Full text: Der Hoppenlau-Friedhof in Stuttgart

  
  
  
    
   
dem abgeblätterten, in Sandstein ausgeführten Bildnis Scheffauers liegt auf 
dem Sims hingeſtreut des Bildhauers Handwerkszeug, als hätte er eben 
erſt seine Lebensarbeit vollendet: „Seien Werke zeugen von ihm“. 
An Scheffauer und an die Dannecker ſchule erinnern kleine Dar- 
stellungen in Flachrelief aus Sandstein oder Terrakotta: stehende weibliche 
Gewandfiguren, sanft bewegt, mit Urnen und anderen Symbolen der 
Trauer; so an einem originellen Spittler ſchen Grabmal 1791, (Tafel 
XIV, 1), an dem der Frau des Generalmajors v. Mis ani (1818) und 
an dem des Obertribunalrats H ärlin, 1830 ??). Jn einem Hartmann- 
schen Familiengrab ein aufschwebender Genius. 
Jüngere Reliefbildwerke : für Frau v. Stub enrauch (1855) ein 
knieender Engel mit Spruchband, Marmorplatte; am Grabmal des Bau- 
meiſters Capp eller und seiner Witwe (1855, 1866) in Sandstein eine 
sitzende Frauengeſtalt mit Kranz und Hoffnungsanker; im Kaufmann Schill- 
schen Erbbegräbnis, in Marmor ausgeführt, eine Trauernde ſitzend 
mit Urne (1850). Ein edles Relief in Erz von C. Donndor f, Maria 
vor Chriſti Leichnam, ziert den wohlgestalteten Bildstock, der einem 
Söhnchen des Hiſtorienmalers Bernhard Neher von den Eltern gesetzt ist. 
Statuetten sind nicht häufig; im Kellerſchen Familiengrab ein 
Weib in antiker Gewandung über die Urne gebeugt, Modell von Scheffauer?!), 
Sandſtein, (Tafel XIV, 2). Der ſchlichte Denkſstein der Familie Feuerlein 
(1846 f.) trägt eine ſchwebenden Ganges in Erz gebildete Engelsgestalt 
mit Friedenspalme, von Albert Güldenstein. An einem Putto in Bronze 
mit geſtürzter Fackk ~ Familie Pelargus, 1854 – kommt vorbei, 
wer zur Roſenbergſtraße den Aufgang nimmt. Die Georgii- Neid- 
hartſche Grablege (1859 f.) birgt im Niſchenrund einen halblebensgroßen 
marmornen Genius; in der Linken die geſenkte Fackel des Lebens, in der 
Rechten über der Urne ein Kranz von Rosen. 
Größ ere Rundbildwerke finden sich nur zwei: der Gute Hirte, 
Niſchenfigur in Sandstein, im ſtattlichen Grabdenkmal der Freiherren 
v. Berliching en- Rossach (1865 f.); und an der Wegſscheide, faſi im 
Mittelpunkt des Friedhofs (vgl. Tafel III) die überlebensgroße sitzende 
Jdealgestalt einer Trauernden mit Kranz und Urne, für den Bartier 
Benz, 1864 leider nur in Sandstein ausgeführt von Theodor Wagner. 
  
20) Das größte, in seiner Art schönste Grabrelief aus jener Zeit im Bereich von 
Großſtuttgart sieht man auf dem Staigfriedhof in Cannstatt: liegende Gestalt eines 
jungen Mädchens, Pauline Zais, + 26jährig 1828. Abbildung bei P. Kraft a. a. O., 
Tafel 12; Lambert und Stahl a. a. O., Tafel 60. 
21) Näheres über die hier erwähnten klassizistischen Bilderwerke werde ich mitteilen 
in der Festſchrift der Königl. Altertümersammlung in Stuttgart 1912. 
  
 
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.