Title:
Programm der Württembergischen Technischen Hochschule Stuttgart für das Studienjahr 1933/34
Shelfmark:
UASt-DD1-071
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1530689129952_1933_1/52/
  
  
  
  
  
  
Zweck und Vorbildung. 
2. Die Werkstattätigkeit soll den Studierenden — als zukünftigen Ingenieur — mit 
den praktischen Grundlagen seines Berufs, insbesondere mit den Werkstattarbeiten 
und mit der industriellen Erzeugung durch eigene Anschauung undeigene 
Mitarbeit vertraut machen. Die Kenntnisse und Eindrücke, die er dabei sammelt, 
sind zum Verständnis der technischen Vorträge und Übungen in der Hochschule und 
besonders für die spätere Berufsarbeit notwendig. Durch diese Arbeit in den Werk- 
stätten soll der Studierende auch die sozialen Verhältnisse der Arbeiter kennen 
und beurteilen lernen, damit er später ein gerechter Vorgesetzter sein kann. 
3. Der Studierende muß für seine verhältnismäßig kurze praktische Aus- 
bildung so gereift sein, daß er den gestellten Anforderungen völlig nachkommen 
kann, daß er der Fülle neuer Eindrücke gewachsen ist, und daß er während dieser 
Werkstattlehrzeit die richtige Einstellung im Hinblick auf seinen späteren Ingenieur- 
beruf beobachtet. Es wird deshalb im allgemeinen nur diejenige Werkstattätigkeit 
anerkannt, die nach der vorgeschriebenen Reifeprüfung abgelegt worden ist. Ander- 
weitige praktische Tätigkeit bedarf zur Anrechnung besonderer Genehmigung. 
Dauer und Zeiteinteilung. 
4. Die in der Diplomprüfungs-Ordnung verlangte Mindestpraxis von 12 Mo- 
naten, von der mindestens 6 Monate zusammenhängend vor Beginn des 
technischen Studiums zu erledigen sind (siehe auch unter III), muß in den 
einschlägigen Fabrikationswerkstätten erworben werden. 
5. Die Einrede, keine geeignete Praktikantenstelle gefunden zu haben, 
wird grundsätzlich nicht anerkannt. 
6. Für Fehlzeiten an der Mindestpraxis von 6 bzw. 12 Monaten wird geeignete 
Ergänzung verlangt. Etwaige Unterbrechungen der Praxis durch Krankheit müssen 
durch einen Arzt begründet und beglaubigt sein. 
7. Wegen der Wichtigkeit praktischer Kenntnisse wird den Studierenden nach- 
drücklich empfohlen, für ihre gesamte praktische Ausbildung 18 bis 20 Monate 
aufzuwenden. 
8. Ein größerer Teil der praktischen Ausbildung, namentlich in den 
Sonderfächern (wie Elektrotechnik, Dampfturbinen- und Verkehrsmaschinenbau, 
wirtschaftliche. Reihenfertigung usw.), wird zweckmäßig nach der Vorprüfung 
erledigt, da dann das inzwischen betriebene Fachstudium das Verständnis für Ge- 
staltung, Herstellungsverfahren, Fabrikeinrichtungen und Erzeugnisse wesentlich 
unterstützt. Bis zur Mindestdauer von 12 Monaten muß auch diese weitere Praxis 
in Fabrikationswerkstätten bzw. auf Werkplätzen oder Werften erworben werden. 
9. Über die als Mindestmaß vorgeschriebenen 12 Monate Fertigungspraxis hinaus 
wird, je nach Studienrichtung, eine Werktätigkeit bei Maschinen- und Apparate- 
aufstellungen, bei Hochspannungsmontagen, in Kraft- und Umspannungswerken, auf 
Lokomotiven oder Schiffen, in Fernmeldezentralen, auf Flugplätzen, auf Prüfständen, 
in Laboratorien sowie in Betriebs- und Konstruktionsbüros nachdrücklich empfohlen. 
10. Die zur Ergänzung der für die Aufnahme in die Technische Hochschule vor- 
geschriebenen 6 Monate (Ziffer 4) notwendige weitere praktische Ausbildung kann 
nach der Vorprüfung, und zwar zusammenhängend während I oder 2 Semestern oder 
in den Ferien erledigt werden, jedoch soll jeweils eine Arbeitszeit von 2 bis 3 Monaten 
nachgewiesen werden. Ausbildungsabschnitte unter | Monat werden nicht 
angerechnet. 
11. Die Sommerferien sollen im allgemeinen für Studienarbeiten und Studien- 
reisen, für wissenschaftliche Arbeit in Laboratorien oder Konstruktionsbüros oder 
