Full text: Der Hoppenlau-Friedhof in Stuttgart

  
  
     
    
  
     
    
  
  
  
  
     
    
  
  
     
    
  
  
  
  
   
      
  
  
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Wer hat nicht ſchon auf dem Hoppenlaufriedhof die Dichtergräber 
aufgesucht! Unser erstes Erinnern iſt dem jählings vom neidiſchen Tod 
entführten Wilhelm Hauff geweiht, 
„Dem jungen, frischen, farbenhellen Leben, 
Dem reichen Frühling, dem kein Herbſt gegeben.“ 
Ihm folgt der vielſeitige, wohlmeinende, im freudigen Dichten und Schrift- 
stellern, aber auch im praktiſchen Wirken unermüdliche Guſtav Schwab. 
Es treten hinzu Friedrich H a u g, der Epigrammatiker, dann Ludwig 
Bauer, Mörikes Dichterfreund u. a. Verschollen iſt Schubarts Grab. 
Muſik und Theater –~ da wäre auch der langjährige Intendant 
v. Gall zu nennen ~ haben viele ihrer Jünger zur lezten Raſt hierher 
entsendet, aber nur an wenige erinnert ein Grabmal: ich erwähne die 
Liederkomponiſten E. F. Kauffmann und Emilie Zumſſte eg; die 
Musiker Beerh alter und Konzertmeiſter Bohrer, deſſen Grab inzwiſchen 
verlegt iſt; die Sänger Dobler, R osner, Rauſcher und Pezold, 
Kammersängerin Doris Haus; die Schauſpieler Maurer und Gnauth, 
Johanna Wittmann, Agneſe Schebest-Strauß. 
Endlich Hand el und G e werbe. Von der Familie Cotta finden 
wir mehrere Glieder, aber nicht ihn selbst, den großen Verleger. Weitere 
Buchhändlerfamilien: Li eſching, Steinkopf, Erhard, Neff, 
Engelhorn; Kunsthändler G. C. Eb ner, Musikalienhändler G. A. 
Zumſteeg. – Bankiers: Finanzrat G. A. Federer, die Kommer- 
zienräte N. W. Kaulla und Pflaum. Sonstige Kommerzienräte: Keller 
und Ostertag, letterer jetzt auf dem Pragfriedhof. Hofbankdirektoren: 
K. Vellnagel, R. Kaulla. Aus Großhandlungshäuſern, wie sie u. a. 
von J. F. Schill, L. F. Conradi und J. G. Müller begründet wurden, 
sind hervorgegangen: der Abgeordnete für Stuttgart, Arthur Conradi, 
der Land- und Reichstagsabgeordnete Guſtav Müller. Ich füge noch 
bei die Kaufmannsfamilien Duv ernoy, Landauer, Kapff, Lotter 
~ diesem aus Augsburg stammenden Geſschlecht gehört ein bekannter 
Philanthrop an!?) , endlich Ne eff, Reiniger, Sick, Spring. 
Hervorragende Vertreter der Großinduſtrie waren E. H. Keßler 
und H. W. Siegle, deren Gräber wegpverlegt sind. Wir finden dagegen 
die Fabrikantenfamilie Böhri ng er, den Schönfärber Plo uquet, den 
Möbbelfabrikanten F. W. Brauer, den Pianofortefabrikanten R. Lipp, 
den Glockengießer H. Kurtz; dann den Optiker Kinzelbach, die Juwe- 
liere Kolb, Kuhn, Steinam. 
Aus dem Nahrungsgewerbe seien erwähnt die Schaumweinfirmen 
Keßler und Engelmann; der Bierbrauer Stadtrat Kolb , der Konditor 
12) Vgl. C. Lotter, Stammbaum der Familie Lotter, Stutt. 1879, S. 226 f. 
 
	        

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