Full text: Abhandlungen

    
   
    
    
   
   
   
  
  
    
   
   
  
  
  
  
  
    
  
    
     
  
   
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Christian Doppler. 
nehmen ist! — Die so eben besprochene Behauptung des Herrn 
Gegners lässt zum Ueberfluss auch noch eine Widerlegung auf 
dem Erfahrungswege zu, wenn man dieselbe auf irgend einen 
schnell bewegten Körper etwa auf eine bewegte Locomotive 
anwendet. — Jedermann weiss da, dass eine solche die Luft 
vor sich her und zur Seite schiebt, dass der luftleere Raum 
hinter derselben durch seitliches Zuströmen von Luft augen- 
blicklich sich wieder ausfüllt,, und dass dadurch nothwendig 
eine locale Luftbewegung mit dem damit verbundenen Geräusche 
entstehen muss. — Der Herr Gegner belehrt uns nun aber 
noch des weiteren, dass nämlich hier nothwendig durch die Be- 
wegung der Locomotive eine undulatorische Bew egung 
eingeleitet und somit ein musikalischer [228] Ton er- 
zeugt werden müsse. — Und so trifft denn auch diese 
neueste Behauptung des Herrn Gegners, durch welche vielleicht 
eben ein anderes Vorgehen in dieser Angelegenheit angebahnt 
werden sollte, dasselbe Missgeschick, wie die früheren, nämlich 
mit der unleugl baren offenkundigen Erfahrung in einen directen 
Conflict zu gera ther n! — Man sieht also wohl, von welchen Er- 
folgen die b n Bemühungen des Herrn Gegners begleitet 
waren, meine Theori je einer wissenschaftlichen Kritik zu unter- 
ziehen und deren völlige Unrichtigkeit vor Jedermanns Augen 
aufzudecken! — 
  
  
  
      
   
  
  
  
$6. 
o 
Die zweite Fra er nämlich: mit welchem Rechte der Herr 
Gegner, der doch die Waffen, deren er sich bedienen wollte, 
zum vornherein kennen musste, diese wissenschaftliche An- 
gelegenheit zum Gegenstand einer Debatte machen konnte? — 
erledigt sich ganz einfach durch die blosse Aufzählung der- 
jenigen Fälle, in denen eine derartige Discussion überhaupt noch 
zulässig erscheint. Eine wissenschaftliche Controverse ist nur 
in nachfolgenden drei Fällen zulässig, nämlich: 
&) wenn man ein Raisonnement durch ein Raisonnement 
bestreitet, 
) wenn man einem Raisonnement die Resultate angestellter 
Versuche oder gemachter Beobachtungen entgegen hält, 
— und endlich 
y) wenn man die Resultate angestellter Versuche oder ge- 
machter Beobachtungen durch die Resultate anderer 
Versuche und durch andere Beobachtungen zu wider- 
legen sucht. 
  
  
	        

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