1816
Nov. 5.
1*17
Fünfter Zeitraum.
Stuttgart in der- Wegievurrgszeit dev Könige
WikbeLm nnd Kcrvl'.
1816-188«.
König Wilhelm weiht dem Andenken seines Vaters eine Stiftung,
wonach während seiner Regierung alljährlich am Geburtsfest König
Friedrichs von der Königlichen Hof- und Domänenkasse zum Besten der
hiesigen Armen die Summe von 4000 Gulden an die Königl. Stadt-Direktion
zn gewissenhafter Verteilung ansbezahlt werden soll.
Königin Katharina ist unermüdlich in der Ausführung des im
Dezember 1816 entworfenen Plans, durch Organisation der Armen-Fürsorge
(Lokal-Wohlthätigkeitsvereine, Centralleitnng des Wohlthatigkeitsvercins
rc.) der Volksnot dauernd zusteuern; sie ruft die Industrieschulen
Katharinenpflege und Marienpflege, die National-Jndustrieanstalt
für verschämte Arbeiterinnen rc., ins Leben. (Weiteres s. 1818.)
Rach dem Mißwachs von 1816 galt im Januar, obgleich die
Bäcker bedeutende Unterstützung von Seiten der Regierung genoßen,
der 6pfündige Laib Brot 48 Kr. (1 M. 38). bald 52 Kr. (1 M. 49).
das Simri Kartoffeln bis 2 Gulden (3 M. 45), im Mai das Pfund
Butter 52 Kr. Aber nun folgt eine reiche Ernte und an, 28. Juli
„war es ein rührender Anblick, den ersten Fruchtwagen unter dem Geläute
aller Glocken, dem Lobgesang einer zahllosen Kinderschar, begleitet
von einer wogenden Menschenmasse und geschmückt mit Kränzen und
Inschriften, einführen und von geistlichen und weltlichen Behörden empfangen
zu sehen; rührend, wie sich alle Kirchen zu inniger Anbetung
des Schöpfers füllten, aller Augen von Thränen des Dankes und der
Freude überfloßeu."