Title:
Die Königlich Württembergischen Staatseisenbahnen
Creator:
Morlok, Georg
Shelfmark:
1Ma 315
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1537772834592/43/
3i 
3) Dieser Vorteil erscheint um so grösser: als die Hauptdifferenz in Krümmungen und 
Steigungen (zwischen den Linien III. und II.) gerade in derjenigen. Strecke vorkommt, 
welche sich des grössten Verkehrs erfreuen wird, nämlich zwischen Stuttgart und 
Kannstatt. In dieser Strecke kann nach Projekt III. die Lokomotive um io°/ 0 mehr 
leisten, als nach dem andern. 
4) Der Verkehr in beiden Fällen gleich gross angenommen, sind die Betriebsauslagen 
per Meile, die ein Train zurücklegt, nach III. um 19 kr. geringer als nach II., und bei 
Annahme von täglich vier Zügen nach Esslingen und andern vier Zügen nach Kannstatt 
und zurück beträgt die Differenz in den Betriebsauslagen eines ganzen Jahres 4076 fl., 
und es wäre mithin für die Herstellung der Bahn in der Linie III. ein Mehraufwand 
von 101900 fl. gerechtfertigt. 
Es ist jedoch keineswegs die Ausführung der Bahn in dieser Linie mit einem grossem 
Aufwand verknüpft, und weit entfernt, dass die oben angeführten Vorteile durch etwaige Nachteile 
wieder aufgewogen oder vermindert werden, besitzt diese Linie auch in anderer Beziehung, besonders 
in der Lage der Bahnhöfe von Stuttgart und Kannstatt bedeutende Vorzüge, deren Aufzählung jedoch 
nicht in dem Zwecke der gegenwärtigen Untersuchung liegt. — Es handelt sich jetzt noch um die 
Vergleichung der verschiedenen Tracen. 
I_ Bauperiode. 
Siebenzehntes Kapitel. 
Fortsetzung des Kleinsehen Berichts über die Zentralbahn. 
Abteilung Stuttgart—-Ludwigsburg. 
Aus den hierüber vorliegenden, das Alignement und die Gradienten betreffenden Tabellen 
ist zu entnehmen, dass 
I. Nach dem v. Bühlerschen Projekte (mit den im Jahr 1843 vorgenommenen Modifika 
tionen) die Bahn von Stuttgart über Kannstatt und längs dem Neckar bis Ludwigs 
burg eine Ausdehnung von 79000 Fuss erhielte, wovon 46690 Fuss in geraden 
Linien und 33310 Fuss in Krümmungen von 800 bis 5230 Fuss Halbmesser. Neun 
Kurven von zusammen 15250 Fuss Länge sind mit Radien von 2000 Fuss und 
darunter, die übrigen zwölf mit grösseren Radien beschrieben, und die sämtlichen 
Kurven enthalten 931 Grade. — Von Stuttgart bis Ludwigsburg beträgt das Gefall 
95,4 Fuss, die Steigung 177,8 Fuss, beide zusammen 273,2 Fuss, und es ist das 
Steigungsmaximum zwischen Stuttgart und Berg, wie früher bemerkt, 1:100, zwischen 
Berg und Ludwigsburg 1:116. 
II. Projekt des Professor Vignoles. Länge der Bahn vom Bahnhof auf den Seewiesen, 
bis zur Asperger Strasse zu Ludwigsburg 54105 Fuss, hiervon gerade Linien = 
26085 Fuss, Krümmungen = 28020 Fuss = 653 Grade. 7 Kurven von 1500 bis 
2000 Fuss Radius messen 14145, die andern 7 von mehr als 2000 Fuss Radius 
13875 Fuss. Steigung von Stuttgart bis Ludwigsburg = 171,4 Fuss, Gefälle = 
47,3 Fuss, Summe 218,7 Fuss. Maximum der Steigung sowohl in der Richtung nach 
Ludwigsburg als in der nach Stuttgart = 1:125. 
III. Projekt des Oberbaurats Etzel. Länge der Bahn vom Bahnhof an der Schlossstrasse 
bis zur Asperger Strasse zu Ludwigsburg = 51 988 Fuss, hiervon sind gerade 22 840 Fuss, 
und mit Radien von 1600 bis 7000 Fuss gekrümmt 29148 Fuss. 5 Kurven von
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.