Full text: Abhandlungen

Ueber das farbige Licht der Doppelsterne etc. 13 
noch dazu bei, dass der genannte Erfolg des völligen 
Verschwindens bedeutend früher eintritt. 
0. Zum völligen Verschwinden eines im weissen Lichte 
glänzenden Gestirnes reicht ohne Rücksichtsnahme 
auf die diesem Ereignisse sehr günstige Intensitäts- 
verminderung eine Geschwindigkeit von 19000 Meilen 
in der Sekunde hin, Für Sterne, die im homogenen 
gelben oder rothen Lichte leuchten, ist dagegen schon 
eine Geschwindigkeit von beziehungsweise 5007 und 
1700 Meilen zum völligen Verlöschen ausreichend. 
&. Sterne, die im weissen Lichte leuchten, zeigen schon 
bei einer Geschwindigkeit von 33 Meilen in der Sekunde 
eine deutliche Färbung, und bei einer solchen von 
187 Meilen eine sehr bedeutende und auffallende, die 
jedoch noch immer mit vielen weissen Strahlen ver- 
mischt ist. — 
@. Aendert, sich die Geschwindigkeit eines bewegten 
Sternes, so erleidet auch seine Farbe und Intensität 
eine Aenderung, und so kann es immerhin geschehen, 
dass ein Stern im Verlaufe der Zeit alle Farben des 
Spectrums uns zu durchlaufen scheint. 
2. Ist dagegen das leuchtende Object in Ruhe, der Be- 
obachter dagegen in einer direct gegen oder von dem- 
selben gerichteten, bedeutend schnellen Bewegung be- 
griffen, so erfolgen zwar alle Veränderungen in demselben 
Sinne, d. h. entsprechend der Annäherung oder dem 
Entfernen, die numerischen Daten jedoch weichen von 
jenen, den unter 1 aufgeführten Fällen entsprechenden 
Bestimmungen mehr oder weniger ab. 
3. Geschieht das Annähern oder das sich Entfernen nicht 
wie es in 1 und 2 vorausgesetzt wird, direct, d. h. in 
der Richtung ihrer anfänglichen Verbindungslinie, sondern 
geht es in einer Richtung vor sich, die mit jener einen 
Winkel einschliesst; so ändert sich nebst der Farbe und 
Intensität auch noch die Richtung, und der Stern er- 
leidet zugleich eine scheinbare Ortsveränderung. 
Erkennt man die bisher. aufgestellten. Grundsätze für richtig 
an, so wird man gerne auch zugestehen, dass sie gleichsam 
die Grundlage einer neuen Theorie bilden, von welcher das 
berühmte Bradley’sche Aberrations-Theorem nur einen Theil 
vorstellet. Demgemäss wird man sich schon a priori zu nach- 
folgenden Behauptungen für berechtiget halten dürfen, Wenn 
 
	        

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