Stuttgart unter Herzog Eberhard Ludwig 1707.
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der Magistrat während ihrer Anwesenheit Tag und Nacht wenig Ruhe
gehabt und mehrere Tausend Gulden für Sauve Gardes bezahlt werden
müssen; es ging aber doch alles ohne Brand und Plünderung glücklich
vorbei und die Franzosen zogen sich am 2. Novbr., weil die deutsche
Armee sich gegen Schwäb. Hall und von da eilends dem Rheine zugewendet,
den geraden Weg wieder über denselben zurück. Der Marschall
Mllars verlangte vor seinem Abzüge zu Versicherung der Kontribution
3 Geisel, da ihm dann der Jagdjunker von Bilsingslöwen,
der Landschaftsassessor und Bürgermeister von Böblingen und der hiesige
Ratsverwandte Johann David Ruopp überlassen, nach Straßburg geführt,
aber schon innerhalb 3 Monaten wieder auf freien Fuß gestellt
worden.
1707 Die unheilvolle G r ä v e n i tz z e i t. „Die Würde der Geschichte scheint
1731 ^ entweiht, den Namen einer Frau erhalten zu müssen, deren ganzes
Leben nichts als Entehrung und Raub war, aber die Geschichte darf
sich keine andere Würde nehmen, als die von den Begebenheiten selbst,
und leider hat unstreitig diese Mätressengeschichte einen großen dauernden
Einfluß auf den ganzen Zustand von Württemberg gehabt." Indem
der Chronist diesen Worten des trefflichen Spittler sich anschließt, muß
er hier wenigstens das unmittelbar Stuttgart Berührende aus der
Geschichte der Mecklenburgerin Christiane Wilhelmine von Grävenitz
zusammenstellen. Sie wohnte zuerst als Hoffräulein der Herzogin im
Hause des Hosmarschalls von Staffhorst, dann im Jägerhaus (dem
nachmaligen, 1818 abgebrochenen Ministerium des Auswärtigen) Nach
ihrer heimlichen Vermählung mit dem Herzog brachte sie diesen dazu, 2 Jahre
lang St. nicht mehr zu betreten. Nach der zweiten Scheinvermählung
mit dem Grafen v. Würben 1711 erhielt sie als Frau Landhofmeisterin
den ersten Rang unter den Damen bei Hofe mit dem Titel Excellenz,
einen eigenen Hofstaat und den Neuen Bau, das schönste Haus der
Stadt, zur Wohnung. Volle 20 Jahre beherrschte sie nun den Herzog,
das Land und die Hauptstadt. Die Männer waren zu zählen, die sich
nicht vor ihr beugten, wie des Herzogs Jugendfreund und treuer
Warner, Hofmarschall v. Forstner, den dies rachsüchtige Weib zum
Tode verurteilen, und da er noch glücklich entkommen war, sein Bildnis
vom Henker verbrennen ließ, und wie jener mutige Prälat, der
auf das Ansinnen der Allgebietenden, sie in das Kirchengebet aufzunehmen,
mit beißendem Spott erwiderte, das geschehe regelmäßig, indem
man bete: erlöse uns von dem Übel!
Allerdings führte der glänzende Hofstaat zahllose Fremde nach St.,
Hartmann", Chronik.
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