Full text: Deutsches Baugewerks-Blatt : Wochenschr. für d. Interessen d. prakt. Baugewerks (Jg. 49, Bd. 8, 1889)

Nenban der Centralstation der Wiener freiwilligen Rettungsgesellschaft 
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Soll absolut jede Zugluft im Dache vermieden werden, dann 
ann dies viel erfolgreicher und leichter, als bei der Eindeckung mit 
inderen Ziegeln, in der Weise geschehen, daß die zwischen den un— 
ꝛerdeckten Leisten und den daran schließenden oberen Ziegeln ver— 
leibenden Fugen von außen her mit Mörtel verstrichen werden. 
Das Abdecken der Dachziegel mit Wetterleiste durch Sturm ist 
ast unmöglich, weil derselbe nirgends einen Angriffspunkt dazu findet, 
ondern im Gegentheil die Ziegel nur fester gegen die Dachkenstruktien 
rückt. 
Werden die Dachziegel mit Wetterleiste bei flachen Dächern an— 
ewendet, was durchaus zulässig ist, dann muß der obere Rand eine 
Verbreiterung erfahren, etwa gleich der dreifachen Dicke der Wetter— 
eiste, damit das in die Fugen eintretende Regenwasser nicht in den 
Bodenraum fließzen kann. Natürlich spielt die Dicke der Leiste bierbei 
ine Hauptrolle, so daß also die Breite des oberen Randes mit der 
zeringeren Dicke der Wetterleiste abnebmen kaun. 
Gegenüber dem Falzziegeldache verdient nech hervorgehoben zu 
verden, daß die Dachziegel mit Wetterleiste eine bedeutend einfachere 
Fonstruüktion besitzen und also auch leichter, billiger und dauerhafter 
erzustellen sind. Während das Falzziegeldach das Eindringen ven 
SZehnee, Regen ꝛc. durch Sturm keineswegs verbindert, bietet die 
Deckung durch Dachziegel mit Wetterleiste bei ordnungsmäßiger Aus— 
ührung diese Sicherheit abiolut. — 
Der Patentinhaber ertheilt Licenzen für einzelne Landestheile und 
Provinzen gegen mäßige Gebühren und sind die Bedingungen direkt 
zjon ihm zu beziehen. 
— r. 
Neuban der Centralstation der Wieuer freiwilligen Rettungsgesellschaft. 
(Hierzu 3 Abbildungen.) 
Zu den menschenfreundlichsten Vereinigungen edel gesinnter Leute der linksseitige, gleichfalls ebenerdige Anbau ist als Pferdestall mit 
gehört die Wiener freiwillige Rettungsgesellschaft, welche ihre Entsteyung fünf Ständen, einem Kutscherzimmer und einer Geschirr- und Futter— 
ekanntlich der ammer aus— 
traurigen gerüstet. Vor 
Ringtheater⸗ diesem Trakte 
katastrophe gegen den 
8. Dezember Wienfluß zu 
1881) ver— hbefindet sich 
ankt. ein breites 
Um den Vordach, un— 
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gewachsenes Stalltrakt 
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einfachen und Tiefe des Pla— 
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eschleunigen don der Bau—⸗ 
zu können, linie der Ring⸗ 
vurde es immer mehr nothwendig, eine in Be— traße bis zur Gitterabschrankung des Wienflusses 
zug auf ihre Lage zweckmäßige und entsprechend aum 17 mn; davon mußte aber die Breite des 
zroße Baustelle zu gewinnen. ückwärtigen Fahrweges abgezogen werden, so 
Durch die Fürsorge des Kaisers Franz Joseph daß die eigentliche Baufläche bedeutend geschmälert 
wurde der Gesellschaft, wie wir dem „Bautech— wurde. Dieser Form der Grundfläche entsprechend, 
niker“ en nehmen, die Baustelle am Stubenringe vurde die tiefe Remise gegen die Radetzkybrücke, 
wischen der Radetzky- und Zollamtsbrücke aus der seichtere Stalltrakt gegen die Zollamtsbrücke 
dem St adterweiterungsfonde zur Verfügung ge— ingeordnet. 
ttellt, so daß nach Erlangung der Baubewilligung, Der Hauptbau rückt bis in die Baulinie der 
m Äpril Jl. J. mit dem Baue begonnen werden Ringstraße und hat einen 50 em starken Risalit. 
onnte. Die beiden Flügelbauten treten 1,80 mm hinter 
Die der Fertigstellnng nun rasch entgegen— die Baulinie zurück und werden durch ein eiser— 
ehende Centralstation besteht aus eineim einstöckigen Hauptbaue (Fig. 1)3, ies Gitter auf gemauertem Sockel, sewie durch Anpflanzung lebender 
velcher nach den Grundrifsen einen Keller für Labemittel und Brenn- Zäune theilweise verdeckt. 
naterialien ꝛc. im Erdgeschosse Fig. 2, ein Vestibul mit einem nur Der ganze Verkehr der Wagen wurde nach rückwärts auf die 
ür den Bewohner bestimmten Zugang von der Ringstraße, ein ärzt. Wienflußpeite verlegt. Die Wagen kemmen aus der Richtung der 
iches Dienstzimmer, ein Zimmer fuͤr die im Dienste befindliche zollamtsbrücke durch eine 6m breite Straßze her und halten in allen 
Sanitätsmannschaft, ein Krankenaufnahmezimmer, ein Badezimmer Fällen vor dem Aufnahmezimmer, in welches die Erkrankten entweder 
nit einer Blech“ und einer versenkten Wanne sammt Douchen, drei irekt von außen, oder durch das Treppenhaus getragen werden können. 
Wohnzimmer füuͤr die Diener der Gesellschast, zwei Water-Klosets, eine dinter, der Remise ist eine Abfahrtstraße gegen die Radetzkvbrücke von 
Treppe zum ersten Stock; im ersten Stocke Fig. 3 ein Vorzimmer, vem Breite an ihrer schmalsten Stelle. 
ein Kanzleizimmer, ein Bibliothekzimmer, ein Zimmer für den Haus— Schwierigkeiten boten sich in der Fundirung wegen des au— 
arzt, zwei Wohnzimmer für freiwillige Sanitätsmänner, zwei Water— geschütteten Grundes und wegen des unter dem ganzen Grundstücke 
Klosets und eine Bodentreppe enthält. zurchgehenden Kanales; derselbe, dessen äußerer Gewölbscheitel eirca 
Der rechtsseitige ebenerdige Anbau ist zur Wagenremise bestimmt; 5,80 m unter dem Niveau liegt, wurde derart entlastet, daß sämmtliche
	        

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