Weitere Beiträge zur Fauna des untersten Lias
in Schwaben und Franken,
Von Oskar Kuhn, München,
Mit Tafeln I bis III,
Das Material, welches dieser Arbeit zugrunde liegt, stammt zum
größten Teil aus der Naturaliensammlung in Stuttgart und wurde mir
von Herrn Hauptkonservator Dr. F, BErRcxnemMer zur Verfügung gestellt.
Dafür möchte ich auch an dieser Stelle meinen ergebensten Dank aus-
sprechen,
Seit meiner Beschreibung der Fauna der fränkischen Schlotheimia-
Stufe (Lias «,) sind auch aus Franken einige weitere Funde hinzuge-
kommen, die hier veröffentlicht werden sollen.
Der Erhaltungszustand der hier beschriebenen Fossilien ist im all-
gemeinen ein recht mangelhafter, Die durchaus überwiegenden Lamelli-
branchiaten sind meist nur als Steinkerne erhalten und nur in den aller-
seltensten Fällen sieht man etwas vom Schloß, Es war daher nicht
immer möglich, eine definitive Bestimmung vorzunehmen, Aber trotz-
dem‘ lohnte sich eine Bearbeitung dieser Unterlias-Fauna, da sie eine
erhebliche Vermehrung der Artenzahl des Unterlias in Schwaben als
auch in Franken mit sich bringst.
a
„ystematische Beschreibung der Formen.
I. Brachiopoda.,
Lingula sp.
(Tafel IH, Fig. 4.}
Eine 5,5 mm hohe und 3,2 mm breite Lingula aus den Angulaten-
schichten von Vaihingen stellt möglicherweise eine neue Art dar, Lingula
war bisher aus dem unteren Lias Schwabens nicht bekannt.
Il. Lamellibranchiata,
Oxytoma cf£. longicostata STrRIcKL.
(Tafel II, Fig. 6.)
Ein Exemplar aus dem Psilonotenkalk von Nellingen in Württem-
berg läßt sich mit Oxytoma longicostata StrickKL, (bei ARKELL, Jurassic
System in Great Britain 1933, Tafel 29, Fig. 1) vergleichen, Letztere
stammt aus dem Rhät, Bei unserem schwäbischen Stück ist der Schloß-
rand lang und gerade, Die blätterig gebaute Schale fehlt größtenteils.