Title:
Die Königlich Württembergischen Staatseisenbahnen
Creator:
Morlok, Georg
Shelfmark:
1Ma 315
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1537772834592/134/
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it fester Hand ergriff Freiherr v. Varnbüler die Leitung des Eisenbahnwesens. Als Jurist 
und Staatsmann, als Gutsbesitzer, Mitteilhaber und Mitvorstand landwirtschaftlicher und 
gewerblicher Etablissements war er im Besitze des Wissens und der Erfahrungen, die er 
als Chef des Verkehrswesens nötig hatte. Die Stellung, welche er als ritterschaftliches 
Mitglied des Abgeordnetenhauses zum Eisenbahnbau einnahm, ist von ihm auch als Minister und 
hauptsächlich mit dem Bestreben eingehalten worden, die Eisenbahnen im Württemberger Lande 
im weitesten Kreise — wenn nötig selbst mit erheblichen Opfern zu verbreiten. 
Es hatte Minister v. Varnbüler nämlich erkannt, dass eine Anzahl der von ihm für Erbauung 
in Aussicht genommenen Bahnen die Verzinsung des auf sie verwendeten Kapitals nicht erbringen 
werden. Da aber um jene Zeit keinerlei Berechnung über den allfälligen Ausfall angestellt wurde, 
die Höhe desselben somit nur angenommen oder vermutet werden konnte, so mag es wohl der Fall 
gewesen sein, dass demselben dennoch vorgebeugt worden, wenn er richtig bekannt gewesen wäre, 
weil immerhin Opfer für einzelne Landesteile nur innerhalb solcher Grenzen zu bringen sind, wodurch 
andere, besonders mit Bahnen nicht bedachte Landesteile nicht allzusehr beschädigt werden. Jenen von 
ihm vermuteten Ausfall hoffte der Minister überdies zu einem grossen Teil durch zweckmässige An 
ordnungen ausgleichen zu können, und es wurden von ihm teils an die Eisenbahnbaukommission, 
teils an einzelne Referenten Vorschriften und Weisungen erlassen, mit welchen Ersparnisse erzielt 
werden sollten. 
Dieselben waren zwar grossenteils zuvor schon bekannt und in Uebung, sie mögen aber 
im wesentlichen hiernach aufgeführt werden: 
1) Es soll jederzeit das Bedürfnis ermittelt werden, für dessen Deckung Einzelbauten 
und Einrichtungen etc. getroffen werden wollen. 
2) Nur dauerhaftes, dabei aber möglichst billiges Baumaterial soll zur Verwendung 
kommen; es soll besonders auf gute Mörtelsubstanz und Mörtelbereitung, auf solide, 
macht werden, um weitere Erfahrungen über rationellste Bauweise zu gewinnen.
        

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