Die Arbeiterführerschaft proletarischer Abstammung 375
und sitzt ganz anders. Charakteristisch ist etwa die schwer
schaukelnde Bewegung nach anfänglichem Zögern, wenn er
etwas angreifen soll. Darin ist nichts von der straffen Sicherheit
und Fertigkeit des gelernten Arbeiters. Dieser bewegt
sich selbst, während man den Eindruck hat, daß der erstere
immer erst in Bewegung gesetzt werden muß durch irgend
eine treibende Kraft, sei es eine Suggestion oder ein Angriff
1 )”.
5. Kapitel
Die Arbeiterführerschaft proletarischer Abstammung
Zu den Versuchen, das unlösbare Problem der Herrschaft
der Führer über die Geführten lösen zu wollen, gehört
vorzüglich der häufig und mit großer Leidenschaft vertretene
Vorschlag, die Intellektuellen von den Führerstellen
in der Arbeiterbewegung fernzuhalten und diese den Arbeitern
selbst zu überlassen. Die Akademikerhatz, die zu
allen Zeiten und in allen Ländern, wenn auch mit verschiedenartiger
Intensität, betrieben wurde, gipfelt im Vorschlag
einer künstlichen Kreierung von authentischen Arbeiterführern
und stützt und beruft sich außer auf einige mißverstandene
oder kleinlich zurechtgestutzte und engbrüstig interpretierte
allgemeine Sentenzen - wie den auf dem I. Kongreß der
Internationalen in Genf 1866 aufgestellten Leitsatz, daß die
Emanzipation der Arbeiter nur das Werk der Arbeiter
selbst sein könne und dürfe — vor allem auf die Wesensverwandtschaft
zwischen den proletarischen Führern und
ihren Geführten. Der aus dem Proletariat selbst Hervorgegangene,
heißt es, stehe diesem in Denken und Fühlen
näher. Das ist insofern zutreffend, als der Arbeiterführer
proletarischer Herkunft in der Tat die wirtschaftlichen Be-Mennicke,
1. c.