Title:
Die Königlich Württembergischen Staatseisenbahnen
Creator:
Morlok, Georg
Shelfmark:
1Ma 315
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1537772834592/144/
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durch Verwerfungen mit Schichtenneigung bis zu 30 °/ 0 hingeführt werden musste, Abrutschungen 
oder sonst missliche Vorkommnisse kaum zu verzeichnen waren. Teils war den bedenklichsten 
Stellen des Jura, welche sich bemerkbar gemacht hatten, ausgewichen, oder weiteren Gefahren durch 
Trockenlegung die gefährlichste Spitze gebrochen worden. Auch nach Uebergang der Bahn an 
den Betrieb hat sich dieselbe unverändert erhalten. 
Fast gleichzeitig mit der Vollendung und Eröffnung der von ihm bearbeiteten oberen Neckar 
bahn, ein Jahr vor Vollendung der letzten Strecke Tuttlingen—Immendingen, wurde Oberbaurat 
v. Gaab am 23. August 1869 vom Tode aus seiner verdienstvollen und unermüdlichen Thätigkeit 
ins Jenseits abberufen. 
Die Vollendung dieser letzten Strecke vor Einmündung in die Grossherzoglich badische 
Bahn bei Immendingen wurde hierauf dem Oberbaurat v. Schlierholz übertragen. 
Eröffnung der oberen Neckarbahn erfolgte, wie jene der I. Abteilung, in Bruchteilen; und 
zwar wurden eröffnet: 
Rottenburg—Eyach den 1. November 1864. 
Eyach—Horb den 1. Dezember 1866. 
Horb—Thalhausen den 8. Oktober 1867. 
Thalhausen-—Rottweil den 23. Juli 1868. 
Rottweil—Tuttlingen den 15. Juli 1869. 
Rottweil—Villingen den 26. August 1869. 
Tuttlingen—Immendingen den 26. Juli 1870. 
3TV_ Bauperiode. 
Sechstes Kapitel. 
Auf die obere Neekarbahn einmündende Privatbahnen. 
Nachdem die Neckarbahn aus Staatsmitteln hergestellt war, fühlten jetzt mehr als zuvor 
schon, einzelne von gleicher Wohlthat ausgeschlossene Landesteile und Städte das Bedürfnis, sich 
das bessere Verkehrsmittel auf eigene Kosten zu verschaffen, weil Staatshilfe in zu grosse Ferne 
gerückt schien. Es sind dies die Bezirke und die Städte Kirchheim und Urach. Zwei Seitenthäler: 
das östlich von der Neckarbahn gelegene Lauter- und das südöstlich hinziehende Ermsthal waren 
geeignet, ohne nennenswerte Bauarbeiten die gewünschten Bahnen aufzunehmen. 
Soweit die ständischerseits getroffepen und gesetzlichen Bestimmungen es gestatteten, wurde 
diesen Unternehmungen Unterstützung geleistet. 
Diese Bahnen sind mit der Spurweite und nach den sonstigen Normen der Vollbahnen, 
aber mit grösster Sparsamkeit durch Aktiengesellschaften unter der technischen Oberleitung des 
zuvor württembergischen Baurats Binder erbaut, und es ist die erstere unterm 12. September 1864, 
die zweite unterm 27. Dezember 1873 in Betrieb gestellt worden. 
Dieselben erwiesen sich durchaus lebensfähig und dauerhaft und stehen in fortwährendem 
Betrieb, liegen im übrigen ausserhalb der Grenze unserer Betrachtung. 
Die Längen-, Stcigungs- und Verkehrsverhältnisse und die wichtigsten Bauwerke der ge 
samten oberen Neckarbahn einschliesslich der Strecke Plochingen—Reutlingen-—Rottenburg sind hier 
nach verzeichnet:
        

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