Title:
Die Königlich Württembergischen Staatseisenbahnen
Creator:
Morlok, Georg
Shelfmark:
1Ma 315
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1537772834592/51/
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scheide der Rems. Wir haben bei der Ermittelung dieses Bahnzuges den v. Seegerschen Entwurf 
zu Grunde gelegt, welcher hinsichtlich seiner allgemeinen Disposition keiner wesentlichen Verbesserung 
bedarf, haben aber durch häufigeren Wechsel der Gradienten, und durch Brechen der geraden Linie, 
wo es not that, die bedeutenderen Arbeiten, welche jene Entwürfe noch enthielten, beseitigt. 
Der Tunnel durch die Wasserscheide der Rems konnte auf einen Einschnitt von 25 Fuss 
Tiefe reduziert werden, und jenseits der Wasserscheide senkt sich die Linie, dem Laufe des Aal 
baches folgend, bei Aalen bis auf die Sohle des Kocherthaies. 
Was die von den Herren v. Seeger, Beyse und Vignoles teils geschätzten, teils berechneten 
Anlagekosten der Linien betrifft, welche den Gegenstand unseres gegenwärtigen Berichtes bilden, 
so vermögen wir dieselben nicht für die einzelnen Strecken derselben auszuscheiden, weil sie eines 
teils sich auf verschiedene Voraussetzungen, andernteils auf eine andere Einteilung der Strecken 
gründen. 
2. Linie von Aalen nach Sontheim. 
Generalmajor v. Seeger behielt in seinem Entwürfe die bei dem sogen. Blümle erstiegene 
Höhe für die Fortsetzung der Bahn von diesem Punkte über Aalen in das Kocherthal bei, wodurch 
er sich genötigt sah, das linke Gehänge des Aalbach- und Kocherthaies zu benützen, und da er 
zugleich möglichst gerade Linie durchzuführen suchte, auf der Strecke vom Blümle bis auf die 
Wasserscheide des Kochers und der Brenz beträchtliche Erdbewegungen erhielt. 
Von dort zieht sich die Linie mit durchaus günstigem Steigungsverhältnisse das Brenzthal 
entlang, östlich an Aufhausen, westlich an Schnaitheim vorüber, wo sich eine kleine Gegensteigung 
vorfindet, ferner östlich an Heidenheim durch Mergelstetten nach Herbrechtingen, welchen Ort sie 
südlich lässt. Weiterhin wird Giengen nördlich, Hermaringen nordöstlich passiert, und die Linie 
zwischen Sontheim und Brenz hierdurch der Landesgrenze zugeführt. 
Beyse legte, soviel sich aus den etwas unbestimmten Ausdrücken seines Gutachtens ent 
nehmen lässt, von Aalen bis Sontheim die v. Seegersche Linie seinen Schätzungen zu Grund. Auch 
Vignoles erklärte sich im Prinzip mit der v. Seegerschen Linie einverstanden, und gibt nur hier wie 
sonst den Rat, durch sorgfältige Ermittelung der Linie im einzelnen Erdarbeiten und Bauten zu ver 
mindern. Insbesondere scheint er auf die Passage nördlich von Giengen Wert zu legen. 
Auch durch unsere Untersuchungen erfuhr die Linie keine Abänderung von Belang. Durch 
Annahme eines Steigungsmaximums von 1:125 gelang es uns, alle grösseren Erdarbeiten und Bauten 
der v. Seegerschen Linie zu beseitigen und einen Teil der auf der Linie liegenden Ortschaften auf 
eine für den Verkehr bequemere Weise zu berühren, wie wir denn durch vergleichende Berechnungen 
ausser Zweifel gestellt haben, dass die Stadt Giengen südlich vortheilhafter passiert werden kann, 
als nördlich. 
3. Linie von Sontheim nach Ulm. 
« 
Hinsichtlich dieser Linie liegen von dem Generalmajor v. Seeger keine Detailpläne vor. 
Dagegen haben die Herren Beyse und Vignoles Vorschläge hinsichtlich der Einzelheit der Richtung 
dieser Linie geliefert. 
Ersterer lässt die Wahl zwischen einer im Donauthale, teilweise auf bayrischem Gebiete, 
und einer andern über einen Teil der Alb, bei Albeck und Oberhaslach vorüber und durch das 
Oerlingerthal ganz auf württembergischem Gebiet nach Ulm zuführenden Linie. 
Letzterer spricht sich entschieden für die Thallinie aus, eine Ansicht, welcher auch wir 
beipflichten, indem wir den Beyseschen Vorschlag, mit Vermeidung des bayrischen Gebiets Ulm zu 
erreichen, vom technischen Gesichtspunkte aus keiner Beachtung wert finden. 
Zwar urteilt weder Beyse noch Vignoles anders als nach dem Augenschein. Indessen kann 
über die Richtung dieser Linie in der That so wenig Zweifel obwalten, dass wir, als wir uns der 
Untersuchung derselben unterzogen, eine detaillierte Vermessung derselben für überflüssig hielten,
        

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