Full text: Abhandlungen

  
  
  
  
182 Anmerkungen. 
23) Zw S. 87. Bei der Beurteilung der Frage, inwiefern 
das Auge empfindlich genug sei, um die durch die Bewegung 
der Sterne hervorgebrachten Farbenänderungen wahrzunehmen, 
muß man sich durch diese hohen Zahlen nicht imponieren las- 
sen. Nach dem Beispiele von Herschel betrachtet Doppler ganz 
richtig die Gesamtheit aller Arten von Lichtempfindungen als 
eine dreifache Mannigfaltigkeit, was auch der Vorstellung 
entspricht, daß für unser Auge jede Lichtart einer Mischung 
dreier Grundfarben äquivalent sei. Man kann sich daher einer 
räumlichen graphischen Darstellung bedienen, indem man z. B. 
die Mengen der drei Grundfarben, die miteinander gemischt 
werden, durch die Koordinaten eines Punktes ausdrückt. Jeder 
Lichtempfindung entspricht dann ein bestimmter Punkt, und alle 
möglichen Lichtempfindungen haben ihre repräsentierenden Punkte 
in einem gewissen Raum ER. 
Wählt man nun in diesem Raume eine Gruppe von Punk- 
ten in solcher Weise, daß die Empfindungen, die benachbarten 
Punkten entsprechen, noch eben voneinander unterschieden wer- 
den können, so stellt sich die Zahl N’ dieser Punkte als ein 
Produkt dreier Zahlen dar und kann also bei den von Doppler 
gemachten Annahmen sehr groß werden. Jedoch ist es nicht 
diese Zahl N, mit der wir zu rechnen haben. Wenn nämlich 
das Licht, das von einem ruhenden Stern ausgestrahlt wird, 
einem gewissen Punkt P entspricht, so würde dieser Punkt 
irgend eine Linie PQ durchlaufen, wenn wir dem Stern eine 
immer größere von der Erde ab gerichtete Geschwindigkeit er- 
teilten; ebenso erhält man eine Linie PQ’ (die Verlängerung 
von QP), wenn man sich denkt, daß der Himmelskörper 
sich uns mit wachsender Geschwindigkeit nähert. Wollen wir 
erwägen, ob Aussicht vorhanden sei, die durch die Bewegung 
hervorgebrachte Farbenänderung wirklich zu beobachten, so 
haben wir offenbar nur auf die Anzahl der »unterscheidbaren«, 
auf der Linie QQ’ liegenden Punkte zu achten. Diese Zahl 
ist viel kleiner als N; sie ist von derselben Größenordnung 
wie die einzelnen Faktoren, aus denen N sich zusammensetzt. 
24) Zu S. 97. Doppler hat hier die Formel (3) der vorigen 
Seite zu rasch verallgemeinert. Wir wollen annehmen, daß 
sich zwischen dem Objekte und dem Beobachter ein ruhendes 
Mittel befindet, und daß in diesem die Fortpflanzungsgeschwindig- 
keit v sei. Ferner möge sich die Geschwindigkeit des Beob- 
achters relativ zu diesem Mittel aus den Komponenten -— a, 
Aa’, a", usw., und ebenso die Geschwindigkeit des Objektes
	        

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