Volltext: Abhandlungen

Ueber das farbige Licht der Doppelsterne ete. 15 
Denn abgesehen selbst von anderem, muss es schon in hohem 
Grade auffallen, dass wir unter der unzählbaren Menge der 
eigentlichen, d. i. derjenigen Fixsterne, an denen wir keinerlei 
Bewegung wahrnehmen, ohne Ausnahme nur solche bemerken, 
die im weissen oder schwach gelblichen und nur einige wenige, 
die im röthlichen Lichte glänzen; keinen einzigen dagegen, 
welcher im blauen, grünen oder violetten und keinen auch 
der im schön orangen oder intensiv blutrothen Lichte uns 
erschiene. Alle Doppelsterne dagegen lassen sich übersichtlich 
in zwei Classen bringen, in solche, bei denen der eine von 
ihnen sich durch seine in die Augen fallende grössere Intensität 
seines Lichtes als Haupt- oder Centralstern beurkundet, und 
sodann in solche, deren KEinzelsterne eine ziemlich gleiche 
scheinbare Grösse besitzen, und die sich daher auch höchst 
wahrscheinlich um einen unsichtbaren Centralkörper oder um 
ihren gemeinschaftlichen Schwerpunkt bewegen... —- Bei den 
Doppelsternen der ersteren Art leuchtet der Hauptstern stets 
im weissen und nur bei wenigen im schwach gelblichen Lichte, 
und zeigt somit eine vollkommene Uebereinstimmung mit den 
übrigen unbeweglichen Fixsternen des Himmels, während da- 
gegen die dazu gehörigen Begleiter entweder im grünen, blauen 
oder violetten, bei andern dagegen im intensiv orangen, schön 
blut- oder wohl auch dunkelrothen Lichte glänzen. — Doppel- 
sterne der zweiten Classe bestehen dagegen fast immer aus 
solchen KEinzelsternen, die im verschiedenfarbigen Lichte 
schimmern, und merkwürdig ist es dabei, dass die Farben 
entweder wirklich einen complementären Gegensatz zu einan- 
der bilden, oder dass wenigstens die Farbe des einen dem 
obern, die des andern dem untern Theile des Farbenspectrums 
[476] entnommen ist. Man hat zwar versucht, wiewohl mit 
wenig Glück, die genannten Erscheinungen aus den Wirkungen 
des Contrastes zu erklären. Allein abgesehen davon, dass 
diese Erklärung im günstigsten Falle höchstens nur auf jene 
Doppelsterne angewendet werden könnte, bei denen das vor- 
kommende farbige Licht in einem complementären, nicht aber 
in einem andern Gegensatze sich befindet, wie dieses doch 
bei allen der ersten und bei sehr vielen der zweiten Classe 
der Fall ist, — haben noch überdies directe Versuche das 
Unhaltbare dieser Ansicht seither zur Genüge dargethan. Diese 
Versuche bestanden bekanntlich darin, dass man den einen 
der farbigen Doppelsterne durch einen im Fernrohre ausge- 
spannten Faden völlig verdeckte und somit dem Auge gänzlich 
 
	        

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