Title:
Die Königlich Württembergischen Staatseisenbahnen
Creator:
Morlok, Georg
Shelfmark:
1Ma 315
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1537772834592/133/
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waren, beruhten zum grossen Teil auf unsicheren Schätzungen, zu deren richtiger Beurteilung die 
Erfahrungen noch nicht genügend gesammelt waren. Immerhin war es sehr verdienstlich von 
Minister v. Knapp, dass er sich durch diesen Widerspruch der Kammern nicht abhalten Hess, die 
Erbauung weiterer nützlicher Bahnen, und zwar nach dem Programm des Ministeriums Schlayer, 
eifrigst zu betreiben. 
Wie von ihm, so auch von seinem Nachfolger Staatsrat v. Sigl, wurden Ziele verfolgt, 
welche unbedingt dem Lande zum Nutzen und Segen waren, zumal auch korrekte Verwaltungs 
wege aufs strengste eingehalten, z. B. alle Verträge gewissenhaft durchgeführt wurden. 
So wurde nun die dritte Periode derart abgeschlossen, dass mit Recht den leitenden Mi 
nistern allgemeine Anerkennung zu teil wurde, deren Eifer und Umsicht, und der sorgfältigen Durch 
führung der v. Schlayerschen Bestimmungen des Verfahrens bei Plazierung und Ausführung der 
Stamm- und einiger weiteren Bahnen ist es auch beizumessen, dass sich die Rente bis 1858 auf 
6,92 °/o durchschnittlich, von 1854 bis 1864 auf 5,5 °/o hob. 
III. Bauperiode. 
Zwanzigstes Kapitel. 
Hingang des Königs Wilhelm I. von Württemberg und Thronbesteigung des Königs Karl I. 
Im Jahre 1864 hatte das Land einen herben Verlust zu beklagen; am 21. Juni 1864 starb 
der Schöpfer des württemb er gischen Eisenbahnwesens, der mit klarem Blick die Zeitverhältnisse 
erkannte, und denselben nach allen Richtungen Rechnung tragend, die Eisenbahnen in sehr grossem 
Umfange ins Leben rief, in Staatsverwaltung nahm und auch zu Zeiten in derselben behielt, als 
hohe Staatsbeamte und ein Teil der Volksvertretung dieselben der Erbauung und dem Betrieb ein 
zelner Privatgesellschaften überlassen wollten. 
An demselben Tage bestieg sodann König Karl I. den Thron seiner Väter, um ebenso in 
wohlwollender und einsichtsvoller Fürsorge dem neuen Verkehrsmittel Erhaltung, Fort- und Durch 
bildung zu sichern. Höchstderselbe verlegte die Verwaltung der Eisenbahnen mit den übrigen 
Verkehrsanstalten von dem Ministerium der Finanzen in dasjenige der auswärtigen Angelegenheiten, 
womit nunmehr die IV. Bauperiode beginnt. 
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