Title:
Ostasien in der Krise
Creator:
Wegener, Georg Linde, M. Wertheimer, Fritz Praesent, Hans
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1539155476229_6/11/
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Kontinents. Ihr aufgebogener bogenförmiger Außenrand sind die 
japanischen Inseln. Sie selbst ist auch noch von Wasser bedeckt, 
dem japanischen Meer. Dies ist aber nur noch 2—3000 m tief, liegt 
also 5—6 Kilometer höher als der Boden des Japantiefs. Daran 
schließt sich als nächste Stufe die Mandschurei. Ihr aufgebogener 
Ostrand sind die reichen Waldgebirge am Westufer der Japansee 
und ihre Fortsetzung, die Grenzgebirge gegen Korea und die Berge 
der Halbinsel Liautung. Ihre welligen Niederungen selbst liegen 
jetzt über dem Meeresspiegel, wenn auch nur wenige hundert 
Meter. Ja im Süden tauchen sie noch unter die Oberfläche des ganz 
flachen inneren Gelben Meeres hinab. Ihren sie dagegen um 2000 m 
mauerförmig überhöhenden Westrand bildet das Gebirge des Gro 
ßen Khingan, das seinerseits wieder der aufgebogene Ostrand der 
letzten, innersten Landstufe, der Gobi, ist. 
Nicht ganz so unmittelbar ins Auge springend, aber im Grunde 
ganz ebenso ist es auch weiter im Süden. Das Japantief setzt sich, 
nur um ein Kleines weniger tief, auch südwärts fort, im Osten des 
Bogens der Riu-kiu-Inseln, Formosas und des dann beginnen 
den Philippinenbogens. Diese bilden den Ostrand der nächsten 
Stufe, des flachen ostchinesischen sowie des südchinesischen Meeres, 
die der Stufe der Japansee entsprechen. Es folgt dann im Westen 
der so wunderbar regelmäßig geschwungene Bogen der chinesischen 
Küste. Ob er tektonisch ganz so zu deuten ist, wie die äußeren 
Bögen, ist noch strittig; jedenfalls begrenzt er aber unzweifelhaft 
den Osten einer höheren Landstaffel. Diese ihrerseits wird im We 
sten wiederum von den bogenförmig geschwungenen Rändern einer 
nächsthöheren Stufe begrenzt. Steil stürzt im Norden diese Stufe 
zu den Niederungen der großen Chinesischen Ebene hinab, deren 
Rand von hier aus, ganz wie der Khingan, als dessen Fortsetzung 
er erscheint, den Eindruck einer imposanten Gebirgskette von Höhen 
zu 2000 und mehr Metern macht, während sie gegen Westen zu den 
im Durchschnitt wesentlich höher als die Ebene gelegenen Plateaus 
und Becken des nordwestlichen China absinkt. Minder deutlich tritt 
auf dem Kartenbilde der Stufenbau weiter im Süden hervor. Vor 
handen ist er aber auch. Wer einmal auf dem berühmten Aussichts 
punkt des Pyramidenberges bei Itschang am Yangtsekiang gestan 
den und nach Westen geschaut hat, der wird den gewaltigen An 
blick nicht vergessen, wie dort über dem Hügellande seiner Um 
gebung der Randabfall des 1—2000 Meter höher gelegenen west 
lichen Chinas in Gestalt eines majestätisch geschlossenen Mauer
        

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