Title:
Programm der Württembergischen Technischen Hochschule in Stuttgart für das Studienjahr 1920-1921
Shelfmark:
UASt-DD1-059
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1530689129952_1920_1/5/
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(Seininarubgangszeugnis) zuMtminrn mit dem Zeugnis der Ergänzungs- 
prüfung das Reifezeugnis einer neunmaligen höheren Schule. 
Wer seine Vorbildung im Auslände erhalten hat, kann als ordent 
licher Studierender aufgenommen werden, wenn er ein Reifezeugnis 
besitzt, das von dem Ministerium als gleichwertig mit den vorgenannten 
deutschen Reifezeugnissen anerkannt ist und im Lande seiner Aus 
stellung zum Studium an einer Technischen Hochschule oder an einer 
Universität als ordentlicher Studierender berechtigt. 
Zur Aufnahme in die Abteilung für Maschineuingcnieurwesen ein- 
schließlich der Elektrotechnik ist überdies in der Regel der Nachweis 
einer mindestens sechsmonatigen W.-rkstattätigkeit zu erbringen, wogegen 
daa für die Hauptprüfungen vorgeschriebene zweite Halbjahr praktischer 
Tätigkeit in die Studienzeit fallen kann. 
Zur Aufnahme als Studierender der Pharmazie wird der Nachweis 
der erstandenen pharmazeutischen Vorprüfung und der Zurücklegung 
einer mindestens einjährigen Göhilfensoit in Apotheken des Deutschen 
Reichs verlangt. 
Die neue Diplomprüfungsordnung für Architekten fordert für dio 
Vorprüfung eine neunmonatige praktische Tätigkeit, wovon in der Regel 
6 Monate vor dem Beginn des Studiums abzulegen sind. Die praktisch© 
Tätigkeit soll nicht auf einem Architekturbüro, sondern auf dem Bau 
platz und in Werkstätten ausgeübt werden. 
Auch für Bauingenieure wird voraussichtlich vom Winter 1921, 1 22 
ab dor Nachweis einer praktischen Tätigkeit verlangt werden. 
Unter den hier aufgeführten Bedingungen werden auch reichs- 
angchörige weibliche Personen als ordentliche Studierend© 
aufgenommen. 
Außerordentliche Studierende. 
Als außerordentliche Studierend© können diejenigen aufge 
nommen werden, welche Zeugnisse der vorgenannten Art nicht, haben, 
aber sieh urkundlich mindestens über den Besitz der Kenntnisse aus- 
weisen, welche zur wissenschaftlichen Befähigung für den einjährig-frei 
willigen Militärdienst im deutschen Heere erforderlich waren. Sofern der 
Besitz dieser Kenntnisse nicht durch das Befähigungszeugnis der be 
suchten Lehranstalt*) nachgewiesen wird, kann er auf Grund gleich 
wertiger Zeugnisse durch das Abteilungskollegium mit Zustimmung 
des Rektors festgestellt werden. 
•) Der . Berechtigungsschein *. der unter Befreiung von der wissenschaft 
lichen Prüfung erworben ist (,KQnstlereinjährigl*), ersetzt dieses Zeugnis nicht. 
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Zur Aufnahme in dio Abteilung für Maschineningenieurwcscn 
einschließlich der Elektrotechnik wird überdies der Nachweis einer 
längeren, erfolgreichen praktischen Tätigkeit verlangt, wovon min 
destens 2 Jahre auf Arbeiten in der Werkstätte entfallen müssen. 
Reichsangehörige weibliche Personen, die eine deutscho 
staatliche Dienstprüfung für Hauptlehrerinnen an höheren Mädchen 
schulen mit Erfolg bestanden habon und die übrigen Bedingungen er 
füllen, können als außerordentliche*) Studierende zugelassen werden. 
Mit Rücksicht auf di«« anhaltende Oberfüllung der Hochschule und 
die fortdauernden Ernährung*- und Wohnungsschwierigkeiten müssen 
die bestehenden Zulassungsbeschränknngen weiterhin aufrecht erhalten 
werden. Für das Winterhalbjahr 1920/21 hat das Ministerium des 
Kirchen- und Schulwesens folgende Anordnungen getroffen, dio voraus 
sichtlich auch für das Sommerhalbjahr 1921 in Geltung bleiben werden: 
Zum Winterhalbjahr 1920/21 werden außer den bereits zugelas 
senen reichsdeutschen Studierenden und Hörern reichsdeulsche männ 
liche Kriegsteilnehmer und Württemberget beiderlei GeschlochtH zu- 
gulassen. Als Reichsdeutsche sind hiebei auch alle Studierenden 
mit deutscher Muttersprache, die in den jetzt vom Reich abgetrennten 
Gebieten beheimatet sind, als Württemberger auch solche Studie 
rende zu behandeln, deren Eltern Reichsdeutsche sind und ohne dio 
wüntembergilcbe Staatsangehörigkeit zu besitzen, ihren Wohnsitz (nicht 
bloß ihren vorübergehenden Aufenthalt) in Württemberg vor dem 
1. Juli 1919 genommen haben. Andere reicbsdeutsche Studierende und 
Hörer können nur, soweit der Platz reicht, mit besonderer Genehmigung 
des Ministeriums zugelassen werden. Sie haben ihre Gesuche um Zu 
lassung mit den nötigen Belegen spätestens einen Monat vor Semester- 
% beginn beim Rektorat oinzureichen. 
Ausländer werden ausnahmsweise mit Genehmigung des Ministe 
riums des Kirchen- und Schulwesens zugelasseu, soweit dadurch dio 
berechtigten Ansprüche der deutschen Studentenschaft und sonstige 
deutsche Interessen nicht beeinträchtigt werden. Unter den gleichen 
Voraussetzungen können deutsche Kolonistensöhne, Balten uud andere 
Ausländer mit deutscher Muttersprache, in deren Heimatstaat keine 
Hochschule mit deutscher L«hnipniche ist, auf Zulassungsgenehmigung 
rechnen. 
• 
') Wegen der Zulassung als ordentliche Studierende nach Erstehung einer 
Ergänzungsprüfnng s. die Fußnote S. 5.
        

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