Full text: Die östlichen schwäbischen Landesteile (1)

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Von erwelung 
der fünfer.!) 
Zum ersten, das die edeln leut, die zu Trochtelfingen sitzen 
und rauch da haben, die sollen zu St. Peters kathedra zu latein 
des dorfs Trochtelfingen gelegenheit und ‚altem herkommen nach nit ungemeß 
befunden, in nachfolgende ordnung bringen, auch die inen von landgerichtlicher 
und hoher obrigkeit wegen gnedig confirmirt, bestatten und zuestellen lassen 
als volgenden inhalts hernach geschriben stehet. 
Die Erneuerung von 1668 beginnt in den vorliegenden Abschriften un- 
mittelbar mit einem Artikel Von der anglobung und funfer wahl, Hierauf folgt 
die Rubrik vom ausreutten, der Text dieses Artikels ist aber ausgefallen und 
es folgt sofort unter Weglassung dieser betreffenden Rubrik der Text des Artikels 
von der tag ainung. Von hier ab stimmen die Rubriken ganz und der Inhalt 
im wesentlichen mit dem Ehehaft von 1525 überein, soweit nicht in den folgenden 
Anmerkungen etwas anderes bemerkt ist. Der Artikel von der anglobung und 
funfer wahl lautet (gedruckt bei Grimm, 6, 253): erstlich ist zu wissen wan 
die funfer wahl und dorfsrechnung den tag Petri cathedra wie mit alters her- 
kommen vorgenommen werden solle, so muß man einer erbahre gemaind an 
einem gewissen orth und zeit zusamen zu kommen durch den fluhr gebiten und 
bey der völligen versammlung zu mönigliches nachrichtung die ehehaft offentlich 
ablesen lassen, wann nun dieses geschehen, so soll und muß ein jeder gemeinds- 
mann den drey adelichen heusser herren inwohner und edelleuten als herrn 
sechsern bei solcher ehehaft und dorfsordnung steif und fest zu verbleiben und 
zu halten mit hand gebundner treu angloben, worauf dan die fünfer wahl 
folgender gestalt vorgenommen werden solle, nemblichen, daß der drei adelichen 
heuser herrn inwohner und edelleute fünf im dorf auß der gemeind alß drey 
bauren und zween söldner auf ihr gute treu erwöhlen, aber die alt abtretende 
fünfer etliche tage zuvor den edelleuten in einer verzeichnus neun taugliche 
personen als fünf bauren und vier söldner im gehaim vorschlagen und benambsen 
sollen, davon mögen die adeliche inwohner als herren sechser zu neuen fünfern 
drei bauren und zwen söldner erwöhlen; im fall aber wohledelgedachte herren 
sechser wohlmeinend befinden würden, andre von der gemaind welche nicht in 
der alten fünfer übergebene verzeichnus begriffen wären, zu fünfern zu nehmen, 
sollen sie es ohne meniglichs widersprechen befugt sein und wer alß dan zu 
einem fünfer erwehlt wird, der solle ohne einiges widerreden darbey verbleiben 
und eine ganze gemeind der wohladelichen herren sechser und der fünfer gebot 
und verbot gehorsamlich nach geleben auch der drey adelichen häuser herren 
inwohner dem alten herkommen gemeß einer ein jahr umb daß andere das 
sechser ampt gutwillig auf sich nehmen und führen, im fall es sich aber begebe, 
wan der edelleut keiner vierzehen tag vor oder nach Peterstage anheimisch oder 
sonsten an der wahl säumig weren, so haben alßdann die alten fünfer gewalt 
die neuen fünfer auf ihr gelübd oder ayd zu erwöhlen und der ehehaft gemeß 
fortzufahren, worauf die neu erwöhlte fünfer einen abtrit auß der stuben nehmen 
und bei ihrer wider hereinkunft den neuen adelichen herrn sechser ihnen den 
fünfern in ihrem ampt beystand zu leisten ersuchen und noch gegebener hand- 
treu von dem neuen herrn sechser vermög des zu end befindenden eids ver- 
pflichtet werden sollen. 
') Die Rubriken sind mit roter Tinte quer am Rand von oben nach unten 
geschrieben.
	        

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