Full text: Technische Hochschule Stuttgart. Personal- und Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 1942/43 (1942)

2. Abteilung für Ebemie 
A) Lnrbienplan für Chemiker. 
Allgemeine Bemerkungen 
Der folgende Au-bilduag-plan für Chemiker ist einzuhalten. wenn das Stu« 
dienziel in der im Plan vorgelebenen Semesterzabl erreicht werden soll. 
Wenn der Studierende entweder im Interesse einer gründlicheren Ausbil« 
düng etwas mehr Zeit ansehen will, oder wenn er die vorgeschriebenen Prak 
tikum-aufgaben in dem Zeitraum der Studienordnung nicht erledigen kann, 
so bleibt ihm unbenommen. Vorlesungen aus der Zeit nach dem Vorexamen 
auch schon vor dem Vorexamen zu hören, bzw. für die Zeit nach dem Vor. 
eramen vorgesehene kleine -Praktika schon vor dem Vorexamen zu besuchen. 
Cs soll dies aber unter keinen Umständen gemach« werden, bevor der Studie« 
rende nicht die vorgeschriebenen 4 Semester theoretische Vorexamcnsausbil. 
düng planmäßig vollendet bat. weil sonst die Dorausseyungen für die anderen 
Vorlesungen nicht gegeben sind. 
Die eingesetzten Semefierzahlen sind Mindestzahlen, welche von begabten 
und fleißigen Studierenden erreicht werden sollten. Die praktische Durchsüh. 
rung des Studienplancs ha« aber in allen deutschen Hochschulen bisher er« 
geben, daß für die meisten Studierenden die angesetzte Semesterzahl nicht 
ausreicht, sondern im Mürel 8 9 Semester bi» zur Vollendung des Diplom, 
eramens gerechnet werden müssen. 
Promotion 
Nach Erledigung des Diploniexamens. bzw. der Erwerbung des Nachweises 
eines Diplom Chemikers. hat der Studierende formell seine Ausbildung 
vollendet. Die Industrie ha« auch von diesem Zeitpunkt an die Dienstzeit des 
Chemikers zu berechnen, wenn der Betreffende schon direkt nach dem Diplom« 
examen als Assistent oder sonstwie praktisch tätig war. 
Andercrseüö haben Chemiker nur in Ausnabmefällcn mit Daueranstellungen 
zu rechnen, wenn sie nicht nach dem Diplomeramen noch eine Dokrorarbeit 
ausgeführt haben und zum Doktor promovien worden sind. Dies liegt daran, 
daß die demsche chemische Industrie nur durch forschende Chemiker etwas 
geworden ist und deshalb verlangt, daß der Chemiker vor dem Verlassen der 
Hochschule schon einmal in intensiverem Maße sich mit Forschung beschäftig« 
bat. wie es im Laufe der kurzen Diplom.Arbeir nick« möglich ist. Für die 
Durchführung der Doktorarbeit und anschließende Promotion sind. wenn 
keine Nebenbeschäftigung de» Betreffenden vorliegt, noch etwa 2-3 Semester 
zu rechnen, wenn der Betreffende nebenbei Assistent ist oder eine sonstige 
Nebenbeschäftigung ha«, entsprechend mehr. 
Die Doktorprüfung ist für solche, welche ganz nach der neuen Zorn, ausge« 
bildet sind, also keine Nebenfächer außer Phoiik erledigt haben, mtt 2 Neben« 
fächern auszuführen. Als l. Nebenfach ist Pbvlik vorgeschrieben. Das 2. 
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Nebenfach kann von dem Betreffenden ge,väblt werden. In Frage komnien 
vor allem: Mineralogie. Geologie. Botanik und Mathematik. Cs können auch 
Nebenfächer aus anderen Abteilungen der Hochschule qewadlr werden, diese 
bedürfen aber der vorherigen «Genehmigung des Abteilungsleiters. Die Ne 
benfächer dürfen keine chemischen Fächer sein, da die Chemie insgesamt in 
die Hauptprüsung hineingcbört. 
Der zu Promovierende hat unter Fühlungnahme mit den ordemlicken Lebr« 
stuhlinbabern rechtzeitig dafür Sorge *u tragen, daß er die Vorlesungen und 
Praktika erledigt hat. ivelche tbm die Berechtigung geben, sich in den bclref. 
senden Fächern in, Doktorexamen prüfen zu lasten. Es ivird empfohlen, die 
später für die Nebenfächer des Dokroreramen» erforderlichen Praktika und 
Vorlesungen nachdem Vorexamen, frühesten» aber vom 5. Semester an zu 
hören bzw. mitzumachen. 
I. Grundausbildung 
für Chemiker aller 3 Dichtungen. Dertilrhemiker und Metallchemiker 
bis zum Vorexamen 
1. Semester Vortr. üb. 
Anorganische Erperimentalchemie I 4 
Laalynsche Chemie I (Neakiionen und qualitative Analyse I) 3 
Übungen im Laboratorium für anorganische Chemie — Bollprak«. 
Grundlagen der Physik I 4 — 
Physikalisches Praktikum I (für Anfänger) — 3 
Einführung in die höhere Mathematik kür Chemiker ...... 3 — 
2. Semester 
Anorganische Experiinentalchemie II 3 
Analytische Chemie II sFortselzung der qualitativen Analyse 
und quantitative Analyse einschl. GaSanalyse) 3 
Übungen im Laboratorium für anorganische Chemie — Vollprakt. 
Grundlagen der Physik ll 4 
Physikalisches Praktikum II — 3 
3. Semester 
Anorganische Experimentalchemie III 2 — 
Übungen im Laboratorium für anorganische Chemie — 
daS evtl, Halbpraktikum in ganztägiger Arbeit >/, Le« 
mester lang — — Halb« ober 
Bollprak«. 
Physikalische Chemie I 2 
Einsiihning in die organische Chemie l 4 
Nach Erledigung der vor dem Vorexamen vorgeschriebenen 
praktischen Ausgaben im Laboratorium für anorganische Che« 
mic: Übungen im Laboraionum für organische Chemie . . — Halbprak«. 
,n ganztägiger Arbeit '/, Leinester lang
	        

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