Title:
Ostasien in der Krise
Creator:
Wegener, Georg Linde, M. Wertheimer, Fritz Praesent, Hans
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1539155476229_6/19/
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darunter den höchsten Gipfel des Landes, der zugleich einer der 
schönstgeformten Berge der Erde ist, den Fujiyama, der vom Meeres 
spiegel bis zu nahezu 4000 m emporsteigt. Wundervolle, überaus 
mannigfaltige Wälder bedecken ihre Flanken, Wasserfälle stürzen 
hernieder, stimmungsvolle Seen breiten sich aus, das Meer umspült 
das vielgestaltige Gestade in reizvollen Buchten, kurz eine hohe 
landschaftliche Schönheit ist über Japan ausgegossen, die zweifel 
los viel dazu beigetragen hat, um die hochentwickelte ästhetische 
Seite der japanischen Kultur hervorzurufen. Neuerdings tritt aber 
auch das Ungünstige dieser Gebirgsbildung mehr und mehr hervor. 
Ihre jugendliche Vielgestaltigkeit ebenso wie ihre vulkanische Na 
tur hängen zusammen mit dem stufenförmigen, von Bogenschwin 
gungen begrenzten Bau Ostasiens, der gerade hier in Japan auch 
in der Gegenwart noch in sehr lebhafter Weiterbildung begriffen 
zu sein scheint. Damit hängt auch das sehr häufige Auftreten von 
Erdbeben zusammen. Diese Erdbeben sind eine vertraute Erschei 
nung in der Geschichte des japanischen Volkes; die Bewohner haben 
sich z. B. seit alters mit ihrem Häuserbau aus Holz und Papier dar 
auf eingerichtet. Je mehr aber die Bevölkerung wächst, je stärker die 
Besiedlung wird, je größer die in allerlei moderne Arbeiten hinein 
gesteckten Kapitalien werden, je mehr die fortschreitende Zivili 
sation zu andersartigen Bauten zwingt, um so schwerer werden die 
Folgen dieser Erdbeben. Wir haben in jüngster Vergangenheit ge 
sehen, wie furchtbar solche Katastrophen in Japan sein können. 
Sie hemmen naturgemäß die Entwicklung des Landes in bedeuten 
dem Ausmaß, und ihre Unberechenbarkeit schwebt wie ein dauern 
des Verhängnis über seiner Zukunft. Andererseits scheint es doch 
auch, als ob gerade sie den besten Eigenschaften des japanischen 
Volkes, seiner glühenden Vaterlandsliebe und patriotischen Opfer 
willigkeit, besondere Gelegenheit geben, sich immer von neuem zu 
entfalten. 
Aber noch in anderer Hinsicht ist die Bodenbildung J apans recht 
ungünstig. Das Gebirgsland, das sich dem Ackerbau durch seine 
Rauheit und Geländeschwierigkeit entzieht, nimmt nahezu 50 % 
des gesamten Landes ein. Auch von dem übrigbleihenden flachen 
Lande entzieht sich noch ein großer Teil des Bodens der Bestellung, 
so daß nur 17 % des Ganzen zur Ernährung des Volkes durch den 
Ackerbau übrig bleiben. Seit alters hat deshalb der durch die Küsten 
bildung und den Fischreichtum des umgebenden Meeres geförderte 
Fischfang stark für den Unterhalt der Japaner herangezogen wer
        

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