Volltext: Programm des Königlich Württembergischen Polytechnikums zu Stuttgart für das Jahr 1878 auf 1879 (1878)

37 
und Atomen, von der Valenz und von der Bindung der Atome 
im Molecül; die Begründung der chemischen Constitution der 
wichtigsten Verbindungen der anorganischen und organischen 
Chemie und die Methoden zur Erforschung derselben; die physi 
kalisch-chemischen Gesetzmässigkeiten und die gegenseitigen Be 
ziehungen der chemischen Atome zu einander. 
b) im Wintersemester (4 Stunden): Theoretische organische 
Chemie, Specialbeschreibung der organischen Verbindungen, syste 
matischer Aufbau der Kohlenstoffverbindungen, mit Zugrundlegung 
der Constitutionstheorie. 
c) im Sommersemester (2 Stunden): Ausgewählte Capitel 
aus dem Gebiete der organischen Chemie. 
Chemie für Bautechniker. 
Im Winter 4 Stunden: Professor Dr. v. Marx. 
Repetition und Examinatorium 2 Stunden: Repetent E. Fischer. 
Elementare Kenntnisse in der Chemie setzt der Vortrag 
voraus. Es werden besprochen: 
Atmosphärische Luft. Wasser. Die wichtigsten anorgani 
schen Säuren und ihre Verbindungen, Kohlensäure, Salzsäure, 
Salpetersäure (Explosivstoffe), Schwefelsäure, Kieselsäure. Mörtel. 
Glas. Thonwaaren. 
Die Metalle: Eisen, Zink, Blei, Zinn, Kupfer; die Legirun- 
gen dieser Metalle. Holz. Eossile Brennstoffe. 
Analytische Chemie. 
2 Stunden: Professor Er. v. Marx. 
Kenntnisse in der Chemie werden vorausgesetzt. 
Im Winter qualitative, im Sommer quantitative Analyse. 
Entwicklungsgeschichte der Chemie. 
Im Winter 1—2 Stunden, privatim: Professor Dr. Hell. 
Volumetrie. 
Im Sommer 2 Stunden, privatim: Professor Dr. Hell. 
Landwirtschaftliche Chemie. 
2—3 Stunden, privatim: Professor Giessler. 
Im Wintersemester: Ausgewählte Kapitel der chemischen 
Ernährungslehre der Pflanzen und Thiere, der Theorie der Gäh- 
rungserscheinungen und der Bildung und Beschaffenheit der 
Ackererde. 
Im Sommersemester finden monatlich zwei agrikultur- 
chemische Discussionsabende mit jeweiligem Referat über die 
neuesten naturwissenschaftlichen Forschungen in ihrer Anwen 
dung auf die Landwirthschaft statt. Den Theilnehmern bietet 
das Laboratorium der Kgl. Baugewerkeschule Gelegenheit, sich 
in der Ausführung qualitativer und quantitativer Wasser-, Aschen-, 
Boden-, Futtermittel- und Dünger-Analysen etc. zu üben. 
3. Technologie. 
Chemische Technologie. 
5 Stunden: Professor Dr. v. Marx. 
Kenntnisse in allgemeiner Chemie sind vorausgesetzt. 
Die Vorträge sollen in einzelnen Abschnitten eine Übersicht 
über die wichtigsten chemisch-technischen Industriezweige geben. 
Vorgetragen wird über folgende Kapitel: 
Brennmaterialien, a. feste: Holz, Torf, Braun- und 
Steinkohlen. Verkohlte Brennmaterialien, b. flüssige: Mineralöle. 
Steinkohlentheer. c. gasförmige: Gichtgas, Generatorgas, Leucht 
gas. Heizwerth. Verbrennungstemperatur. 
Beleuchtung. Allgemeines. Fette. Stearinfabrikation. 
Mineralöle und Paraffin, Leuchtgas. Photometrie. Zündwaaren. 
Fabrikation von Ammoniaksalzen, Schwefelsäure, 
Soda, Chlorkalk. 
Kali industrie. 
Mineralische und organische Farbstoffe und deren 
Anwendung.
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.