Title:
Die östlichen schwäbischen Landesteile
Creator:
Wintterlin, Friedrich
Shelfmark:
1J 1030-1
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1543223852681_1/220/
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Es mechte sich auch jemands in der verschriben sach, stucken 
und artickeln so frevenlich halten und erzaigen, der oder dieselbe 
sollen darumb nach der richtei zu Dischingen erkantnus in craft 
der kayserlichen freyheit‘) gestraft und gebiest werden, wie sich 
nach gestalt eines jeden handlung gebüret. 
Pfenden. 
Item ob jemand des andern Vich, es weren roß, rinder, 
kelber, schwein, schaf oder anders an oder auf seinen schaden 
zue dorf oder veld betrette, so mecht der beschediger des vichs 
in des ambtmanns hauß oder, ob der ambtmann an dem end, da 10 
der schad beschehen, nicht geseßen oder partheyisch were, in 
ains unpartheyischen richters hauß treiben oder fiehren, biß er 
bericht wurde, wem dasselbig vich zugehörth und wan er be- 
schedigt deß bericht empfieng, so soll der ambtmann uf sein an- 
riefen zwen unpartheyisch des gerichts zu ihme fordern und mit 15 
denselben den schaden besichtigen und wie sie den schaden 
mäßigen und dieselben partheyen umb die aynatzung deß viechs 
ainhellig oder mit den mehern entschiden, darbey sollen beid par- 
theyen bleiben, es wer dan sach, das der handel des schadens 
und der aynazung so dapfer und schwer were, daß der ambtman 20 
und die richter die sach für gerecht weisen wurden, so soll an 
demselbigen end deßhalben beschehen was recht ist, so es aber 
der esthay oder der gemain knecht ergriffen hette, soll ihme in 
allweg sein lohn darvon gegeben werden, nemblich were es vor 
Sanct Geörgen oder nach Sanct Michaelistag, solle ime ain laib 25 
brods, aber sonst des jahrs allweg fünf schilling gegeben werden. 
Item were auch sach, daß iemand dem andern, es were 
frauen oder man, ehehalten oder künder die zu iren tagen komen 
weren, zu dorf oder veld an seinem schaden erfunden oder be- 
trette, die meht ers zu recht verpfenden und ob sich sollich per- 
sonen solcher pfandung halber widern oder setzen wurden, darmit 
sy der dem sy schaden gethan hetten mit frevel pfenden miest, ob 
dann der dem solcher schad beschehen were, durch die pfandung- 
satz frevelte, demselben solt der, der ihme- schaden gethon hett, 
für ihn bießen, bessern und abtragen und darzu nach eines gerichts 35 
erkennen gestraft werden. 
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‘) D. h. des unter K. Karl IV. erworbenen Blutbanns.
        

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