Full text: China

Der Opiumkrieg 
175 
Anfängen noch einmal einen wahrhaft heroischen Kampf zur Er 
reichung dieses Ziels geführt, bewundernswert unterstützt von einer 
begeisterten Volksstimmung der Gutgesinnten. Das Ziel schien fast er 
reicht; leider aber haben die der Umwälzung folgenden Wirren, der 
rücksichtslose finanzielle Egoismus der Generäle und Provinzgouver 
neure alles wieder zerstört; der Mohnbau, insbesondere in den west 
lichen Provinzen und seine furchtbaren Folgen sollen heute schlimmer 
sein als je zuvor. 1 ) 
Die Errungenschaften des Friedens von Nanking hat England nicht 
für sich allein beansprucht; im Laufe der Zeit sind sie allen anderen 
weißen Nationen auch zuteil geworden. Frankreich und die Vereinigten 
Staaten von Nordamerika waren die ersten, die daraufhin Handels 
verträge mit China abschlossen. 
Auf die innere Entwicklung Chinas übten die Vorgänge von 1840—42 
natürlich eine weitere unheilvolle Wirkung aus. Die Autorität der Re 
gierungsstellen wurde durch sie besonders geschädigt. Die Finanzen 
gerieten gleichzeitig in immer größere Unordnung. Hungersnöte 
mehrten sich; insbesondere wurden jetzt die Überschwemmungen des 
schlecht bewachten Hwangho immer drohender. Das Räuberunwesen 
schoß überall lebhafter empor, an den Küsten wie im Binnenlande. 
Und was immer damit in China so unheimlich verbunden ist, die Ge 
heimgesellschaften regten sich von neuem und vermehrten die Unzu 
friedenheit. 
Taukwang starb 1850, anscheinend noch ohne Verständnis für die 
grundlegende Wendung, die durch die Ereignisse heraufgekommen 
war. Sein Nachfolger Hsienfeng (1850—61), ein schwacher Lüstling 
ohne die immerhin achtenswerten persönlichen Eigenschaften seines 
Vaters, war noch weniger als dieser der Mann, die Entwicklung zum 
besseren zu wenden. 
Im Gegenteil, unter seiner Regierung erfolgten drei Ereignisse, die 
China auf das furchtbarste erschütterten: Die Taiping-Rebellion, 
die große Laufänderung des Hwangho und der neue Krieg mit den 
Fremden von 1860. 
3. Die Taiping-Rebellion. 
Die Taiping-Rebellion interessiert den Historiker heute ganz be 
sonders, da sie als ein in vielen Parallelzügen ähnlicher Vorversuch 
der gegenwärtigen Revolution gegen die Mandschu, wenngleich noch 
ein viel imklarerer, dumpferer, erscheint. 
1) Vgl. v. Salzmanns Reiseberichte in der Voss. Zeitung v. Sommer 192g.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.