 
ieren. In der Forschung will sich Prof 
3ürgel auf Themen wie „schlanke 
'orschung und Entwicklung, vernetzte 
örschung. dezentrale Farschunag und 
=-indrücke aus dem All 
Wenn wir etwas suchten, hing es meistens an den Gittern der Ventilatoren, 
ngezogen von der Zugluft“. Über den alltäglichen Kampf gegen die 
ichwerelosigkeit bei der Experimentierarbeit, beim Essen und Schlafen 
erichtete Klaus-Dietrich Flade, deutscher Kosmonaut der im März 
rfolgreich abgeschlossenen „MIR’92“-Weltraummission, ebenso wie über 
‘a8 eineinhalbiährige Vorbereitungastraininad 
\us dem Inhalt: 
tingvorlesung zur Seite 2 
echnikfolgenabschätzung 
leues Hochgeschwindigkeits- Seite 3 
ıetz der Fakultät Energietechnik 
orgia-Kongreß Seite 4 
ı Schwäbisch Hall 
’ontroverse über — Seite 5 
exuelle Belästigung 
leuer Hochleistungssegler Seite 7 
ler akaflieg 
)eutsch-italienisches Seite 8 
'olloquium über Venedig 
‚npressionen Seite 9 
om Tag der offenen Tür 
Chalenbauer, Naturerkunder Seite 10 
ınd Spieler: Heinz Isler . 
'eue Serie über das Studium Seite 12 
‚gnerale 
irste Professorin im Saite 14 
"achnikharaicl 
Ait Interesse verfolgten die überwie- 
‚end studentischen Zuhörer dessen 
inzelne Phasen — illustriert durch 
xjafolgen und einen Film: Russisch- 
;iprachkurs, Erwerb medizinischen 
‚rundwissens zur Selbstbehandlung, 
ıberlebenstraining im Eis und Ber- 
ungsmanöver auf See. Flade und 
eine beiden russischen „MIR“-Partner 
‚lexander Wolkow und Sergeij Krika- 
x besuchten zusammen mit ihren 
gutschen Kollegen Dr. Reinhold 
wald und Dr. Sigmund Jähn die 
'niversität Mitte Juni im Rahmen einer 
'eise durch die Bundesrepublik 
‚eutschland. Für Wolkow und Krikalov 
‚ar dies der erste Besuch in der 
«indasranıhlik nach ihram Raimflıin 
£rikalov schilderte bei der von Prof. 
1esserschmid moderierten Veranstal- 
ng seine Erfahrungen während sei- 
as zehnmonatigen Aufenthalts in der 
AIR“-Station, Wolkow berichtete über 
3ine insgesamt drei Aufenthalte in der 
rdumlaufbahn. Wie die Kommunika- 
an zwischen Bodenkontrollzentrum 
nd dem Orbitalkomplex während der 
lission funktionierte, darüber gab 
Shließlich Dr. Reinhold Ewald, der der 
rsatzmannschaft der „MIR’92“-Mis- 
jon angehörte, Auskunft. Vor Flade, 
er als zweiter deutscher Kosmonaut 
n einem russischen Raumflug teil 
ahm, war bereits 1978 der damalige 
JDR-Kosmonaut Sigmund Jähn zur 
Qalyınk & Qtatian“ maflaran zark 
Dartcatııınngn aııf Caita A
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.