Full text: Programm des Königlich Württembergischen Polytechnikums zu Stuttgart für das Jahr 1887 auf 1888 (1887)

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IV. Unterrichtsgeld. 
Dasselbe beträgt für das Semester ohne Unterscheidung 
zwischen Vorlesungen und Übungen, ordentlichen und ausser 
ordentlichen Studirenden, 2 Mark pro Wochenstunde. 
Nur für Theilnahme am chemischenPraktikum findet 
eine abweichende Berechnung statt; es sind nämlich zu entrichten: 
bis zu 2 halben Tagen 20 Mark, 
für 3 halbe Tage 30 Mark, 
für 4 halbe Tage und mehr 50 Mark. 
Jeder Studirende ist verpflichtet, in einem Semester minde 
stens 6 wöchentliche Unterrichtsstunden zu belegen, in welche 
Zahl Privatvorlesungen nicht eingerechnet werden. 
In Beziehung auf die Bemessung des Unterrichtsgelds ist 
Folgendes bestimmt: 
a) bei Vorträgen wird die volle programmmässige Stunden 
zahl berechnet, auch wenn nicht alle Stunden belegt wor 
den sind; 
b) bei Uebungsstunden wird im Allgemeinen nach der 
Zahl der belegten Wochenstunden gerechnet; sind aber 
für ein Fach mehr als 4 Stunden in den Lehrplan aufge 
nommen, so wird zum mindesten für 4 Stunden bezahlt; 
sind 4 oder weniger als 4 Stunden in den Lehrplan auf- 
benommen, so muss nach der Zahl der Stunden des Lehr 
plans bezahlt werden, auch wenn eine geringere Stunden 
zahl belegt wurde. Es bleibt jedoch dem betreffenden Leh 
rer gegenüber von jedem einzelnen Studirenden Vorbehalten, 
ein Minimum der zu besuchenden Übungsstunden vorzu 
schreiben, wo durch ein solches Minimum nach seinem Er 
messen ein entsprechender Erfolg des Unterrichts bedingt ist. 
Neben den Unterrichtsgeldern werden halbjährlich 1 Mark 
50 Pfg. für die Diener, und beim Besuch der physikalischen 
oder elektrotechnischen Übungen, sowie der Holzmodellirwerk- 
stätte 10 Mark Ersatzgeld für Materialverbrauch erhoben. 
Für die mit »privatim« bezeichneten Vorlesungen und Übun 
gen (vgl. unter VIII.) wird das Honorar durch die betreffenden 
Docenten festgesetzt und durch Anschlag am schwarzen Brett 
veröffentlicht. 
Die Aufnahmegebühr für Neueintretende beträgt 10 Mark. 
Jeder Studirende hat pro Semester 4 Mark Beitrag in die 
am Polytechnikum eingerichtete Krankenkasse zu bezahlen und 
dagegen in Erkrankungsfällen jeder Art Anspruch auf unentgelt 
liche Verpflegung und ärztliche Behandlung im Katharinenhospi 
tal während der ganzen Dauer der Krankheit, und ausserdem 
ein Recht auf unentgeltliche ärztliche Consultation von Seiten 
der Spitalärzte, jedoch nicht in den Wohnungen derselben, 
sondern nur im Gebäude des Hospitals und nur an Werktagen. 
Die Consultationen finden statt: 
durch den Oberarzt der medicinischen Abtheilung Morgens 8 Uhr, 
« » a * chirurgischen „ „ 7^2 „ 
,, „ Spitalarzt für Augenkranke Nachmittags 2 „ 
„ die Assistenzärzte der medicinischen und der chirur 
gischen Abtheilung Nachmittags 4 „ 
Ferner haben die Studirenden Anspruch auf unentgeltlichen 
Bezug der ihnen von den Spitalärzten verordneten Medikamente 
aus der Adlerapotheke, Gymnasiumsstrasse 18. Bei Inanspruch 
nahme dieser Rechte ist die Legitimationskarte vorzuweisen. 
V. Rechte und Pflichten. 
Bezüglich der Bestimmungen hierüber wird verwiesen auf die 
»Statuten für die Studirenden des Polytechnikums,« 
welche den in die Anstalt Aufgenommenen eingehändigt werden 
und ausserdem durch den Hausmeister Zeininger zu beziehen sind. 
~}0{~
	        

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