Full text: Abhandlungen

Einfluss der Bewegung des Fortpflanzungsmittels etc. 119 
die rückwirkende Verzögerung der letzteren auf, und da eine 
solche heut zu Tage nicht wahrgenommen wird, so gestattet 
dieser Umstand, will man anders nicht die ganze Ursache 
hiervon den präponderirenden Massen der Planeten zuschreiben, 
einen sicheren Rückschluss auf die bereits zu Stande gekommene 
Ausgleichung beider. — Schwerlich wird man es demnach 
bezweifeln können, dass, so. wie der Ocean und unsere Atmo- 
sphäre von Strömungen in den mannigfaltigsten Richtungen 
durchfurcht werden, so auch der Aether des Weltraums keine 
geringere Zahl derselben aufzuweisen habe. Auch scheint es, 
als müsse man diesfalls annehmen, dass derlei Aetherströmungen, 
zumal wenn sie ihren Ursprung einer localen zeitweiligen Ver- 
dichtung oder Verdünnung verdanken, in eben dem Maasse 
rapider sind, als der Aether die Luft an Feinheit, Beweglich- 
keit und absoluter Elastieität übertrifft, Durch Vermittelung 
dieses vielfach bewegten Aethers stellen wir nun unsere astro- 
nomischen Beobachtungen an, und werden uns demnach auch 
nicht sehr zu wundern haben, wenn wir hier in einzelnen 
Fällen Abweichungen von mit Zuversicht erwarteten Resultaten 
begegnen, die jenen ganz ähnlich sind, welche nach aller Er- 
fahrung beim Schalle den Luftströmungen zugeschrieben werden 
müssen. — Nach diesen Bemerkungen kehre ich zur weiteren 
Betrachtung und zum KErweis der eingangs-erwähnten Be- 
hauptung zurück. 
Die allgemeine Untersuchung über den Einfluss eines be- 
wegten Fortpflanzungsmittels der Wellen auf die verschiedenen 
Erscheinungen des Schalles und des Lichtes schliesst [297] zwei 
besondere, ihrer Wirkung nach wesentlich ‚verschiedene Fälle 
in sich, deren ersterer sich darauf bezieht, dass die Fort- 
pflanzungsgeschwindigkeit der Wellen grösser ist, als die Ge- 
schwindigkeit, mit der sich das Mittel fortbewegt, während im 
zweiten Falle letztere Geschwindigkeit grösser oder höchstens 
gleich gross mit jener vorausgesetzt werden soll. Der erste 
Fall, als der in praktischer Beziehung wichtigere, soll noch in 
gegenwärtigem Paragraphen betrachtet werden, und im nächst- 
folgenden seine Erledigung finden. 
Es sei Fig. 1. Q eine Wellenquelle, B der Ort eines Be- 
obachters, @ die Geschwindigkeit, mit der das Medium M sich 
in angezeigter Richtung fortbewegt, &« ferner die Fortpflanzungs- 
geschwindigkeit der Wellen, und zugleich sei a<&«; — SO 
  
 
	        

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