Full text: Abhandlungen

   
   
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
     
   
  
    
  
  
  
  
  
  
  
     
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Christian Doppler. 
  
Maass meines gegenwärtigen Vorhabens nicht zu überschreiten, 
von den tropfbar flüssigen Medien bis auf einige gelegenheitliche 
Bemerkungen abzusehen, und meine gegenwärtigen Betrachtungen 
vorzugsweise auf die Expansibilien, nämlich auf die Luft als 
Fortpflanzungsmittel des Schalls und auf den Aether als jenes 
für das Licht zu beschränken. 
Wenn es anders für die Wissenschaft von Wichtigkeit ist, 
die Erklärung der verschiedenen Naturerscheinungen selbst bis 
auf die scheinbaren Ausnahmsfälle auszudehnen, und eine 
möglichst vollständige Einsicht in die Vorgänge der Sinnenwelt 
zu erlangen, so wird man zugestehen müssen, dass Unter- 
suchungen der gegenwärtigen Art weder unnütze sind, noch 
länger entbehrt werden können. 
Die atmosphärische Luft oder vielmehr einzelne Partien der- 
selben sind in fortwährender Bewegung begriffen, — bestän- 
digen Strömungen nach allen Richtungen ausgesetzt. [296] Die 
Ursachen hiervon sind grösstentheils bekannt und so zahlreich, 
dass sie hier füglich nicht wohl aufgezählt werden können, 
— auch nicht aufgezählt zu werden brauchen. 
Dass ähnliche Strömungen auch beim Aether des Weltraums 
vorkommen, kann nur der bezweifeln, welcher dem Universum 
einen absolut‘ stereotypen Charakter beilegt. Die Ursachen 
zu zeitweiligen Aether-Verdichtungen und -Verdünnungen sind 
gewiss nicht minder häufig, wie bei der Luft, und wo diese 
vorhanden, können Strömungen wohl nicht ausbleiben. Ja für 
viele Fälle lassen sich nunmehr, wo die Undurchäringlichkeit 
selbst der Kometenkerne für den Aether durch die Erfahrung 
nachgewiesen zu sein scheint, mit Nothwendigkeit derlei 
Strömungen nachweisen. So muss schon jede Bewegung eines 
Himmelskörpers, besonders eines in geschlossener Bahn sich 
bewegenden, z. B. eines Planeten oder Doppelsterns u. 8. w. 
nach und nach durch Uebertragung ihres eigenen mechanischen 
Moments auf den umgebenden Aether Strömungen in demselben 
unfehlbar erzeugen. So ist es nicht bloss wahrscheinlich, sondern 
fast gewiss, dass z. B. in unserem Sonnensysteme eben so viele 
Aetherringe um die Sonne rotiren müssen, als Planetenbahnen 
vorhanden sind. Anfänglich war ihre Geschwindigkeit ver- 
muthlich nur klein, allmählich aber mag sie durch fortwährende 
Aufnahme von Bewegungsmoment und durch den Einfluss der 
rotirenden Sonne die mittlere Geschwindigkeit der zugehörigen 
Planeten erreicht haben, 
Von diesem Augenblicke an hört natürlich auch nahezu 
 
	        

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