Title:
Die Königlich Württembergischen Staatseisenbahnen
Creator:
Morlok, Georg
Shelfmark:
1Ma 315
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1537772834592/138/
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waltung bei Ausführung in eigener Hand dem Voranschlag gegenüber ebenfalls zu tragen gehabt 
hätte. Irgend welchen Verwilligungen dieser Art hatten aber gründliche Untersuchungen der 
Referenten und des Ministers voranzugehen. 
Minister v. Varnbüler wusste immer mit Takt und Sachkenntnis die nötigen Verfügungen 
zu treffen, nachdem er sich zuvor eingehend mit allen einschlägigen Verhältnissen persönlich bekannt 
gemacht hatte. 
4) Die unter Ziffer 4 angeordnete Verwendung unregelmässig geformter, unbearbeiteter 
Mauersteine kam nur in ein paar Fällen zur Durchführung. Trotz der Vorschrift in verschiedenen 
Ueberschlägen wurden die Mauersteine immer sauberer bearbeitet, als gefordert war. Die Maurer 
wollten von ihrer bisherigen Behandlung des Mauerwerks nicht lassen, und in den meisten 
Fällen eignet sich auch das in Württemberg vorhandene Steinmaterial ungleich besser für regel 
mässiges und lagerhaftes, als für ungeregeltes Brockengemäuer. Die Verwendung des letzteren 
wurde auch überall unterlassen, wo immer lagerhaft brechende Sand- und Kalksteine zur Verwen 
dung standen und kam nur noch in Anwendung, wo Gerolle oder unregelmässig brechende Steine 
aus dem Ur- oder Kalkgebirge erhältlich waren. 
5) Die unter Ziffer 5 befohlene Erbauung und Einrichtung von Menagen im Staatsbetriebe 
wurde in verschiedenen Landesteilen und in grossem Umfange vollzogen und über eine Reihe von 
Jahren im Betriebe erhalten; sie hatten fast überall und namentlich in minder bevölkerten Gegenden 
gute Erfolge: es wurde hierdurch die raschere Durchführung des Staatseisenbahnbaues erheblich 
gefördert, indem viele, fremde Arbeiter herangezogen wurden. Freilich haben auch viele, nament 
lich süddeutsche Arbeiter, die Ungebundenheit in Wirts- und Privatgebäuden gegenüber der Be 
herbergung und der Bewirtung in den beaufsichtigten Staatsanstalten vorgezogen. Noch viel mehr 
aber benutzten andere dankbar die gebotene Hilfe, die ihnen auch in so lange gewährt wurde, als 
sie für den ungehinderten Fortgang der Arbeiten dienlich oder nötig war. 
6) Ebenso wurde die Wohlthat kostenfreier Versendung ihrer Ersparnisse in die Heimat 
von vielen Arbeitern benutzt. 
1TV. Bauperiode. 
Drittes Kapitel. 
Durchführung der befohlenen Herstellung von Dienstwohngebäuden und von Horizontalkurvenkarten. 
7) Die Einrichtungen der Wohn- und Dienstgebäude, ihre Form und Ausstattung, kamen 
ganz nach den erteilten Vorschriften zur Ausführung. 
In Einzelwohnungen wurden die Beamten in derart zusammengelegten Wohnungen unter 
gebracht, dass sich nur möglichst wenig Familien in Treppe und Hauseingänge zu teilen hatten. 
Diese Anordnungen und die billige, wo sie zu leisten war, den Selbstkosten angemessene 
Hausmiete wurde stets von den betreffenden Mietern dankbar anerkannt. 
Hatte bei seinem Dienstantritt im Jahre 1864 der Minister allgemein Anlass zu Erbauung 
von Dienstwohnungen gegeben, so hat er noch speziellen Auftrag in gegebenen Fällen und immer 
da erteilt, wo ein Zusammenfluss von Bediensteten und ständigen Arbeitern die Einmietung in an 
ständige Wohngelasse erschwerte, wo ausreichende Mietwohnungen um mässigen Preis nicht zu 
erhalten waren. 
Besondere Sorge wandte er den Post-, Eisenbahn- und Telegraphenbediensteten in Stuttgart 
zu, indem er zur Erbauung von Wohnungen für dieselben bei den Ständen die Summe von 500000 fl. 
exigierte und nach deren Verabschiedung und nach erfolgter königl. Genehmigung zur Ausführung 
stellte. Mit der Projektierung der betreffenden Bauten hatte der Minister den Oberbaurat Morlok
        

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