Volltext : Programm der Königlich Württembergischen Technischen Hochschule in Stuttgart für das Studienjahr 1911-1912 (1911)

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259.  Verwaltungskunde.
Im  Winter  2  Stunden:  Oberamtmann  Klaiber.
Allgemeines  Staatsrecht  (Staatsforraen,  Verfassungsgrandsätze),
Deutsches  Reichs-  und  Landesstaatsrecht,  letzteres  mit  besonderer  Berücksichtigung ­
  Württembergs.  Grundzüge  der  Verwaltungslehre  und
des  Verwaltungsrechts  unter  ausführlicher  Behandlung  einzelner  Abschnitte ­
  aus  dem  Verwaltangsrecht  des  Reichs  und  Württembergs
(Gewerbeordnung,  Gewerbeförderung,  Arbeiterversicherung,  Erfinderschutz, ­
  Wasserrecht,  Baurccht,  Feuerpolizei  usw.).
260.  Rechtskunde.
Im  Sommer  3  Standen:  Rechtsanwalt  Dr.  Danimier.
Grundzüge  des  bürgerlichen  Rechts  mit  Berücksichtigung  wichtiger
Bestimmungen,  des  Handelsrechts  und  der  Nebengesetze.
261.  Allgemeine  (theoretische)  Volkswirtschaftslehre.
Im  Winter  3  Standen:  Professor  Dr.  Kindermann.
Die  Hauptbeziehungen  der  Volkswirtschaft,  nach  aussen  und  innen,
methodische  Fragen.  Die  einzelnen  objektiven  und  subjektiven  Faktoren ­
  der  Volkswirtschaft  und  ihr  Zusammenwirken  im  Oes  am  taufbau
derselben.  Produktion  (Wertfragen.  Geld  und  Kredit,  Transportmittel
usw.),  Güterverteilung  (Einkommenszweige),  Güterverbrauch.  Die  Mittel
zur  Erhaltung  der  Kontinuität  des  Wirtschaftslebens:  Unterricht  und
Erbrecht.  Die  wirtschaftlichen  Schwankungen  und  ihre  Behandlung.
262.  Deutschlands  wirtschaftliche  Entwicklung  seit  Anfang
des  19.  Jahrhunderte.
Im  WinU'r  I  Stande,  priv,:  Professor  Dr.  Kindermann.

263.  Die  Industrie  und  ihre  Arbeiterschaft,  die  soziale  Frage.
Im  Sommer  1  Stande,  priv.:  Professor  Dr.  Kindermann.

26-1.  Spezielle  (praktische)  Volkswirtschaftslehre
(insbesondere  Handelspolitik,  Bank-  und  Börsenwesen).
Im  Sommer  2  Standen:  Professor  Dr.  R.  Knüll».
265.  Die  Steuern  des  Königreichs  Württemberg.
Im  Winter  1  Stunde,  priv.:  Professor  Dr.  R.  Kaulla.
266.  Buchführung.
Im  Winter  2  Stunden,  priv.:  Reallehrer  Mollen.
Die  systematische  Buchhaltung:  Wesen,  Aufbau  und  Anwendungsformen ­
  (doppelte  und  sog.  amerikanische  Buchführung).  —  Die  einfache ­
  Buchführung.

267.  Stenographie  nach  dem  System  Gabelsbergers.
Im  Sommer  2  Stunden,  priv.:  Reallelirer  Möllen.
1.  Elementarkurs:  Wortbildung  und  Wortkürzung  (Korrespondenzschrift).

2.  Kurs  für  Vorgerücktere:  Satzkürzung  (Debattenschrift).
268.  Tarnen.
Vier  Abteilungen  mit  ;o  2  Stunden:  Turnlehrer  Reis*.

D.  Studienpläne.
Wie  schon  Seite  9  bemerkt,  steht  (len  Studierenden  die  Wahl  der
Vorträge  frei.  Auch  im  Besuch  der  Übungen  findet  eine  Beschränkung ­
  nur  insoweit  statt,  als  dies  durch  die  Rücksicht  auf  die
Erhaltung  eines  erfolgreichen  Studiengangs  geboten  ist;  wo  solche
Beschränkungen  in  der  Form  besonderer  Zulassungsbedingungen  bestehen, ­
  sind  sie  in  vorstehendem  Programm  bei  den  einzelnen  Vorlesungen ­
  angeführt.
Um  dun  Studierenden  bei  der  Einrichtung  ihres  Studienganges  Anhaltspunkte ­
  zu  geben,  sind  für  die  technischen  Berufsrichtnngen  Studienpläne
  aufgestellt,  denen  jedoch  kein  zwingender  Charakter  zukommt.
Es  ist  auch  in  sie  nur  das  Wesentliche  aufgenommen,  dem  jeder
Studierende  die  für  ihn  passenden  weiteren  Lehrgegenstände  jo  nach
seiner  Vorbildung,  seinem  Willen,  sich  hoher  auszubilden,  und  der
Zeit,  welche  er  dieser  Ausbildung  widmen  will,  anreiben  kann.

Empfohlen  wird  dm  Studierenden,  dabei  auch  die  Vorlesungen
der  Abteilung  für  Allgemein  bildende  Fächer  zu  berücksichtigen.
            
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