Title:
Die Königlich Württembergischen Staatseisenbahnen
Creator:
Morlok, Georg
Shelfmark:
1Ma 315
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1537772834592/13/
Lokomotive. 
EINLEITUNG. 
ie Erfahrungen, welche mit der Einführung der Eisenbahnen in den dreissiger Jahren 
unseres Jahrhunderts überall gemacht wurden, der günstige Einfluss, den sie auf alle 
Zweige des Verkehrs und auf die volkswirtschaftlichen Zustände ausübten, die That- 
sache, dass sie teilweise rasch zu finanziellen Einnahmequellen wurden, haben um jene 
Zeit auch in Württemberg den Wunsch nach deren Einführung gereift. 
Es genügt von den damals gebauten und in Betrieb gestellten Bahnen hier anzuführen: 
Prag—Lanna 
Nürnberg—Fürth 
Brüssel—Malines 
Berlin—Potsdam 
Brüssel—Mecheln 
Leipzig—Dresden 
Ferdinands-Nordbahn 
eröffnet 1830, 
Paris—St. Germain 
eröffnet 1837, 
i8 35, 
i 8 35, 
1835, 
1835, 
i8 37. 
1837, 
Braunschweig—Wolfenbüttel „ 1838, 
Wien—Wagram „ 1838, 
Magdeburg—Leipzig „ 1840, 
Frankfurt—Höchst „ 1840, 
Strassburg—Basel „ 1841, 
München—Augsburg „ 1842, 
Rouen—Orleans eröffnet 1843. 
König Wilhelm, welcher sich stets für Verbesserung des Verkehrswesens in hohem Grade 
interessierte, hatte schon im Jahre 1830 eine aus Technikern und Administrativbeamten bestehende 
Kommission eingesetzt, um die Frage des Eisenbahnbaues und sonstiger Kommunikationsmittel höherer 
Ordnung einer eingehenden Prüfung zu unterziehen. 
Und als sich im Jahre 1835 einzelne Gesellschaften in Stuttgart, Ulm etc. bildeten, um an 
den Bau aus Privatmitteln heranzutreten, wurde denselben von der Königl. Regierung überall Wohl 
wollen und Unterstützung entgegengebracht. 
Gleichwohl haben diese Gesellschaften, wie spätere Vereinigungen von Berliner und eng 
lischen Kapitalisten, ihre ersten Ziele nicht weiter verfolgt, als sie sich mit den vorliegenden Ver 
hältnissen, mit Bau- und Betriebskosten erst näher bekannt gemacht hatten und hierbei manchen 
Zweifeln begegnet waren. 
Wohl stellte die ungewöhnlich günstige geographische Lage Württembergs zwischen bedeu 
tenden Hauptstädten und Handelsmetropolen und an bestehenden frequenten Handelsstrassen einen 
ergiebigen Durchgangsverkehr, die landwirtschaftliche und gewerbliche Produktion des fruchtbaren 
Landes und der fleissigen Bevölkerung lebhaften Binnenverkehr in Aussicht, und beide zusammen 
Hessen auf beträchtliche Einnahmen mit Sicherheit rechnen. Allein diesen günstigen Aussichten 
standen bei näherer Betrachtung erhebliche Schwierigkeiten und Kosten bei Erbauung und Betrieb
        

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