für ergänzende Spezialpraxis freigehalten werden. Die während der Studienjahre dem 
Praktikanten gegebene Möglichkeit, Einblick in die verschiedensten Fertigungs- 
gebiete und Betriebe zu erlangen, wird sich im späteren Berufsleben kaum mehr 
bieten; deshalb soll man an der Praxis nicht sparen, 
100 
12. Auslä i . 
monatige Nr ne oben en vor Beginn des Studiums die erforderliche zwölf. 
nach. Praktikantenst len ıldung zu erwerben. Da es ihnen bei der starken Nacht Be 
in geeigneten d S ch en seitens der deutschen Studierenden häufig schwieri a. 
1 gneten deutschen Betrieben unterzukommen, kann ihre Sek A 
he Ar ung 
in guten ausländischen Betrieb: 
N ; FAKEIS 
te n erfolgen, muß aber diesen Richtlinien sinngemäß 
Art und Weise der praktischen Ausbildung. 
U Es ist zw sckmißie: die praktische Ausbildung mit den mehr ha 
\ en, z.B. mit Formerei, Modelltischlerei Schmied dS 
‚ginnen und dann die maschinelle Bearbeitung eren Fra 
schließen, hierauf den Zusammenbau von AB 
lernen und zuletzt im Betrieb von Maschine 
arbeiten. Erst nach einer zwölfmonatigen 
keit in Betriebs- usw. Büros in F. rage kommen 
ndwerksmäßigen 
| 1 hlosserei zu be- 
wie Dreherei, Fräserei usw. anzu- 
paraten und Maschinen kennenzu- 
nanlagen oder auf Prüfständen zu 
Werkstattpraxis kann eine Tätig- 
Für die zeitliche Eintei i i 
N Vorchi gen te Einteilung dieser Praxis werden unter der folgenden Ziffer II 
14. Für das er$ } i 
 ialieiernn SER ETDIE N es archen Ausbildung wird vor zu enger Spe 
isierı ‚ dıe ım Wıderspruch zum akademischen Studi ] 
zu einseıtig machen könnte. Erst für d i dA CE 
See ta . Erst für den zweiten Teil der Ausbildu Il 1 
Yıken des von ihnen bevorzugt 1 an zn 
den besonderen. Werkstattarbeiten vertraut A a Salben um mit 
15. Der Studierende soll durch seine Praxis ei 1 
w | € axIıs einerseits praktische Ke 1 
Nerlstofle und Ahres EN bei der Bearbeitung, der Werkzeuge uud ee 
De ne En cn S earbeitungsmöglichkeiten, der Konstruktionsformen 
"1 Pr eh eile, Apparate und Maschinen erwerben; andererseits soll er 
Een Arno ung en Einblick in das Zusammenarbeiten der verschie- 
Ca gruppen, ın die Leitung und Organisation der Werkstätten und in di 
ungsmethoden der Arbeitskräfte gewinnen. A 
16. Die Handfertigkeit im For 1 
1 ı £ Formen, Schmieden, Schl 
N br fen u os Yemgstens so wet Hr OhSe HS Ca kn ed m 
1 rende gt ist, die für die einzelnen Arbei öti 1 au 
keit und die mit der Herstellung verbundenen N a zu 
beurteilen und an der Ausführun: und Aufstellung von Maschinen und sonstigen 
g 
einschlägigen Er Zzeugn!ssen selbsttätig mıtzuar beiten. 
17. Die Studierenden haben sich al i 
7. C € s Arbeit } 
etätigen, um sich auch in den Verkehr mit den een Aalen NE 
g der Arbeiter seıtens der 
handlun d Meister und Ingenieure und ın die Denkweise der 
fe Prob kenten schen während de. ersten Ausbildung vor dem Studium 
le erkzeichnungen auszuführen haben, mü 1 i 
zeichnungen verstehen und einfache W, 1 m ra on Mac 
A einfache Werkskizzen ausführen können. Deshalb wird 
ersten Ausbildung empfohlen, Gel 1 i ce 
4 pfohlen, Gelegenheiten zur Teilnah 
aschinenbauerkursen, na ich ı chnise jchner. Susann 
U rsen, namentlich im technisch ü 
und deswegen die Betriebsleitung zu befragen. Sm 7 elChogn: aysrunützen 
Ausbildungsbetriebe. 
B. Den Anfang an De Kenntnisse Handfertigkeit und soziale Einfühlung 
ıkbetrieben der Privat- oder Gemeinwi 
sprochen werden. Bauschlossereien, In 1 ä CE ee 
1 . ‚. Installationsgeschäfte, kl R 
stätten und außerhalb der Industri ten. sowie le an Merle 
| e stehende Lehrwerkstätten sowie di 1 
. ne . . € 
nk erksbetriebe scheiden für die erforderliche praktische Ausbildung aus, da Si 
ne Beobachtung der industriellen Fertigung nicht ermöglichen, Or 
1017 
  
 
        

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